Die Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe dauert 1 bis 3 Tage. Bei einer Erdwärme-WP kommen 1 bis 3 Tage für die Bohrung dazu. Die meisten Eigenheimbesitzer rechnen mit einem riesigen Bauprojekt, und dann sind sie überrascht, wie schnell es geht. Der schwierigste Teil ist die Planung davor, nicht die Installation selbst.
Vor der Installation
Wochen vor dem Einbau klärt der Installateur die Details: Aufstellort, Leitungswege, Elektrik, Demontage der alten Heizung. Wenn ein separater WP-Zähler nötig ist, muss der Netzbetreiber informiert werden (Vorlaufzeit: 2 bis 6 Wochen). Wenn die Zählertafel im Keller erweitert werden muss (neuer Platz für den WP-Sicherungsautomaten), macht das ein Elektriker vor dem WP-Einbau.
Das Fundament fürs Außengerät sollte vor dem Installationstermin stehen. Entweder eine Betonplatte (80 x 80 cm, 10 bis 15 cm stark), die 1 bis 2 Wochen zum Aushärten braucht, oder ein Metallständer mit Schwingungsdämpfern, der am Tag der Installation aufgebaut wird.
Tag 1: Demontage und Vorbereitung
Morgens kommt der Installateur (meistens zu zweit) und beginnt mit der Demontage der alten Heizung. Gasheizung abklemmen, Gasleitungen stilllegen, alten Kessel und Peripherie (alter Warmwasserspeicher, Umwälzpumpe, Ausdehnungsgefäß) ausbauen. Bei Ölheizung: Öltank leeren und für die Entsorgung vorbereiten (die Entsorgung selbst macht oft ein Spezialbetrieb, nicht der Heizungsbauer).
Parallel oder danach: Wanddurchbruch für die Leitungen zum Außengerät. Ein Kernbohrung (Durchmesser 10 bis 15 cm) durch die Kellerwand oder Hauswand. Dauert 30 bis 60 Minuten. Staub und Dreck sind unvermeidlich, den Bereich vorher freiräumen.
Tag 1 bis 2: Hydraulik und Aufstellung
Das Außengerät wird auf dem Fundament platziert (bei Monoblock). Das Hydraulikmodul oder die Inneneinheit kommt in den Heizraum. Wasserleitungen werden vom Außengerät durch den Wanddurchbruch ins Haus geführt und an das Hydraulikmodul angeschlossen.
Der neue Warmwasserspeicher und eventuell der Pufferspeicher werden aufgestellt und hydraulisch angebunden. Die Verrohrung zum bestehenden Heizsystem (Fußbodenheizung-Verteiler oder Heizkörper-Vorlauf/Rücklauf) wird angepasst. Oft passt das direkt an die bestehenden Anschlüsse, manchmal müssen Rohre umgelegt werden.
Die Umwälzpumpe, das Ausdehnungsgefäß und die Sicherheitsgruppe werden montiert. Bei Monoblock-Geräten ist die Umwälzpumpe oft im Hydraulikmodul integriert.
Tag 2: Elektrik
Der Elektriker (manchmal derselbe Betrieb, manchmal ein separater) verlegt die 400-Volt-Leitung (Drehstrom) vom Zählerkasten zur WP. Eigene Absicherung (16 bis 32 Ampere, je nach Geräteleistung). Wenn ein WP-Zähler installiert wird, setzt der Elektriker den Zählerplatz und den Rundsteuerempfänger.
Die WP-Steuerung wird an die Stromversorgung angeschlossen. Internetverbindung (LAN-Kabel oder WLAN) für die App-Anbindung. Fühler-Kabel (Außentemperaturfühler, Vorlauf-/Rücklauf-Fühler) werden verlegt.
Tag 2 bis 3: Befüllung und Inbetriebnahme
Das Heizsystem wird mit Wasser befüllt und entlüftet. Das dauert bei einem Einfamilienhaus 1 bis 2 Stunden, weil alle Heizkörper und FBH-Kreise entlüftet werden müssen. Dann Druckprüfung: Das System wird auf 1,5 bis 2,0 bar gebracht und auf Leckagen geprüft.
Die WP wird in Betrieb genommen. Der Installateur stellt ein: Heizkurve (Vorlauftemperatur in Abhängigkeit von der Außentemperatur), Warmwasser-Solltemperatur (50 bis 55 Grad), Zeitprogramme (wann heizt die WP, wann lädt sie Warmwasser), Nachtmodus (reduzierte Leistung und Lüfterdrehzahl nachts) und gegebenenfalls SG-Ready-Anbindung an eine PV-Anlage.
Der hydraulische Abgleich
Im Anschluss an die Inbetriebnahme (am selben Tag oder am Folgetag) macht der Installateur den hydraulischen Abgleich. Er stellt an jedem Heizkörperventil oder FBH-Verteiler die berechnete Durchflussmenge ein. Das dauert 1 bis 3 Stunden.
Einweisung
Der Installateur erklärt dem Hausbesitzer: Wie die Regelung funktioniert. Wie man die App bedient. Was die Fehlermeldungen bedeuten. Wie man den Luftfilter reinigt (bei Luft-WP). Wann die nächste Wartung fällig ist. Und wo der Notaus-Schalter ist.
Die Einweisung dauert 30 bis 60 Minuten und ist Teil der Installation. Nicht abwimmeln lassen, auch wenn man meint, dass man das schon versteht. Die Details der Heizkurve und der Warmwasser-Einstellungen sind wichtig für die Effizienz.
Zeitplan zusammengefasst
Luft-Wasser-WP Monoblock: 1 bis 2 Tage (einfacher Fall) oder 2 bis 3 Tage (wenn Elektrik aufwendig ist oder Heizkörper getauscht werden). Split-WP: 2 bis 3 Tage (Kältemittelleitungen brauchen mehr Zeit). Erdwärme-WP: 3 bis 5 Tage (1 bis 3 Tage Bohrung plus 2 Tage Installation).
In dieser Zeit ist die Heizung aus. Im Sommer kein Problem. Im Winter sollte man einen Termin in der Übergangszeit wählen (März bis Mai oder September bis Oktober) oder ein mobiles Heizgerät bereithalten.
Was danach noch kommt
In den ersten 2 bis 4 Wochen nach der Inbetriebnahme sollte man die Raumtemperaturen beobachten und die Heizkurve nachjustieren. Die Ersteinstellung ist meistens etwas zu hoch (Sicherheitsmarge des Installateurs). Schrittweise die Vorlauftemperatur senken, bis man das Minimum gefunden hat, bei dem alle Räume warm werden. Jedes Grad weniger spart 2,5 Prozent Strom.
Nach 4 bis 6 Wochen: Druckprüfung. Nachdem das System sich eingelaufen hat, Druck im Heizkreis kontrollieren und gegebenenfalls nachfüllen. Normale Einlaufphase.
Nach 12 Monaten: Erste Wartung. Filter reinigen, Sole-Druck prüfen (bei Erdwärme), Kältemittel-System prüfen, Software-Update.







