Die Wärmepumpe macht nicht nur Heizung, sondern auch Warmwasser. Das funktioniert gut, aber die 50 bis 55 Grad für Warmwasser sind der Effizienz-Killer im System. Die Heizung läuft bei 35 Grad mit einem COP von 4,5. Warmwasser bei 55 Grad drückt den COP auf 2,5. Wer versteht, warum das so ist und wie man es optimiert, spart Strom ohne auf warmes Wasser zu verzichten.
Warum 50 bis 55 Grad nötig sind
Das Trinkwasser im Warmwasserspeicher muss auf mindestens 50 Grad gehalten werden, um Legionellen abzutöten. Legionellen sind Bakterien, die sich in stehendem Wasser bei 25 bis 45 Grad vermehren und über Aerosole (Duschkopf) eingeatmet werden können. Ab 50 Grad sterben sie ab, ab 60 Grad sofort.
Die DVGW-Arbeitsblätter (technische Regeln für Trinkwasser) empfehlen 60 Grad am Speicherausgang und mindestens 55 Grad an jeder Zapfstelle. In Einfamilienhäusern mit kurzen Leitungen und regelmäßiger Nutzung reichen 50 bis 55 Grad, weil das Wasser nicht lange steht und die Leitungen kurz sind.
In Mehrfamilienhäusern oder bei langen Leitungswegen gelten strengere Regeln (Zirkulation bei 55 Grad, regelmäßige Legionellenprüfung).
Wie die WP Warmwasser erzeugt
Die WP heizt den Warmwasserspeicher (200 bis 300 Liter) ein- bis zweimal am Tag auf. Der Vorgang dauert 30 bis 60 Minuten. Während dieser Zeit läuft die WP mit hoher Vorlauftemperatur (55 bis 60 Grad), was den COP auf 2,0 bis 3,0 drückt.
Bei manchen Geräten muss die WP zwischen Heizen und Warmwasser umschalten (kein gleichzeitiger Betrieb). Dann fehlt während der Warmwasserladung die Heizleistung. Deshalb die Ladung in die Mittagszeit legen, wenn der Heizbedarf am geringsten ist und die Außentemperatur am höchsten.
Manche WP (zum Beispiel Viessmann Vitocal 252-A mit integriertem Warmwasserspeicher) können beides gleichzeitig. Die Warmwasserladung läuft im Hintergrund, ohne die Heizung zu beeinträchtigen.
Legionellenschaltung
Einmal pro Woche heizt die WP den Speicher auf 60 bis 65 Grad auf, um sicherzustellen, dass alle Legionellen abgetötet werden. Das kostet mehr Strom als die normale 50-Grad-Ladung, und die meisten WP nutzen dafür den integrierten Heizstab (COP 1,0).
Ob die wöchentliche Legionellenschaltung im Einfamilienhaus wirklich nötig ist, darüber streiten sich die Geister. Laut DVGW ist sie bei Speichern unter 400 Litern und kurzen Leitungen nicht zwingend. Viele Installateure stellen sie trotzdem ein, aus Haftungsgründen. Wer sie abschaltet (auf eigenes Risiko), spart den Heizstab-Strom einmal pro Woche.
Alternative: Den Speicher mit der WP auf 55 Grad halten (ohne Heizstab), dann ist die Legionellengefahr bei regelmäßiger Nutzung gering.
Warmwasser-Effizienz optimieren
Speichertemperatur nicht höher als nötig. 50 bis 53 Grad reichen für ein Einfamilienhaus mit kurzen Leitungen. Jedes Grad weniger spart Strom. Achtung: Unter 50 Grad wird es hygienisch grenzwertig.
Ladezeit optimieren. Mittags laden (höchste Außentemperatur, bester COP bei Luft-WP). Bei PV-Anlage: laden, wenn die Sonne scheint.
Speichergröße nicht überdimensionieren. Ein 300-Liter-Speicher für 2 Personen hat unnötig hohe Bereitschaftsverluste. 200 Liter reichen für 2 bis 3 Personen.
Frischwassermodul statt großem Speicher. Kein stehendes Trinkwasser, kein Legionellenrisiko, aber geringere Warmwasserleistung bei Gleichzeitigkeits-Bedarf.
Heizstab-Anteil überwachen. Wenn der Heizstab mehr als 5 Prozent des Gesamtstromverbrauchs ausmacht, prüfen, ob die Legionellenschaltung zu häufig läuft oder ob die WP-Leistung für die Warmwasserbereitung nicht ausreicht.
Warmwasser mit PV-Strom
Wer eine PV-Anlage hat, kann den Warmwasserspeicher über SG-Ready auf Solarstrom-Überschuss aufheizen. Die WP bekommt ein Signal vom Energiemanager und heizt den Speicher auf 55 oder 60 Grad auf, statt nur auf 50 Grad. Die zusätzliche Wärme wird gespeichert und reicht bis zum nächsten Tag.
Damit sinken die Warmwasserkosten von 150 bis 300 Euro pro Jahr (mit Netzstrom) auf 50 bis 120 Euro (mit PV-Eigenverbrauch). Und der Solarstrom wird sinnvoll genutzt, statt für 7 bis 8 Cent eingespeist zu werden.







