Drei Versicherungen sind für Hauseigentümer unverzichtbar: Wohngebäudeversicherung, Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht und Elementarschadenversicherung. Alles andere, Glasversicherung, Photovoltaikversicherung, Rohrleitungsversicherung, ist Zusatz und nur in bestimmten Fällen sinnvoll. Viele Hauseigentümer sind gleichzeitig überversichert bei Kleinkram und unterversichert bei existenziellen Risiken.
Die 3 Pflicht-Versicherungen
1. Wohngebäudeversicherung
Schützt das Gebäude selbst (Wände, Dach, fest eingebaute Bestandteile) gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel.
Was sie zahlt: Reparatur oder Wiederaufbau bei Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Leitungswasserschäden, Sturm ab Windstärke 8 und Hagelschäden.
Was sie nicht zahlt: Überschwemmung, Erdrutsch, Erdbeben, Rückstau (das ist Elementarschadenversicherung, siehe unten).
Kosten: 200 bis 800 Euro pro Jahr, je nach Gebäudewert, Baujahr und Region.
Wichtig: Versicherungssumme regelmäßig anpassen. Viele Policen sind unterversichert, weil der Gebäudewert seit Vertragsabschluss gestiegen ist. Bei einem Totalschaden bekommst du dann nicht genug Geld für den Wiederaufbau.
2. Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht
Zahlt, wenn jemand auf deinem Grundstück zu Schaden kommt. Der Postbote rutscht auf deinem vereisten Gehweg aus, ein Passant wird von einem herabfallenden Dachziegel getroffen, ein Kind verletzt sich an deinem Zaun. Ohne diese Versicherung haftest du mit deinem gesamten Vermögen.
Kosten: 30 bis 80 Euro pro Jahr.
Achtung: Wenn du dein Haus selbst bewohnst, ist die Grundbesitzerhaftpflicht oft in der privaten Haftpflichtversicherung enthalten. Prüfe deine bestehende Police. Nur Vermieter brauchen zwingend eine separate Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht.
3. Elementarschadenversicherung
Schützt gegen Naturgefahren, die die Wohngebäudeversicherung nicht abdeckt: Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdrutsch, Schneedruck, Starkregen.
Nach den Hochwassern 2021 und 2024 ist das Thema in Deutschland präsenter denn je. Viele Hauseigentümer haben keine Elementarversicherung und standen nach Starkregen vor dem Nichts.
Kosten: 100 bis 500 Euro pro Jahr zusätzlich zur Wohngebäudeversicherung. In Hochrisikogebieten (ZÜRS-Zone 3 oder 4) teurer oder schwer zu bekommen.
Seit 2024 diskutiert die Politik eine Pflicht-Elementarversicherung. Stand 2026 gibt es sie noch nicht, aber sie ist dringend empfohlen.
Sinnvolle Zusatzversicherungen
Hausratversicherung
Versichert den Inhalt des Hauses: Möbel, Elektronik, Kleidung, Küche. Zahlt bei Einbruch, Brand, Leitungswasser und Sturm.
Sinnvoll für: Jeden, der Hausrat im Wert von mehr als 10.000 Euro besitzt (also praktisch jeden).
Kosten: 80 bis 300 Euro pro Jahr.
Photovoltaikversicherung
Wenn du eine PV-Anlage auf dem Dach hast: Sie ist in der Wohngebäudeversicherung oft nicht oder nur teilweise eingeschlossen. Eine separate PV-Versicherung deckt Schäden an der Anlage, Ertragsausfall und Diebstahl.
Kosten: 50 bis 150 Euro pro Jahr.
Sinnvoll ab: Anlagen über 5 kWp.
Bauherrenhaftpflicht (während Bauphase)
Pflicht während des Hausbaus. Du haftest als Bauherr für alles, was auf der Baustelle passiert. Kosten: 80 bis 200 Euro (einmalig für die Bauzeit).
Was du dir sparen kannst
Glasversicherung
Zahlt bei Glasbruch (Fenster, Ceranfeld, Duschkabine). Klingt nützlich, lohnt sich aber rechnerisch fast nie. Die Beiträge über 10 Jahre sind oft höher als ein neues Fenster. Lieber die 150 Euro pro Fenster im Schadensfall selbst zahlen.
Reparaturkostenversicherung für Haustechnik
Versichert Heizung, Sanitär und Elektrik gegen Reparaturkosten. Teuer (200 bis 400 Euro pro Jahr) und oft mit hohen Selbstbehalten. Die meisten Reparaturen kosten weniger als die Jahresprämie. Geld lieber auf ein Instandhaltungskonto legen.
Wie viel Versicherung kostet ein Haus pro Jahr?
| Versicherung | Kosten pro Jahr |
|---|---|
| Wohngebäudeversicherung | 200–800 Euro |
| Elementarschadenversicherung | 100–500 Euro |
| Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht | 30–80 Euro (oder in Privathaftpflicht enthalten) |
| Hausratversicherung | 80–300 Euro |
| Summe Kernschutz | 410–1.680 Euro |
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus zahlst du 500 bis 1.000 Euro pro Jahr für den vollständigen Grundschutz.
Häufige Fragen
Ist eine Wohngebäudeversicherung Pflicht?
Gesetzlich nicht, aber jede Bank verlangt sie als Bedingung für die Baufinanzierung. Ohne Kredit theoretisch freiwillig, praktisch aber unverzichtbar.
Brauche ich eine Elementarversicherung?
Dringend empfohlen. Starkregen und Überschwemmung können jeden treffen, nicht nur Häuser am Fluss. Ohne Elementarversicherung zahlst du den Schaden komplett selbst.
Was ist der Unterschied zwischen Wohngebäude- und Hausratversicherung?
Wohngebäude versichert das Haus selbst (Wände, Dach, Heizung, fest verbaute Teile). Hausrat versichert den Inhalt (Möbel, Elektronik, Kleidung).
Wie oft soll ich meine Versicherungen überprüfen?
Alle 2 bis 3 Jahre oder nach größeren Veränderungen (Umbau, PV-Anlage, Wertanstieg). Versicherungssummen anpassen, nicht benötigte Policen kündigen.
Fazit
Drei Versicherungen musst du haben: Wohngebäude, Haftpflicht, Elementar. Dazu Hausratversicherung für den Inhalt. Das kostet zusammen 500 bis 1.000 Euro pro Jahr und schützt dich vor Schäden, die dich sonst finanziell ruinieren können. Glasversicherung und Reparaturkostenpolicen kannst du dir sparen. Das Geld ist auf einem Instandhaltungskonto besser aufgehoben.







