Der Wärmepumpentarif liegt 2026 bei 22 bis 25 Cent pro kWh, etwa 5 bis 8 Cent unter dem normalen Haushaltsstromtarif. Bei 4.000 bis 6.000 kWh Jahresverbrauch spart das 200 bis 480 Euro im Jahr. Voraussetzung: ein separater Stromzähler für die WP und ein Rundsteuerempfänger, über den der Netzbetreiber die WP in Spitzenzeiten kurz abschalten darf.
Warum der Strom billiger ist
Der Wärmepumpentarif ist günstiger, weil der Netzbetreiber im Gegenzug die WP für maximal 2 Stunden pro Tag (in manchen Regionen 3 mal 2 Stunden) vom Netz nehmen darf. Das passiert, wenn das Stromnetz überlastet ist, meistens an kalten Winterabenden, wenn viele gleichzeitig heizen und kochen. In der Praxis kommt das 5 bis 15 Mal pro Heizperiode vor, und oft spürt man es gar nicht, weil der Pufferspeicher und die Trägheit des Heizsystems die Pause überbrücken.
Für den Netzbetreiber ist das ein gutes Geschäft, weil er Spitzenlasten im Netz glätten kann. Für dich ist es ein gutes Geschäft, weil du dafür 5 bis 8 Cent weniger pro kWh zahlst.
Was man braucht
Separater Stromzähler für die WP. Der Zähler misst nur den WP-Verbrauch, getrennt vom Haushaltsstrom. Einbau: 200 bis 500 Euro (einmalig). Messstellengebühr: rund 40 Euro pro Jahr. Manche Netzbetreiber stellen den Zähler kostenlos.
Rundsteuerempfänger (RSE). Ein kleines Gerät im Zählerschrank, das Signale vom Netzbetreiber empfängt und die WP bei Bedarf abschaltet. Kosten: meistens vom Netzbetreiber gestellt.
Anmeldung beim Netzbetreiber. Die WP muss als steuerbare Verbrauchseinrichtung angemeldet werden. Der Installateur oder Elektriker macht das bei der Installation.
Lohnt sich der WP-Tarif?
Bei 4.000 kWh Jahresverbrauch:
Normalstromtarif (30 Cent): 1.200 Euro. WP-Tarif (24 Cent): 960 Euro. Ersparnis: 240 Euro pro Jahr. Abzüglich Zählergebühr (40 Euro): Nettoersparnis 200 Euro.
Bei 6.000 kWh: Ersparnis 360 Euro pro Jahr (netto 320 Euro).
Die Einmalkosten für den Zählereinbau (200 bis 500 Euro) amortisieren sich in 1 bis 2 Jahren. Ab dann ist der WP-Tarif reiner Gewinn.
Ab rund 2.500 kWh Jahresverbrauch lohnt sich der WP-Tarif. Darunter fressen die Zählergebühren die Ersparnis auf. Für die meisten Einfamilienhäuser mit WP (3.000 bis 6.000 kWh) ist er ein Muss.
Dynamische Stromtarife als Alternative
Seit 2025 müssen alle Energieversorger dynamische Tarife anbieten. Der Strompreis schwankt dann stündlich, orientiert am Börsenpreis. In Zeiten mit viel Wind und Sonne (billiger Börsenstrom) kann die kWh unter 10 Cent kosten, in Spitzenzeiten über 40 Cent.
Wer eine intelligente WP-Steuerung hat (oder ein Energiemanagementsystem), kann die WP gezielt in billigen Stunden laufen lassen und in teuren Stunden pausieren. Das Sparpotenzial ist höher als beim klassischen WP-Tarif (bis zu 30 Prozent weniger Kosten), aber es braucht ein Smart Meter (Pflicht ab 2025 für WP über 6 kW), einen dynamischen Tarif und eine Steuerung, die den Börsenpreis liest.
2026 ist das noch Nische, aber es wächst schnell. Anbieter wie Tibber, aWATTar und Ostrom bieten dynamische Tarife an. Manche WP-Hersteller (Viessmann, Vaillant) haben die Integration in die Regelung bereits eingebaut.
WP-Tarif und PV-Anlage
Wer eine PV-Anlage hat, nutzt tagsüber Solarstrom für die WP (8 bis 12 Cent Gestehungskosten) und abends/nachts den WP-Tarif (22 bis 25 Cent). Die Kombination bringt die durchschnittlichen Stromkosten auf 15 bis 20 Cent pro kWh statt 25 bis 30 Cent.
Achtung: Bei einem separaten WP-Zähler fließt der PV-Strom meistens zuerst in den Haushalt, nicht in die WP. Damit die WP vom Solarstrom profitiert, muss sie auf denselben Zähler laufen oder eine SG-Ready-Anbindung haben, die die WP bei PV-Überschuss einschaltet. Die technische Lösung hängt von der Verkabelung ab und sollte mit dem Elektriker geplant werden.







