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Wärmepumpe mieten oder kaufen: Contracting-Modelle im Vergleich

von inoutic Redaktion
04.04.2026
in Magazin
Lesedauer:3 Minuten Lesezeit
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Die Wärmepumpe muss man nicht kaufen. Man kann sie auch mieten. Anbieter wie Thermondo, Enpal oder regionale Stadtwerke bieten Contracting-Modelle an: Du zahlst eine monatliche Rate, der Anbieter liefert, installiert, wartet und repariert die Anlage. Das klingt bequem, ist aber über die Laufzeit meistens teurer als der Kauf. Ob es sich trotzdem lohnt, hängt von der persönlichen Situation ab.

So funktioniert Contracting

Der Contracting-Anbieter bleibt Eigentümer der Wärmepumpe. Du zahlst eine monatliche Rate (100 bis 250 Euro, je nach Modell und Vertragslaufzeit), und dafür bekommst du: Gerät, Installation, Wartung, Reparaturen und oft auch eine Leistungsgarantie. Manche Verträge beinhalten den Strom (Vollcontracting), andere nur die Hardware (Teilcontracting).

Die Vertragslaufzeit liegt meistens bei 15 bis 20 Jahren. Danach kannst du die Anlage zum Restwert übernehmen oder den Vertrag verlängern. Vorzeitige Kündigung ist in den meisten Verträgen nur gegen eine Ablösesumme möglich.

Was Miete kostet und was Kauf kostet

Rechenbeispiel: Luft-Wasser-WP, 28.000 Euro brutto, 55 Prozent BEG-Förderung.

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Kauf: 12.600 Euro Eigenanteil. Plus Wartung (200 Euro pro Jahr). Plus Reparaturrücklage (geschätzt 100 Euro pro Jahr). Gesamtkosten über 20 Jahre: 12.600 plus 4.000 plus 2.000 gleich 18.600 Euro.

Miete: 180 Euro pro Monat, 20 Jahre Laufzeit. Gesamtkosten: 180 mal 240 Monate gleich 43.200 Euro. Wartung und Reparatur inklusive.

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Differenz: 24.600 Euro über 20 Jahre zugunsten des Kaufs. Das ist viel Geld.

Die Miete ist so viel teurer, weil der Anbieter selbst die Förderung kassiert (nicht du), Finanzierungskosten, Marge und Vertrieb einpreist und das Reparaturrisiko übernimmt, das er entsprechend kalkuliert.

Wann Miete trotzdem Sinn ergibt

Wenn kein Eigenkapital da ist. Wer die 12.600 Euro nicht hat und keinen KfW-Ergänzungskredit bekommt (oder keinen will), kann mit der Miete trotzdem sofort von Gas auf WP umsteigen. Die monatliche Rate ist oft niedriger als die alte Gas-Monatsrechnung, zumindest wenn man den Gasanschluss abmeldet.

Wenn man kein Risiko tragen will. Beim Kauf trägst du das Reparaturrisiko nach Ablauf der Herstellergarantie (5 bis 10 Jahre). Ein Kompressortausch nach 12 Jahren kann 3.000 bis 5.000 Euro kosten. Beim Contracting zahlt der Anbieter.

Wenn man sich um nichts kümmern will. Wartung, Störungsbehebung, Software-Updates: alles Sache des Anbieters. Wer keine Lust hat, Installateure zu koordinieren und Wartungstermine zu planen, bekommt beim Contracting ein Sorglos-Paket.

Worauf man bei Contracting-Verträgen achten muss

Vertragslaufzeit und Kündigungsbedingungen. 15 bis 20 Jahre sind üblich. Prüfen: Was kostet eine vorzeitige Kündigung? Was passiert bei Verkauf des Hauses? Manche Verträge sind auf den Eigentümer gebunden, andere gehen auf den Käufer über.

Was genau im Preis enthalten ist. Gerät, Installation, Wartung, Reparatur sind Standard. Aber: Ist der hydraulische Abgleich dabei? Die Demontage der alten Heizung? Der Zähler für den WP-Tarif? Jeder Posten, der fehlt, kommt als Zusatzkosten.

Wer bekommt die Förderung? Beim Contracting beantragt meistens der Anbieter die BEG-Förderung und behält sie. Die monatliche Rate müsste deshalb niedriger sein, als wenn es keine Förderung gäbe. Prüfen, ob die Förderung im Mietpreis eingepreist ist oder ob du sie selbst beantragen darfst (letzteres ist selten bei Contracting).

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Leistungsgarantie. Manche Verträge garantieren eine Mindest-JAZ oder maximale Heizkosten. Das ist ein echtes Plus, weil der Anbieter dann ein Interesse an einer effizienten Anlage hat. Ohne Leistungsgarantie trägt der Anbieter nur das Hardware-Risiko, nicht das Effizienz-Risiko.

Eigentumsübergang am Ende. Was kostet die Übernahme der Anlage nach 15 oder 20 Jahren? Manche Anbieter verlangen einen fairen Restwert (500 bis 2.000 Euro), andere versuchen, einen neuen Vertrag zu verkaufen.

Die dritte Option: KfW-Ergänzungskredit

Wer nicht auf einen Schlag zahlen kann, muss nicht mieten. Der KfW-Ergänzungskredit (358/359) bietet bis zu 120.000 Euro zu Zinsen, die 1 Prozentpunkt unter Marktzins liegen. Bei einem Haushaltseinkommen unter 90.000 Euro. Die Raten sind deutlich niedriger als beim Contracting, weil keine Marge eines Drittanbieters drin ist.

Beispiel: 12.600 Euro Eigenanteil, 2 Prozent Zins, 10 Jahre Laufzeit: 116 Euro pro Monat. Das ist 64 Euro weniger als die typische Contracting-Rate von 180 Euro.

Über 10 Jahre: 13.920 Euro (Kredit mit Zinsen) vs. 21.600 Euro (Miete für 10 Jahre). Und nach 10 Jahren ist der Kredit abbezahlt und die WP gehört dir.

Zusammengefasst

Kaufen ist fast immer günstiger als Mieten, oft um 20.000 Euro und mehr über die Laufzeit. Wer das Kapital nicht hat, fährt mit dem KfW-Ergänzungskredit besser als mit Contracting. Miete lohnt sich nur, wenn man weder Eigenkapital noch Kreditwürdigkeit hat, oder wenn einem das Sorglos-Paket den Aufpreis wert ist.

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