Stiftung Warentest hat zuletzt im März 2024 Luft-Wasser-Wärmepumpen getestet. Sechs Geräte zwischen 10.000 und 17.000 Euro, alle mit R290-Kältemittel. Das Ergebnis war überraschend eindeutig: Der Testsieger lag bei der Energieeffizienz fast 30 Prozent vor dem Schlusslicht. Beim gleichen Haus macht das mehrere hundert Euro Stromkosten pro Jahr aus.
Was Stiftung Warentest getestet hat
Getestet wurden Monoblock-Luft-Wasser-Wärmepumpen in der Leistungsklasse 6 bis 10 kW, also Geräte für durchschnittliche Einfamilienhäuser. Alle Geräte liefen mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan). Split-Geräte und Erdwärme-WP waren nicht dabei.
Die Prüfkriterien: Energieeffizienz bei verschiedenen Vorlauftemperaturen (35, 45 und 55 Grad), Schallpegel (innen und außen), Regelverhalten (wie sauber die WP moduliert und taktet), Bedienkomfort (App, Display, Einstellungsmöglichkeiten) und Verarbeitung.
Am stärksten gewichtet: Die Energieeffizienz, die 40 Prozent der Gesamtnote ausmacht.
Die Testergebnisse
Der Testsieger war der Wolf CHA-07 mit der Gesamtnote 1,9 (gut). Das Gerät punktete mit der höchsten Effizienz im Test (COP 5,1 bei A7/W35), dem niedrigsten Schallpegel (nur 35 dB in 3 Metern Abstand) und einem sehr guten Regelverhalten. Die Modulation zwischen 2 und 7 kW war die breiteste im Testfeld, was bedeutet, dass der Wolf auch in Teillast sauber arbeitet und wenig taktet.
Auf Platz zwei landete der Viessmann Vitocal 250-A mit Note 2,0. Hohe Effizienz, gute App, etwas lauter als der Wolf (39 dB). Der Viessmann ist das verbreitetste Gerät am Markt und hat das größte Servicenetz.
Platz drei: Vaillant aroTHERM plus, ebenfalls Note 2,0. Sehr effizient, gute Verarbeitung, die App ist allerdings weniger intuitiv als bei Viessmann oder Wolf.
Weiter im Testfeld: Daikin Altherma 3 R (2,3), Bosch Compress 5800i (2,4) und Stiebel Eltron WPL-A 07 (2,5). Keines der Geräte war schlecht. Selbst das Schlusslicht erhielt noch die Note „gut“. Die Unterschiede lagen im Detail, vor allem bei der Effizienz in Teillast und bei der Lautstärke.
Was die COP-Unterschiede in Euro bedeuten
Der COP (Coefficient of Performance) gibt an, wie viel Wärme die WP pro eingesetzter Kilowattstunde Strom liefert. Ein COP von 5,0 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 5 kWh Wärme. Ein COP von 3,8 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 3,8 kWh Wärme.
Für ein Haus mit 15.000 kWh Heizwärmebedarf pro Jahr:
WP mit COP 5,0 (bei A7/W35): braucht 3.000 kWh Strom. Bei 25 Cent (WP-Tarif): 750 Euro pro Jahr.
WP mit COP 3,8: braucht 3.947 kWh Strom. Bei 25 Cent: 987 Euro pro Jahr.
Differenz: 237 Euro pro Jahr. Über 20 Jahre: 4.740 Euro. Der Aufpreis für das effizientere Gerät rechnet sich also meistens.
Allerdings: Der COP wird im Labor bei standardisierten Bedingungen gemessen (A7/W35 heißt: 7 Grad Außentemperatur, 35 Grad Vorlauf). Im echten Betrieb schwankt die Außentemperatur, die Vorlauftemperatur ist oft höher, und das Warmwasser braucht 50 bis 55 Grad. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) im Haus liegt deshalb immer unter dem Labor-COP. Aber die Reihenfolge bleibt in der Regel gleich: Wer im Labor effizienter ist, ist es auch im Haus.
Schallpegel: Warum das 2026 besonders zählt
Seit Januar 2026 gelten verschärfte Schall-Grenzwerte für die BEG-Förderung. Das Außengerät muss mindestens 10 dB unter den EU-Schallgrenzwerten liegen (vorher 5 dB). Nicht alle Modelle am Markt schaffen das.
Der Wolf CHA war mit 35 dB(A) in 3 Metern Abstand das leiseste Gerät im Test. Zum Vergleich: 35 dB entspricht einem leisen Flüstern. Der Stiebel Eltron WPL-A lag bei 42 dB, was immer noch leise ist, aber in dicht bebauten Wohngebieten mit strengen Abstandsregeln zum Problem werden kann.
Wer die Förderung will, muss vor dem Kauf prüfen, ob das Gerät auf der aktuellen BAFA-Förderliste steht. Die Liste wird regelmäßig aktualisiert, und Geräte, die die neuen Schallwerte nicht einhalten, fallen raus.
HTW Berlin Feldtest: Was im echten Betrieb passiert
Neben dem Labortest von Stiftung Warentest gibt es den jährlichen Speichermonitor der HTW Berlin, der Wärmepumpen im Feldbetrieb auswertet. Die Daten stammen aus echten Häusern mit echtem Wetter und echtem Nutzerverhalten.
Die Ergebnisse bestätigen die Labortests weitgehend: Geräte mit hohem Labor-COP haben auch im Feld höhere Jahresarbeitszahlen. Die JAZ liegt im Schnitt 15 bis 25 Prozent unter dem Labor-COP, was normal ist. Die effizientesten Luft-WP im Feld erreichen eine JAZ von 3,5 bis 4,0, die weniger effizienten 2,8 bis 3,2.
Auffällig im Feldtest: Die Einstellung der Heizkurve und der hydraulische Abgleich haben einen fast genauso großen Einfluss auf die JAZ wie das Gerät selbst. Eine schlecht eingestellte Premium-WP kann schlechter laufen als eine gut eingestellte Mittelklasse-WP.
Worauf man beim Kauf achten sollte
Der COP bei A7/W35 ist der wichtigste Vergleichswert für Effizienz. Aber auch der COP bei A2/W35 (2 Grad Außentemperatur) und A-7/W35 (minus 7 Grad) ist relevant, weil er zeigt, wie das Gerät bei Kälte arbeitet. Manche Geräte verlieren bei niedrigen Temperaturen überproportional an Effizienz.
Der Schallpegel sollte unter 40 dB(A) in 3 Metern liegen, wenn der Aufstellort in der Nähe von Nachbarn oder Schlafzimmerfenstern ist.
Die Modulationsbreite zeigt, wie weit die WP ihre Leistung herunterregeln kann. Breite Modulation (zum Beispiel 2 bis 9 kW) bedeutet weniger Takten und höhere Effizienz in der Übergangszeit.
Und das Servicenetz des Herstellers sollte man nicht unterschätzen. Wenn im Januar die WP ausfällt und der nächste Servicetechniker 200 Kilometer entfernt sitzt, hilft der beste COP nichts.







