Unternehmen fordern dringend Entlastung
Bürokratie gehört nach wie vor zu den größten Bremsklötzen für Unternehmen in Deutschland. Überbordende Berichtspflichten, aufwändige Genehmigungsprozesse und kaum nachvollziehbare Regelungstiefen binden Zeit, Personal und Kapital – Ressourcen, die für Innovation, Wachstum und Transformation dringend gebraucht würden. Um Wege aus diesem Dilemma aufzuzeigen, lädt die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) am 10. Oktober ab 9 Uhr zur 3. Konferenz Bürokratieabbau und bessere Rechtsetzung nach Berlin ein.
Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Zwar finden sich im Koalitionsvertrag zahlreiche Ansätze, um Bürokratie abzubauen und Verfahren zu vereinfachen. Doch die Umsetzung schreitet langsam voran – während gleichzeitig neue Gesetze und Verordnungen entstehen, die zusätzlichen Aufwand erzeugen. Viele der Regelungen haben ihren Ursprung in Brüssel: etwa die Vorschriften aus dem Green Deal, das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz oder die geplante EU-Verpackungsverordnung. Für die Wirtschaft bedeutet dies oft zusätzliche Belastungen anstatt spürbarer Entlastung.
Fragen, die Unternehmen bewegen
Wie lässt sich der Regelungsdschungel lichten? Welche Maßnahmen könnten schneller greifen? Und wie gelingt es, die Balance zwischen notwendigen Standards und praxistauglichen Vorgaben zu halten? Diese Fragen stehen im Zentrum der DIHK-Konferenz. Ziel ist es, konkrete Lösungsansätze zu entwickeln und gleichzeitig den Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Unternehmen zu stärken.
Hochrangige Gäste und spannende Diskussionen
Nach der Begrüßung durch DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov wird Luise Hölscher, Staatssekretärin im neu geschaffenen Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS), die Pläne ihres Hauses vorstellen. Anschließend diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung in zwei Podiumsrunden. Die erste Debatte nimmt die Ansätze aus dem Koalitionsvertrag unter die Lupe, während die zweite auf die sogenannten „Omnibus“-Gesetzespakete der EU blickt, mit denen ein systematischer Bürokratieabbau erreicht werden soll.
Konkrete Vorschläge aus der Wirtschaft
Die DIHK wird die Konferenz nutzen, um praxisnahe Empfehlungen an das BMDS zu richten. Dazu gehören unter anderem jährliche Bürokratieentlastungsgesetze, verbindliche Praxis-Checks in allen Ressorts, eine Reform der Bürokratiebremse sowie eine bessere Abstimmung mit der Europäischen Union. Ziel ist es, Unternehmen dauerhaft von überflüssigen Lasten zu befreien und so mehr Freiräume für unternehmerisches Handeln zu schaffen.
Bürokratieabbau als Standortfaktor
Für die deutsche Wirtschaft ist der Abbau bürokratischer Hürden nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern eine entscheidende Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit. Gerade in Zeiten, in denen Unternehmen enorme Investitionen in Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Transformation stemmen müssen, ist schlanke und verständliche Regulierung ein Schlüsselfaktor. Mit der Konferenz möchte die DIHK den Druck erhöhen, aus guten Absichten endlich konkrete Entlastungen werden zu lassen – und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken.












