Eine oft übersehene Zielgruppe
Wenn im Sommer das neue Ausbildungsjahr startet, richtet sich die öffentliche Aufmerksamkeit traditionell auf Schulabgängerinnen und Schulabgänger. Doch auch an den Hochschulen steckt enormes Potenzial: Zahlreiche Studierende brechen ihr Studium ab oder zweifeln daran, ob der eingeschlagene Weg der richtige ist. Für diese jungen Menschen kann eine duale Ausbildung eine attraktive Alternative darstellen – oft sogar mit verkürzter Ausbildungsdauer.
Vom Hörsaal in den Betrieb
Die Gründe für einen Studienabbruch sind vielfältig: Überforderung, mangelndes Interesse am gewählten Fach oder der Wunsch nach mehr Praxisnähe. Gerade hier bietet das duale Ausbildungssystem entscheidende Vorteile. Es verbindet theoretisches Wissen mit direkter Praxiserfahrung im Betrieb – und eröffnet vielfältige Karrierechancen. Für viele, die die Universität ohne Abschluss verlassen, kann dieser Spurwechsel zum beruflichen Neustart und zur Erfolgsgeschichte werden.
Chancen auch für Betriebe
Nicht nur die jungen Menschen profitieren von diesem Wechsel. Auch Unternehmen gewinnen durch die Zielgruppe der sogenannten „Spurwechsler“. Diese bringen meist bereits Vorkenntnisse aus ihrem Studium mit, sind älter, reifer und oft selbstständiger als klassische Schulabgängerinnen und -abgänger. Für Ausbildungsbetriebe bedeutet das: motivierte Nachwuchskräfte mit besonderem Potenzial.
IHKs als Brückenbauer
Damit Studienzweifelnde und Betriebe zusammenfinden, engagieren sich die Industrie- und Handelskammern (IHKs) mit einem breiten Beratungs- und Unterstützungsangebot. Ob in individuellen Gesprächen, bei Orientierungsveranstaltungen oder speziellen Matching-Formaten – die IHKs begleiten beide Seiten kompetent auf dem Weg vom Studium in die Ausbildung. Ihr Ziel: Aus Studienfrust echte Praxislust machen.
Digitale Übersicht aller Angebote
Um die zahlreichen regionalen Initiativen sichtbar zu machen, hat die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) eine neue Online-Deutschlandkarte entwickelt. Auf dieser Plattform sind die Unterstützungsangebote der einzelnen IHKs übersichtlich dargestellt. So können Studienzweifelnde und Unternehmen mit wenigen Klicks herausfinden, welche Hilfestellungen in ihrer Region verfügbar sind. Dieses Angebot wird kontinuierlich erweitert und aktualisiert.
Ein Gewinn für Fachkräftesicherung und Karrierewege
Die Initiative zeigt: Studienabbrüche sind kein Endpunkt, sondern können ein Neuanfang sein – sowohl für junge Menschen als auch für Unternehmen. Während die Betriebe dringend Fachkräfte suchen, eröffnen sich für ehemalige Studierende durch eine praxisorientierte Ausbildung neue Perspektiven. Die IHKs schaffen dafür die Strukturen und begleiten den Übergang professionell. Damit wird aus Unsicherheit eine Chance – und aus einem Umweg ein Erfolgsweg.








