Die meisten Wärmepumpen verbrauchen mehr Strom als nötig. Nicht weil das Gerät schlecht ist, sondern weil die Einstellung nicht stimmt, der hydraulische Abgleich fehlt oder die Vorlauftemperatur zu hoch ist. Hier sind zehn Maßnahmen, sortiert nach Aufwand und Wirkung. Die ersten fünf kosten nichts, die anderen lohnen sich trotzdem.
1. Heizkurve absenken
Kostet: 0 Euro. Bringt: 5 bis 15 Prozent weniger Strom.
Die Heizkurve steht nach der Inbetriebnahme fast immer zu hoch. Steilheit und Parallelverschiebung schrittweise senken (je 1 Grad oder 0,1 Steilheit pro Woche), bis man das Minimum gefunden hat, bei dem alle Räume warm werden. Jedes Grad weniger Vorlauf spart 2,5 Prozent Strom.
2. Warmwasser-Ladezeit optimieren
Kostet: 0 Euro. Bringt: 3 bis 8 Prozent weniger Strom für Warmwasser.
Die Warmwasserbereitung auf die Mittagszeit legen (11 bis 14 Uhr), wenn die Außentemperatur am höchsten ist. Bei einer Luft-WP ist der COP mittags besser als nachts. Wer eine PV-Anlage hat, profitiert doppelt: Solarstrom statt Netzstrom, und hoher COP.
3. Nachtabsenkung abschalten (bei Fußbodenheizung)
Kostet: 0 Euro. Bringt: 3 bis 5 Prozent weniger Strom.
Bei Fußbodenheizung ist eine Nachtabsenkung kontraproduktiv. Der Estrich speichert Wärme und gibt sie über Stunden gleichmäßig ab. Eine Absenkung nachts bewirkt kaum Temperaturrückgang, aber das Aufheizen morgens zwingt die WP zu höherer Vorlauftemperatur und höherem Stromverbrauch. Durchgehend auf gleichem Niveau halten ist effizienter.
4. Heizstab-Einsatz minimieren
Kostet: 0 Euro. Bringt: Bis zu 10 Prozent weniger Strom (wenn der Heizstab häufig lief).
In der WP-App prüfen, wie oft der Heizstab aktiv war. Bei einer korrekt dimensionierten WP sollte der Heizstab-Anteil unter 3 Prozent des Gesamtstromverbrauchs liegen. Liegt er höher, ist die WP zu klein, die Vorlauftemperatur zu hoch oder die Legionellenschaltung zu häufig. Die Legionellenschaltung (Aufheizung auf 60 Grad) reicht einmal pro Woche, nicht täglich.
5. Raumtemperatur um 1 Grad senken
Kostet: 0 Euro. Bringt: 6 Prozent weniger Heizenergie.
Von 22 auf 21 Grad. Merkt man nach zwei Tagen nicht mehr. Spart bei 5.000 kWh Stromverbrauch rund 75 Euro pro Jahr.
6. Hydraulischen Abgleich machen (lassen)
Kostet: 400 bis 1.000 Euro. Bringt: 5 bis 12 Prozent weniger Strom.
Der Abgleich sorgt dafür, dass alle Räume gleichmäßig warm werden. Ohne Abgleich muss die Vorlauftemperatur hochgefahren werden, damit auch der am schlechtesten versorgte Raum warm wird. Mit Abgleich kann die Vorlauftemperatur 3 bis 5 Grad niedriger sein. Pflicht bei BEG-Förderung und förderfähig.
7. Kritische Heizkörper tauschen
Kostet: 300 bis 800 Euro pro Stück. Bringt: 5 bis 10 Grad niedrigere Vorlauftemperatur, 12 bis 25 Prozent weniger Strom.
Meistens reicht es, 2 bis 3 Heizkörper zu tauschen (Bad, Wohnzimmer), um die Vorlauftemperatur deutlich zu senken. Typ 33 statt Typ 22, oder größere Baulänge. Die Investition amortisiert sich über die Stromersparnis in 3 bis 6 Jahren.
8. Wärmepumpentarif nutzen
Kostet: 200 bis 500 Euro (Zählereinbau) plus 40 Euro pro Jahr Messstellengebühr. Bringt: 5 bis 8 Cent weniger pro kWh.
Bei 5.000 kWh Stromverbrauch: 250 bis 400 Euro Ersparnis pro Jahr. Amortisation des Zählers in wenigen Monaten. Voraussetzung: Separater Zähler und Rundsteuerempfänger (der Netzbetreiber darf die WP maximal 2 Stunden am Tag abschalten).
9. PV-Eigenverbrauch für die WP nutzen
Kostet: Abhängig von der PV-Anlage (die hat man idealerweise schon). SG-Ready-Anbindung: 0 bis 500 Euro. Bringt: 150 bis 300 Euro weniger Stromkosten pro Jahr.
Die WP über SG-Ready oder ein Energiemanagementsystem an die PV-Anlage koppeln. Wenn PV-Überschuss vorhanden ist, erhöht die WP die Soll-Temperatur im Puffer oder Warmwasserspeicher um 3 bis 5 Grad und speichert die Solarwärme. Den Strom vom eigenen Dach zu nutzen statt einzuspeisen spart die Differenz zwischen Einspeisevergütung (7 bis 8 Cent) und Netzstrompreis (25 bis 30 Cent).
10. Gebäude dämmen
Kostet: 2.000 bis 15.000 Euro (je nach Maßnahme). Bringt: 10 bis 30 Prozent weniger Heizenergie.
Kellerdecke dämmen (2.000 bis 4.000 Euro): spart 5 bis 10 Prozent. Dach dämmen (5.000 bis 15.000 Euro): spart 15 bis 25 Prozent. Fenster tauschen (8.000 bis 15.000 Euro): spart 10 bis 20 Prozent. Weniger Heizenergie bedeutet weniger Strom und eine niedrigere nötige Vorlauftemperatur, was die JAZ zusätzlich verbessert.
Alle Dämmmaßnahmen sind über die BEG (Einzelmaßnahmen) oder den iSFP (individueller Sanierungsfahrplan) förderfähig.
Was am meisten bringt
Die Reihenfolge nach Kosten-Nutzen-Verhältnis: Heizkurve optimieren (kostenlos, 5 bis 15 Prozent). WP-Tarif (fast kostenlos, 5 bis 8 Cent/kWh). Hydraulischer Abgleich (400 bis 1.000 Euro, 5 bis 12 Prozent). Heizkörper tauschen (900 bis 2.400 Euro, 12 bis 25 Prozent). PV-Eigenverbrauch (0 bis 500 Euro, wenn PV vorhanden). Dämmen (2.000 bis 15.000 Euro, 10 bis 30 Prozent).
Die kostenlosen Maßnahmen zuerst. Die meisten Hausbesitzer können 10 bis 20 Prozent Strom sparen, ohne einen Euro auszugeben.







