Hättest du gedacht, dass ein Material mit bis zu 80% Luftanteil Mauern trägt und gleichzeitig isoliert? Schaumbeton, auch als Porenleichtbeton bekannt, revolutioniert seit Jahren Bauprojekte – doch viele kennen seine einzigartigen Eigenschaften nicht.
Anders als normaler Beton enthält dieser Spezialmörtel keine groben Zuschlagstoffe. Stattdessen bilden winzige Luftblasen ein schwammartiges Gefüge. Das macht ihn bis zu 75% leichter als klassischen Beton – ideal für Aufstockungen oder Dachausbauten.
Warum wird dieses Material immer häufiger eingesetzt? Die Antwort liegt in seiner Doppelfunktion: Es trägt Lasten wie traditionelle Baustoffe, dämmt aber gleichzeitig Wärme und Schall. Dank einfacher Verarbeitung direkt auf der Baustelle sparst du Zeit und Transportkosten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Besteht aus Zement, Wasser und mechanisch eingebrachtem Schaum
- Keine Körnung über 2 mm – daher technisch ein Mörtel
- Extrem leicht durch bis zu 80% Luftporenanteil
- Kombiniert Tragfähigkeit mit Dämmleistung
- Wird frisch vor Ort verarbeitet
- Reduziert Bauschutt durch angepasste Herstellung
Ob beim Neubau oder der Sanierung – dieses Material überzeugt durch seine Vielseitigkeit. Im nächsten Abschnitt zeigen wir dir, wie genau die Herstellung funktioniert und warum Architekten es für moderne Energiesparhäuser bevorzugen.
Grundlegende Einblicke und Herstellung
Wie entsteht eigentlich dieser vielseitige Baustoff? Die Antwort liegt in zwei unterschiedlichen Methoden: der Baustellenproduktion und der werkseitigen Fertigung. Beide Wege haben ihre Stärken – je nach Projektgröße und Anforderungen.
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Verarbeitung vor Ort versus werkseitige Produktion
Für kleine bis mittlere Projekte lohnt sich die Herstellung direkt auf der Baustelle. Mit portable Schaumgeräten mischst du vor Ort Zement, Wasser und Schaumbildner. Diese handlichen Geräte erzeugen stabile Luftblasen – bis zu 80% Porenanteil sind möglich.
In Werken läuft der Prozess anders: Hier vermengen Maschinen Zement, Gesteinskörnungen und Wasser intensiver. Durch längeres Rühren entsteht eine homogene Masse mit genau kontrollierter Dichte. Ideal für große Mengen und präzise Qualitätsvorgaben.
Schlüsselschritte bei der Schaumzugabe
Ob Einmisch- oder Schaumverfahren – entscheidend ist die richtige Schaummenge. Beim Einmischverfahren gibst du den Schaumbildner direkt in den Mischer. So erreichst du Rohdichten bis 1,4 kg/dm³. Für extrem leichte Varianten unter 0,4 kg/dm³ erzeugst du den Schaum separat und mischt ihn später unter.
Drei Erfolgsfaktoren:
- Präzises Mischverhältnis von Wasser und Schaumbildner
- Kontrollierte Umgebungstemperatur während der Verarbeitung
- Passende Ausrüstung für gleichmäßige Porenverteilung
Was ist Schaumbeton?
Die Geheimnisse hinter diesem Baustoff liegen in seiner ungewöhnlichen Zusammensetzung. Anders als klassischer Beton besteht er nicht aus grobem Kies oder Splitt. Stattdessen durchziehen Millionen winziger Luftblasen die Masse – wie bei einem festen Schwamm.
Definition und spezifische Merkmale
Seine porenreiche Struktur macht ihn bis zu 80% leichter als Normalbeton. Diese Luftkammern entstehen durch spezielle Schaumzusätze. Sie verringern nicht nur das Gewicht, sondern verbessern auch die Dämmleistung.
| Merkmal | Schaumbeton | Normalbeton |
|---|---|---|
| Dichte | 0,4–1,6 kg/dm³ | 2,2–2,5 kg/dm³ |
| Wärmeleitfähigkeit | 0,05–0,3 W/mK | 2,0–2,5 W/mK |
| Porenanteil | 30–90% | unter 5% |
Ein entscheidender Unterschied zu Porenleichtbeton: Letzterer wird unter Dampfdruck ausgehärtet. Das macht ihn fester, aber auch aufwendiger in der Herstellung.
Wichtig zu wissen: Es gibt keine allgemeingültigen Normen für diesen Baustoff. Jedes Projekt erfordert individuelle Rezepturen. Das gibt Flexibilität, verlangt aber auch Erfahrung bei der Planung.
Durch die hohe Luftanteile reduziert sich nicht nur das Gewicht. Gleichzeitig entsteht eine natürliche Wärmebarriere – perfekt für energiesparende Gebäudehüllen. Diese Kombination macht das Material zum Multitalent im modernen Bauwesen.
Eigenschaften sowie Bauanwendungen und -vorteile
Du brauchst einen Baustoff, der gleichzeitig stabil und leicht ist? Die Dichte von 400 bis 2000 kg/m³ macht dieses Material zum idealen Partner für moderne Bauvorhaben. Bei mineralisierten Varianten sinkt das Gewicht sogar auf 80–200 kg/m³ – perfekt für sensible Untergründe.
Leichtbau und Wärmeschutzpotenzial
Die Luftporen wirken wie natürliche Isolatoren. Sie reduzieren die Wärmeleitfähigkeit auf 0,05–0,3 W/mK – bis zu 40-mal besser als Normalbeton. Gleichzeitig trägt das Material Lasten bis 25 N/mm². So sparst du bei Dachgeschossausbauten Gewicht, ohne auf Stabilität zu verzichten.
Anwendungsfelder bei Estrich und Hohlraumverfüllung
Für Boden-Aufbauten überzeugt die fließfähige Konsistenz. Als Estrich füllt er Unebenheiten präzise aus und härtet ohne Verdichtung aus. Bei Hohlräumen verhindert die frostsichere Masse spätere Setzungen. Mit unserem Türmaßrechner kannst du benötigte Mengen genau berechnen.
Feuerfest und pumpbar eignet sich der Werkstoff auch für schwer zugängliche Bereiche. Ob als Dämmschicht oder tragendes Element – die Kombination aus geringem Gewicht und hoher Funktionalität öffnet neue Möglichkeiten.
















