Klare Botschaft beim Parlamentarischen Abend der IHKs
Mit deutlichen Worten haben die sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) am gestrigen Abend im „Goldenen Löwen“ in Hainichen ihre Erwartungen an die Politik formuliert. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Politik kamen dort zum Parlamentarischen Abend zusammen – und machten unmissverständlich klar: Sachsen leidet nicht an einem Mangel an Ideen, sondern an der fehlenden Umsetzung längst bekannter Lösungen.
„Wir haben kein Erkenntnisdefizit – wir haben ein Umsetzungsproblem“
Diese Aussage brachte die Stimmung im Saal auf den Punkt. Unternehmerinnen, Unternehmer und Kammervertreter kritisierten, dass trotz unzähliger Diskussionen die dringend notwendigen Reformen auf sich warten lassen. Bürokratieabbau, schnellere Genehmigungsverfahren und bessere Rahmenbedingungen für Investitionen stehen seit Jahren auf der Agenda – doch die Umsetzung bleibt Stückwerk.
Politik zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Warum gelingt es der Politik nicht, in Zeiten von Krisen und Strukturwandel entschlossen zu handeln? Diese Frage bestimmte die Diskussion. Die Wirtschaftsvertreter warfen der Politik vor, in Zielkonflikten zu verharren und damit ein Spiegelbild einer gespaltenen Gesellschaft abzugeben. Von einer klaren Priorisierung wirtschaftlicher Stärke sei man weit entfernt. Gleichzeitig zeigten sich die Teilnehmenden erfreut, dass viele Politikerinnen und Politiker zumindest die zentrale Bedeutung einer leistungsfähigen Wirtschaft anerkennen.
Warnung vor Stillstand und Wohlstandsverlust
Die Forderung nach Tempo war unüberhörbar: „Spätestens wenn der letzte Steuereuro ausgegeben, die letzte Rücklage verbraucht und die letzte Kreditlinie ausgeschöpft ist, wird kein Weg mehr an einem grundlegenden Kurswechsel vorbeiführen“, hieß es aus Unternehmerkreisen. Die Botschaft ist eindeutig: Ohne mutige Reformen drohen Stillstand, Wettbewerbsnachteile und ein Verlust an Wohlstand – nicht nur für Sachsen, sondern auch für Europa.
IHKs verweisen auf klare Konzepte
Die sächsischen Industrie- und Handelskammern betonten, dass Lösungen längst auf dem Tisch liegen. Bereits vor den Landtagswahlen 2024 hatten sie ihre „Wahlprüfsteine“ veröffentlicht – ein Katalog an konkreten Maßnahmen, die die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts stärken könnten. Diese Programmatik bietet nach Ansicht der IHKs klare Anhaltspunkte für eine Politik, die das wirtschaftliche Potenzial hebt, statt es durch immer neue Regulierungen zu bremsen.
Appell für einen echten Perspektivwechsel
Zum Abschluss richteten die Kammern einen eindringlichen Appell an die Politik: Es brauche endlich einen Perspektivwechsel, der wirtschaftliches Handeln in den Mittelpunkt rückt. Nur so könne Sachsen den Herausforderungen der kommenden Jahre begegnen – von der Fachkräftesicherung über die Energiewende bis hin zur Digitalisierung. Die Botschaft des Abends war eindeutig: Die Zeit der Diskussionen ist vorbei, jetzt zählt nur noch die entschlossene Umsetzung.












