Eine Wärmepumpe braucht einmal jährlich eine Wartung. Kosten: 150 bis 300 Euro. Das ist weniger als bei einer Gasheizung (plus Schornsteinfeger) und deutlich weniger Aufwand. Trotzdem lassen viele Hausbesitzer die Wartung schleifen, weil die WP einfach läuft und man nicht daran denkt. Ein Fehler, der im schlimmsten Fall die Garantie kostet und im besten Fall Effizienz verschenkt.
Was bei der jährlichen Wartung geprüft wird
Der Techniker prüft: Kältemittelkreis auf Dichtheit (Sichtkontrolle, Druckprüfung). Verdampfer auf Verschmutzung (bei Luft-WP: Laub, Pollen, Spinnweben entfernen). Kondensatablauf reinigen (bei Luft-WP). Sole-Druck und Frostschutzmittel-Konzentration prüfen (bei Erdwärme-WP). Wasserdruck im Heizkreis (sollte bei 1,0 bis 1,5 bar liegen). Filter am Heizkreis reinigen. Umwälzpumpe auf Funktion prüfen. Sicherheitsventil und Ausdehnungsgefäß prüfen. Fühler und Sensoren auf korrekte Werte prüfen. Steuerung und Software: Fehlerspeicher auslesen, eventuelle Updates einspielen. Elektrische Anschlüsse auf festen Sitz prüfen.
Dauer: 1 bis 2 Stunden pro Wartungstermin.
Kosten
Einzelwartung ohne Vertrag: 150 bis 300 Euro, je nach Betrieb, Region und Anfahrt. Wartungsvertrag (jährliche Wartung plus vergünstigte Ersatzteile): 200 bis 350 Euro pro Jahr. Manche Verträge beinhalten eine Prioritäts-Behandlung bei Störungen, andere nicht.
Für die BEG-Förderung ist keine laufende Wartung vorgeschrieben, aber die Herstellergarantie verlangt sie meistens. Wer die jährliche Wartung auslässt und nach 8 Jahren einen Garantiefall hat, kann Schwierigkeiten bekommen.
F-Gase-Prüfung: Wann und für wen
Wärmepumpen mit fluoriertem Kältemittel (R32, R410A) und mehr als 3 kg Füllmenge müssen seit 2015 jährlich auf Dichtheit geprüft werden (F-Gase-Verordnung). Die Prüfung darf nur ein zertifizierter Kältetechniker machen.
Bei R290 (Propan) entfällt diese Pflicht, weil R290 kein F-Gas ist. Das ist ein weiterer Vorteil der R290-Geräte, die 2026 Standard sind: weniger Bürokratie, weniger Wartungskosten, kein Kältetechniker nötig.
Was man selbst machen kann
Verdampfer-Filter reinigen (bei Luft-WP). Alle 3 bis 6 Monate den Lufteinlass am Außengerät kontrollieren und Laub, Pollen oder Spinnweben entfernen. Bei manchen Geräten gibt es einen herausnehmbaren Filtereinsatz. Dauert 5 Minuten, braucht kein Werkzeug.
Außengerät freihalten. Keine Gegenstände direkt am Gerät abstellen, Schnee im Winter vom Lufteinlass entfernen (der Abtaumodus der WP schafft normalen Frost, aber eine Schneeverwehung kann den Luftstrom blockieren).
Wasserdruck im Heizkreis kontrollieren. Das Manometer am Heizkreisverteiler oder am Gerät zeigt den Druck. Wenn er unter 1,0 bar fällt, Wasser über den Nachfüllhahn auffüllen. Die Anleitung steht im Handbuch.
WP-App regelmäßig prüfen. Fehlermeldungen, JAZ-Verlauf und Heizstab-Einsatz im Blick behalten. Wenn die JAZ plötzlich sinkt oder der Heizstab häufiger läuft, stimmt etwas nicht.
Lebensdauer und typische Reparaturen
Kompressor: 15 bis 20 Jahre. Ein Kompressortausch nach 12 bis 15 Jahren ist möglich und kostet 2.000 bis 5.000 Euro (Ersatzteil plus Arbeit). Die meisten Kompressoren halten aber die volle Lebensdauer der WP.
Ventilator (bei Luft-WP): 10 bis 15 Jahre. Ein Ventilatortausch ist einfach und kostet 300 bis 800 Euro.
Umwälzpumpe: 10 bis 15 Jahre. Austausch: 200 bis 500 Euro.
Elektronik/Regelung: 15 bis 20 Jahre. Platinentausch: 300 bis 1.000 Euro.
Erdsonde (bei Erdwärme-WP): 50 Jahre und mehr. Da geht normalerweise nichts kaputt.
Gesamtlebensdauer der WP: 20 bis 25 Jahre bei regelmäßiger Wartung.
Wartungsvertrag: ja oder nein?
Ein Wartungsvertrag (200 bis 350 Euro pro Jahr) lohnt sich, wenn man die Wartung sonst vergisst, wenn der Vertrag eine Prioritäts-Störungsbehebung enthält (kein 3-Wochen-Warten im Januar) und wenn die Herstellergarantie eine regelmäßige Wartung vorschreibt.
Er lohnt sich weniger, wenn man diszipliniert genug ist, die Wartung jedes Jahr selbst zu beauftragen (dann kann man den günstigsten Anbieter wählen) und wenn die WP mit R290 läuft (keine F-Gase-Pflichtprüfung).







