2023 wurden in Deutschland 356.000 Wärmepumpen verkauft. 2024 brach der Markt auf 193.000 ein. 2025 stabilisierte sich die Zahl bei rund 200.000. 2026 rechnet die Branche mit 220.000 bis 250.000 Einheiten. Der Boom ist vorbei, die Panik auch. Was bleibt, ist ein Markt, der langsam, aber stetig wächst und sich professionalisiert.
Was 2022/2023 passiert ist
Die Energiekrise nach dem Ukraine-Krieg trieb die Gaspreise auf 15 bis 20 Cent pro kWh. Gleichzeitig kündigte die Bundesregierung das neue GEG an. Eigenheimbesitzer gerieten in Panik und bestellten Wärmepumpen, bevor sie überhaupt wussten, ob ihr Haus dafür geeignet ist. Wartezeiten von 6 bis 12 Monaten, Preisaufschläge von 20 bis 30 Prozent, überforderte Installateure.
2024 kam der Kater. Die Gaspreise normalisierten sich auf 8 bis 10 Cent. Das GEG trat in Kraft, aber mit langen Übergangsfristen. Viele Hausbesitzer, die 2023 panisch bestellt hatten, stornierten oder verschoben. Die Hersteller saßen auf vollen Lagern. Die Preise fielen um 15 bis 25 Prozent.
Wo der Markt 2026 steht
Die Preise sind 2026 auf einem Tiefpunkt. Die Lager der Hersteller sind geräumt, die Produktion läuft stabil, und der Wettbewerb zwischen europäischen und asiatischen Herstellern drückt die Margen. Für Käufer ist das die beste Situation seit Jahren.
Die Installateure haben Kapazitäten. Wartezeiten von 2 bis 4 Monaten statt 6 bis 12. Manche Betriebe suchen aktiv nach Aufträgen und bieten Sonderkonditionen im Sommer an.
Die Technik ist ausgereift. R290 ist Standard, Inverter ist Standard, die Geräte sind leiser und effizienter als je zuvor. Die Kinderkrankheiten der frühen R290-Generation (2023/2024) sind behoben.
Die Förderung steht auf dem Maximum. 30 bis 70 Prozent BEG-Zuschuss. Ob das so bleibt, weiß niemand. Das geplante GMG könnte die Fördersätze ändern.
Was den Markt antreibt
Ab Juli 2026 greift die 65-Prozent-Regel in Großstädten (kommunale Wärmeplanung). Wer dann eine neue Heizung braucht, muss 65 Prozent erneuerbare Energien einsetzen. Die WP ist die naheliegendste Lösung. Die Nachfrage dürfte in der zweiten Jahreshälfte 2026 anziehen.
Die CO2-Preise steigen. 55 Euro pro Tonne 2026, ETS2 ab 2027 mit erwarteten 80 bis 150 Euro. Gas wird jedes Jahr teurer. Das macht den Umstieg auf WP wirtschaftlich attraktiver.
Der Generationenwechsel bei Heizungen. Die Gasheizungen der Baujahre 1995 bis 2005 sind 20 bis 30 Jahre alt und nähern sich dem Ende ihrer Lebensdauer. In den nächsten 10 Jahren stehen Millionen Heizungstausche an.
Was den Markt bremst
Die politische Unsicherheit. Das GMG könnte die 65-Prozent-Regel lockern und Gasheizungen unter bestimmten Bedingungen wieder erlauben. Manche Hausbesitzer warten ab, statt jetzt zu handeln.
Die Kaufkraft. 6.000 bis 15.000 Euro Eigenanteil sind für viele Haushalte eine große Investition, auch mit Förderung. Der KfW-Ergänzungskredit hilft, aber nicht jeder will oder kann einen Kredit aufnehmen.
Die Desinformation. Im Internet kursieren Horrorgeschichten über explodierende Stromrechnungen und vereiste Wärmepumpen. Die meisten sind übertrieben oder beziehen sich auf schlecht installierte Anlagen, aber sie verunsichern.
Ausblick 2027 und darüber hinaus
Die Branche rechnet mit einem stetigen Wachstum auf 300.000 bis 400.000 Einheiten pro Jahr bis 2030. Der Bestand an Wärmepumpen in Deutschland (2026: rund 2 Millionen) soll bis 2030 auf 4 bis 6 Millionen wachsen.
Die Preise werden stabil bleiben oder leicht sinken. Neue Produktionskapazitäten (Viessmann/Carrier in Polen, Vaillant in der Slowakei, Daikin in Tschechien) und chinesische Anbieter (Midea, Gree, Hisense) erhöhen das Angebot.
Die Technik wird sich weiterentwickeln: höhere COP-Werte, leisere Geräte, bessere Smart-Home-Integration, und irgendwann Natrium-Ionen-Speicher als günstige Alternative zu LiFePO4.







