Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hat im Rahmen der 23. Botschafterkonferenz in Berlin auf die wachsende Bedeutung der Rohstoffsicherung hingewiesen. „Ohne Zugang zu Rohstoffen gibt es keine industrielle Wertschöpfung“, mahnt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Vor den Vertreterinnen und Vertretern der rund 230 deutschen Auslandsvertretungen betonte er, dass Rohstoffsicherheit längst zu einer außenwirtschaftlichen Schlüsselaufgabe geworden sei – und dass Politik und Wirtschaft nur gemeinsam eine verlässliche Versorgung sicherstellen könnten.
Außenwirtschaftspolitik als Rohstoffpolitik
Der Wirtschaftstag der Konferenz am 9. September machte deutlich, wie eng Außenwirtschaft und Rohstofffragen miteinander verflochten sind. Politische Instabilität in Förderländern, Handelskonflikte und geopolitische Spannungen verschärfen den Wettbewerb um knappe Ressourcen. „Die Versorgung wird immer unsicherer – und gerade deshalb brauchen wir eine strategisch abgestimmte Außenwirtschaftspolitik“, so Treier.
Rolle der Auslandsvertretungen und Auslandshandelskammern
Eine zentrale Bedeutung kommt dabei den deutschen Auslandsvertretungen und den Auslandshandelskammern zu. Sie erschließen nicht nur neue Märkte, sondern sind oft die ersten Anlaufstellen für deutsche Unternehmen, die verlässliche Partner in rohstoffreichen Ländern suchen. „Sie schaffen die Grundlage für belastbare Rohstoffpartnerschaften und damit für die Zukunftsfähigkeit des Industriestandortes Deutschland“, unterstreicht Treier.
Von der Strategie zur Umsetzung
Doch Konzepte allein genügen nicht: Die DIHK fordert, dass Partnerschaften mit Leben gefüllt werden. „Es geht um konkrete Investitionen, Technologieprojekte und Joint Ventures vor Ort“, erklärt Treier. Gleichzeitig seien offene Märkte und der Abschluss neuer Handelsabkommen essenziell, damit Unternehmen ihre Lieferketten langfristig absichern können.
Innovation und Kreislaufwirtschaft als Chance
Neben internationalen Partnerschaften müssen auch Kreislaufwirtschaft, Recycling und innovative Technologien gestärkt werden. Sie können Abhängigkeiten verringern, wenn sie nicht durch zusätzliche Bürokratie ausgebremst werden. „Wir brauchen einen regulatorischen Rahmen, der Innovation fördert, statt sie zu behindern“, so Treier weiter.
Praktische Unterstützung für Unternehmen
Die DIHK verweist auf die gemeinsam mit der Deutschen Rohstoffagentur und Germany Trade & Invest geschaffene Anlaufstelle Rohstoffe sowie das weltweite German Mining & Resources Network. Diese Initiativen bieten Unternehmen – gerade aus dem Mittelstand – praxisnahe Informationen, Kontakte und konkrete Projekte. „Damit geben wir Betrieben Werkzeuge an die Hand, um sich international aufzustellen und ihre Rohstoffversorgung zukunftssicher zu machen“, erklärt Treier.
Gemeinschaftsaufgabe von Staat und Wirtschaft
Die Botschaft der DIHK ist eindeutig: Rohstoffsicherheit lässt sich nur im Schulterschluss erreichen. „Wenn Staat und Wirtschaft ihre Kräfte bündeln, können wir nicht nur die industrielle Basis Deutschlands sichern, sondern zugleich international Verantwortung übernehmen“, so Treier abschließend.









