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Unterschied Photovoltaik und Solarthermie: Was passt zu deinem Haus?

von inoutic Redaktion
02.04.2026
in Magazin
Lesedauer:4 Minuten Lesezeit
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Photovoltaik vs Solarthermie auf Hausdach

Symbolbild, KI-generiert

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Beides nutzt die Sonne, beides kommt aufs Dach, und trotzdem sind Photovoltaik und Solarthermie grundverschiedene Technologien. Photovoltaik macht Strom. Solarthermie macht Wärme. Klingt simpel, aber die Konsequenzen für Planung, Kosten und Nutzen sind erheblich. Wer beides verwechselt oder das Falsche wählt, verschenkt entweder Potenzial oder investiert in eine Technik, die zum eigenen Haus nicht passt.

Photovoltaik: Strom vom Dach

Photovoltaikmodule wandeln Sonnenlicht über den photovoltaischen Effekt direkt in elektrischen Strom um. Halbleiterzellen aus Silizium erzeugen Gleichstrom, ein Wechselrichter macht daraus 230-Volt-Wechselstrom fürs Hausnetz. Der Strom wird entweder selbst verbraucht, in einem Batteriespeicher zwischengespeichert oder gegen Einspeisevergütung ins öffentliche Netz eingespeist.

Der Wirkungsgrad liegt bei 20 bis 25 Prozent auf Modulebene. Das klingt nach wenig, aber Strom ist die vielseitigste Energieform: Er betreibt alle Geräte im Haushalt, lädt das E-Auto, versorgt die Wärmepumpe und lässt sich über den Speicher zeitlich verschieben.

Typische Anlage für ein Einfamilienhaus: 8 bis 12 kWp, 20 bis 30 Module, 50 bis 80 Quadratmeter Dachfläche. Kosten: 10.000 bis 16.000 Euro ohne Speicher, 15.000 bis 25.000 Euro mit Speicher. Seit 2023 fällt keine Mehrwertsteuer mehr an (0 Prozent auf Kauf und Installation bis 30 kWp). Die Einspeisevergütung liegt 2026 bei 7,78 Cent pro kWh bei Teileinspeisung, und die Einnahmen sind bis 30 kWp einkommensteuerfrei.

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Solarthermie: Wärme vom Dach

Solarthermie-Kollektoren absorbieren die Wärme des Sonnenlichts und übertragen sie auf eine Flüssigkeit (Wasser-Glykol-Gemisch), die durch Rohre im Kollektor zirkuliert. Eine Pumpe transportiert die erhitzte Flüssigkeit in einen Warmwasserspeicher im Keller. Dort gibt sie die Wärme an das Brauchwasser ab, das zum Duschen, Baden und Händewaschen genutzt wird. Bei größeren Anlagen unterstützt Solarthermie auch die Raumheizung.

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Der thermische Wirkungsgrad liegt bei bis zu 65 Prozent, also deutlich höher als bei PV. Aber die erzeugte Wärme ist nur für einen Zweck nutzbar: Warmwasser und Heizung. Sie lässt sich nicht in Strom umwandeln, nicht einspeisen und nicht im E-Auto nutzen.

Typische Anlage für Warmwasser: 4 bis 6 Quadratmeter Kollektorfläche, 300-Liter-Speicher. Kosten: 4.000 bis 8.000 Euro. Deckt im Jahresmittel 50 bis 70 Prozent des Warmwasserbedarfs, im Sommer fast 100 Prozent, im Winter fast nichts.

Typische Anlage für Warmwasser plus Heizungsunterstützung: 8 bis 15 Quadratmeter, Kombispeicher mit 800 bis 1.500 Litern. Kosten: 8.000 bis 15.000 Euro. Deckt 15 bis 25 Prozent des Heizenergiebedarfs solar ab.

Der direkte Vergleich

Kosten pro Quadratmeter: PV-Module kosten 100 bis 200 Euro pro Quadratmeter, Solarthermie-Kollektoren 300 bis 600 Euro. Bezogen auf die Fläche ist PV günstiger.

Ertrag pro Quadratmeter: Solarthermie erzeugt mehr Energie pro Quadratmeter (bis 650 kWh Wärme), PV weniger (bis 220 kWh Strom). Aber Strom ist 3 bis 4 Mal mehr wert als Wärme, weil der Netzstrompreis (38 Cent/kWh) höher ist als die Gaskosten pro kWh Wärme (8 bis 12 Cent).

Flexibilität: PV-Strom ist universell einsetzbar. Er versorgt den Haushalt, die Wärmepumpe, das E-Auto und den Speicher. Solarthermie-Wärme kann nur heizen und Wasser erwärmen.

Wirtschaftlichkeit: PV amortisiert sich in 8 bis 12 Jahren und bringt danach 10 bis 15 Jahre lang reinen Gewinn. Solarthermie amortisiert sich in 12 bis 20 Jahren, abhängig vom Energiepreis, den sie ersetzt (Gas, Öl, Strom).

Steuerliche Vorteile: PV profitiert vom Nullsteuersatz (0 Prozent MwSt), Einkommensteuerbefreiung und Einspeisevergütung. Für Solarthermie gibt es nichts Vergleichbares.

Wartung: PV-Anlagen brauchen kaum Wartung (jährliche Sichtprüfung, alle 4 Jahre Elektrocheck). Solarthermie-Anlagen brauchen mehr Aufmerksamkeit: Wärmeträgerflüssigkeit alle 5 bis 10 Jahre prüfen und tauschen, Pumpe überwachen, Druck im Solarkreis kontrollieren.

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Wann PV die bessere Wahl ist

In den meisten Fällen. PV ist flexibler, wirtschaftlicher, steuerlich begünstigt und passt zu fast jedem Haus. Wer eine neue Heizung plant, kombiniert PV mit einer Wärmepumpe: Die Wärmepumpe macht aus 1 kWh Strom 3 bis 4,5 kWh Wärme, und der Strom dafür kommt teilweise vom eigenen Dach. Damit schlägt die Kombination PV plus Wärmepumpe die Solarthermie bei der Wärmeerzeugung, weil sie gleichzeitig Haushaltsstrom und Wärme liefert.

Wer ein Elektroauto hat oder plant, braucht sowieso Strom, nicht Wärme. Und wer einen Speicher hat, nutzt den Solarstrom rund um die Uhr, nicht nur bei Sonnenschein.

Wann Solarthermie Sinn ergibt

Solarthermie ist nicht falsch, aber ihr Einsatzgebiet ist schmaler geworden. Sie lohnt sich, wenn die bestehende Heizung (Gas, Öl) ergänzt, aber nicht getauscht werden soll. Eine Solarthermie-Anlage lässt sich an jeden bestehenden Heizkessel anschließen und senkt den Gasverbrauch im Sommer um 50 bis 70 Prozent. Wenn kein Platz für eine PV-Anlage ist, aber ein kleines Dachstück mit 4 bis 6 Quadratmetern Sonne hat, passen dort Solarthermie-Kollektoren drauf. Wenn ein Pool vorhanden ist, den man solar beheizen will, reichen einfache Schwimmbadabsorber für wenige hundert Euro. Und wenn der Warmwasserbedarf sehr hoch ist, etwa in einer großen Familie oder einem Mehrfamilienhaus mit vielen Parteien.

Kann man beides kombinieren?

Ja, aber auf einem normalen Einfamilienhaus-Dach wird der Platz knapp. PV-Module und Solarthermie-Kollektoren konkurrieren um dieselbe Fläche, und in der Regel ist es wirtschaftlicher, die gesamte Fläche mit PV zu belegen und die Wärme über eine Wärmepumpe zu erzeugen.

Es gibt PVT-Hybridkollektoren, die auf der Vorderseite Strom und auf der Rückseite Wärme erzeugen. Sie kombinieren beide Technologien in einem Modul. In der Praxis liegen sie bei beiden Leistungswerten unter den jeweiligen Einzelsystemen: weniger Strom als reine PV, weniger Wärme als reine Solarthermie. Für Häuser mit sehr begrenzter Dachfläche kann das trotzdem die beste Lösung sein.

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Die Entscheidungshilfe in drei Sätzen

Wenn du eine neue Heizung planst oder bereits eine Wärmepumpe hast: PV. Wenn du deine bestehende Gas- oder Ölheizung behalten willst und nur Warmwasser solar erzeugen möchtest: Solarthermie. Wenn du nicht sicher bist: PV, denn Strom lässt sich in Wärme umwandeln, aber Wärme nicht in Strom.

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

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