Das Wichtigste in Kürze
Eine Person braucht für Warmwasser je nach Gewohnheit etwa 500 bis 1.000 kWh Wärme im Jahr. Das entspricht 25 bis 50 Litern Wasser von 60 °C am Tag.
- Formel: kWh = Liter × 1,163 Wh/(l·K) × Temperaturdifferenz ÷ 1.000.
- 1 Liter von 10 auf 60 °C erwärmen: rund 0,058 kWh.
- Beispiel 4 Personen à 40 Liter: rund 3.400 kWh Wärme im Jahr.
- Zentrale Anlagen mit Speicher und Zirkulation brauchen wegen der Verluste deutlich mehr Energie.
- Speicher: das 1,5- bis 2-Fache des Tagesbedarfs, für 4 Personen etwa 200 bis 300 Liter.
Wie viel Warmwasser ein Haushalt braucht, lässt sich in Litern messen und in kWh umrechnen. Die Physik dahinter ist einfach. Schwierig wird es bei der Frage, welche Temperatur hinter einer Literangabe steckt und ob die Verluste der Anlage mitgezählt sind. Wer nur wissen will, welcher Anteil der Heizkosten auf Warmwasser entfällt, findet das im Beitrag zum Anteil von Warmwasser an den Heizkosten.
Richtwerte: Warmwasserbedarf pro Person in Litern und kWh
Laut Warmwasserspiegel von co2online, ausgewertet aus über 34.000 Verbrauchsdaten, lag der Warmwasserverbrauch 2023 bei knapp 33 Litern pro Person und Tag. 2021 waren es 38,4 Liter. Viessmann setzt in seinen Planungsunterlagen für Wärmepumpen überschlägig 1,45 kWh pro Person und Tag an, das entspricht 25 Litern bei 60 °C. Die Initiative Zukunft Gas nennt als Faustregel 30 bis 50 Liter pro Person und Tag.
| Verbrauch | Liter pro Tag (60 °C) | kWh pro Tag | kWh pro Jahr |
|---|---|---|---|
| sparsam | 25 | 1,45 | rund 530 |
| mittel | 40 | 2,33 | rund 850 |
| hoch | 50 | 2,91 | rund 1.060 |
Die Tabelle zeigt die Wärme, die im Wasser steckt, gerechnet mit Kaltwasser von 10 °C. Verluste der Anlage sind nicht enthalten. Für die elektrische Warmwasserbereitung direkt an der Zapfstelle, also mit Durchlauferhitzer oder Kleinspeicher, nennt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz 300 bis 700 kWh Strom pro Person und Jahr, je nach Verbrauch von etwa 20 bis 56 Litern am Tag.
So berechnen Sie den Energiebedarf für Warmwasser
Um 1 Liter Wasser um 1 Grad zu erwärmen, braucht man 1,163 Wattstunden. Daraus ergibt sich die Formel:
Q in kWh = Liter × 1,163 × (Warmwassertemperatur − Kaltwassertemperatur) ÷ 1.000
Für 1 Liter von 10 auf 60 °C sind das 1,163 × 50 = 58 Wh, also 0,058 kWh. Ein Kubikmeter Warmwasser enthält damit rund 58 kWh.
Rechenbeispiel: 4 Personen
- Bedarf: 4 Personen × 40 Liter = 160 Liter am Tag bei 60 °C
- Energie pro Tag: 160 × 1,163 × 50 ÷ 1.000 = 9,3 kWh
- Energie pro Jahr: 9,3 × 365 ≈ 3.400 kWh, also rund 850 kWh pro Person
- Warmwasser pro Jahr: 160 × 365 = 58.400 Liter oder 58,4 m³
Achten Sie bei Literangaben auf die Temperatur. Unter der Dusche kommt Mischwasser mit etwa 38 bis 40 °C an. 60 Liter Duschwasser von 40 °C enthalten nur so viel Wärme wie 36 Liter Wasser von 60 °C. Richtwerte, die keine Temperatur nennen, lassen sich deshalb schlecht vergleichen.
Vom Bedarf zum tatsächlichen Verbrauch
Die errechneten kWh sind Nutzwärme. Eingekauft wird mehr, weil Kessel, Speicher, Leitungen und eine Zirkulationspumpe Wärme verlieren. Bei einem Durchlauferhitzer direkt am Waschbecken sind die Verluste klein, bei einer zentralen Anlage im Mehrfamilienhaus groß.
Wie groß der Aufschlag sein kann, zeigt die Formel, mit der Vermieter nach § 9 HeizkostenV den Warmwasseranteil schätzen dürfen, wenn kein Wärmezähler da ist: Q = 2,5 × m³ Warmwasser × (Temperatur − 10). Sie rechnet mit 2,5 statt 1,163, also mit gut dem Doppelten der reinen Wasserwärme. Für die 58,4 m³ aus dem Beispiel ergibt das 2,5 × 58,4 × 50 = 7.300 kWh, bei Gas nach Brennwert mal 1,11 rund 8.100 kWh. Bei Heizöl entspricht das grob 730 Litern, denn 1 Liter Heizöl enthält rund 10 kWh (siehe kWh in Liter Heizöl umrechnen).
Bei einer Wärmepumpe teilen Sie die benötigte Wärme durch die Arbeitszahl. Für Warmwasser muss sie höhere Temperaturen liefern als für die Fußbodenheizung, die Arbeitszahl liegt deshalb niedriger. Bei einer Arbeitszahl von 2,5 werden aus 4.000 kWh Wärme 1.600 kWh Strom.
Wie viel Wasser einzelne Anwendungen brauchen
| Anwendung | Wassermenge (Mischwasser) |
|---|---|
| Duschen, 5 Minuten mit herkömmlichem Duschkopf (9 bis 12 l/min) | 45 bis 60 Liter |
| Duschen, 5 Minuten mit Sparduschkopf (etwa 6 bis 8 l/min) | 30 bis 40 Liter |
| Vollbad | rund 150 Liter |
Händewaschen und Geschirrspülen von Hand kommen dazu. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz schlägt vor, dafür rund 30 % des Duschverbrauchs anzusetzen. Geschirrspüler und Waschmaschine hängen meist am Kaltwasser und heizen selbst elektrisch, sie zählen dann zum Strom, nicht zum Warmwasser. Wenn Sie zwischen dezentralen Geräten wählen, hilft der Vergleich Durchlauferhitzer oder Untertischgerät.
Wie groß der Warmwasserspeicher sein sollte
Als Faustregel nennt die Initiative Zukunft Gas einen Speicher mit dem 1,5- bis 2-Fachen des täglichen Warmwasserbedarfs. Für einen Vier-Personen-Haushalt kommt sie auf 200 bis 300 Liter. Zwei Personen mit zusammen 80 Litern am Tag landen nach derselben Regel bei 120 bis 160 Litern.
- Zu groß ist nicht besser. Ein überdimensionierter Speicher verliert mehr Wärme und braucht länger zum Aufheizen.
- Bei einer Wärmepumpe hängt die passende Größe stärker davon ab, wie schnell sie nachheizen kann. Das berücksichtigt der Planer.
- Die genaue Auslegung macht der Heizungsbauer, bei Wohngebäuden häufig nach DIN 4708-2 mit der Bedarfskennzahl der Wohnungen.
Den Speicher selbst sollten Sie nicht zu kalt betreiben, damit sich keine Legionellen vermehren. Die Einzelheiten stehen im Beitrag Warmwasser mit 50 oder 60 Grad.
Eigenen Verbrauch ermitteln
Haben Sie einen Warmwasserzähler, teilen Sie den Jahresverbrauch in m³ mal 1.000 durch die Personenzahl und durch 365. Das Ergebnis ist Ihr Verbrauch in Litern pro Person und Tag. Ohne Zähler messen Sie den Durchfluss der Dusche mit einem 10-Liter-Eimer und einer Stoppuhr: Ist der Eimer nach 50 Sekunden voll, fließen 12 Liter pro Minute.
Profi-Tipp der inoutic-Redaktion
Prüfen Sie in der Heizkostenabrechnung, wie viele kWh auf einen Kubikmeter Warmwasser entfallen. Teilen Sie dazu die Energie für Warmwasser durch die verbrauchten m³ des Hauses. Rein physikalisch stecken in einem Kubikmeter Wasser von 60 °C rund 58 kWh. Stehen dort genau 125 kWh, bei Gas 139 kWh, hat der Abrechnungsdienst nicht gemessen, sondern die Formel aus § 9 HeizkostenV mit 2,5 und 60 °C eingesetzt. Ist der Wert mit einem Wärmezähler gemessen und liegt weit über 58 kWh, geht viel Wärme in Speicher und Leitungen verloren. Häufige Ursache ist eine Zirkulationspumpe, die rund um die Uhr läuft. Eine Zeitsteuerung können Sie beim Vermieter anregen. Ob und wie lange die Zirkulation pausieren darf, legt wegen der Legionellengefahr der Fachbetrieb fest.
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.















