Das Wichtigste in Kürze
Für ein Hausdach kommen 2026 nur monokristalline Module in Frage. Polykristalline Module werden praktisch nicht mehr hergestellt.
- 2025 kamen laut Fraunhofer ISE rund 98 % der weltweiten Produktion aus kristallinem Silizium, fast alles monokristallin.
- Kristalline Module erreichen im Schnitt 22,7 % Wirkungsgrad, die besten 24,8 %.
- Dünnschicht hat 2 bis 3 % Marktanteil, vor allem CdTe-Module für Solarparks mit knapp 20 %.
- Standard ist heute die n-Typ-TOPCon-Zelle. PERC ist abgelöst.
Ob monokristallin oder polykristallin, stellt sich beim Neukauf kaum noch. Interessanter ist, welche Zelltechnik im Modul steckt und wie es aufgebaut ist. Alle Marktzahlen in diesem Beitrag stammen aus dem Photovoltaics Report des Fraunhofer ISE vom 14. Juli 2026.
Die drei Modultypen im Vergleich
| Monokristallin | Polykristallin | Dünnschicht | |
|---|---|---|---|
| Aufbau | Zellen aus einem einzigen Siliziumkristall | Zellen aus vielen Kristallen | dünne Halbleiterschicht auf Glas, Metall oder Kunststoff |
| Aussehen | gleichmäßig dunkel bis schwarz | bläulich, sichtbares Kristallmuster | gleichmäßig dunkel, keine einzelnen Zellen sichtbar |
| Modulwirkungsgrad | Ø 22,7 %, Spanne 18,9 bis 24,8 % (Q4 2024) | deutlich darunter | CdTe knapp 20 % |
| Weltproduktion 2025 | 690 GWp | praktisch null | 16 GWp (nur First Solar gezählt) |
| Typischer Einsatz | Hausdach, Gewerbe, Solarpark | nur noch in Bestandsanlagen | Solarparks, Fassaden, Sonderanwendungen |
Monokristalline Module: der Standard
Für monokristalline Zellen wird Silizium zu einem einzigen Kristall gezogen und in dünne Scheiben (Wafer) geschnitten. Die gleichmäßige Kristallstruktur bringt den höchsten Wirkungsgrad. Man erkennt die Module an der einheitlich dunklen Fläche. Ältere Zellen haben abgeschrägte Ecken, neuere sind meist ganz quadratisch oder rechteckig und als Halbzellen verbaut.
Laut Fraunhofer ISE lag der mittlere Wirkungsgrad kristalliner Module Ende 2024 bei 22,7 %. Das sind rund 227 Watt pro Quadratmeter Modulfläche unter Standard-Testbedingungen. Gängige Dachmodule liefern rund 420 bis 500 W.
Die Preise sind stark gefallen. Laut pvXchange-Index kostete ein Watt Modulleistung im Großhandel im September 2026 je nach Klasse 0,07 bis 0,145 € netto, ein 450-W-Modul also etwa 30 bis 65 €. Den größten Teil einer Dachanlage machen heute Montage, Wechselrichter und Elektrik aus. Hersteller geben meist 15 bis 25 Jahre Produktgarantie und 30 Jahre Leistungsgarantie mit rund 87 bis 89 % der Nennleistung am Ende. Konkrete Modelle mit Datenblattwerten vergleicht der Beitrag Die besten Photovoltaik-Module 2026.
Polykristalline Module: vom Markt verschwunden
Polykristallines Silizium wird in Blöcken gegossen und erstarrt dabei in vielen einzelnen Kristallen. Das war günstiger, die Korngrenzen kosten aber Wirkungsgrad. Erkennbar sind die Module am bläulichen Schimmer und dem Mosaikmuster der Zellen.
Laut Fraunhofer ISE ist multikristallines Silizium praktisch vom Markt verschwunden. 2025 wurden weltweit keine nennenswerten Mengen mehr produziert. Taucht in einem Angebot ein polykristallines Modul auf, handelt es sich um Restware oder ein veraltetes Angebot. Fragen Sie dann nach einem aktuellen monokristallinen Modul.
Wer eine ältere Anlage mit Poly-Modulen auf dem Dach hat, muss nichts tun. Die Module arbeiten weiter. Fällt eines aus, braucht es ein Ersatzmodul mit passenden elektrischen Werten, nicht zwingend dieselbe Zelltechnik.
Dünnschichtmodule: Vorteile und Nachteile
Dünnschichtmodule entstehen nicht aus Wafern. Eine nur wenige Mikrometer dicke Halbleiterschicht wird auf ein Trägermaterial aufgebracht. Verwendet werden Cadmiumtellurid (CdTe), Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS) oder amorphes Silizium.
Ihr Vorteil ist die Form: Die Fläche sieht gleichmäßig aus, und auf biegsamen Trägern passen die Module auch an Fassaden oder gewölbte Flächen. CdTe-Module werden außerdem in großen Mengen für Solarparks gefertigt. Der Nachteil ist der Wirkungsgrad. CdTe-Module erreichen knapp 20 %, gute kristalline Module mehr. Für dieselbe Leistung braucht Dünnschicht rund 14 % mehr Fläche als ein Modul mit 22,7 %, und auf einem begrenzten Hausdach fehlt dann Leistung.
Im Labor liegen die besten Dünnschichtzellen bei 23,4 % (CIGS) und 21,0 % (CdTe), die beste monokristalline Siliziumzelle bei 28,1 %. Für ein Einfamilienhaus ist Dünnschicht deshalb keine sinnvolle Wahl.
PERC, TOPCon, HJT und Rückkontakt
Innerhalb der monokristallinen Module entscheidet die Zelltechnik über Wirkungsgrad und Verhalten bei Hitze. 2025 waren laut Fraunhofer ISE (nach ITRPV) 86 % der Wafer n-Typ. n-Typ-TOPCon ist die dominierende Technik geworden, TOPCon und Heterojunction haben die p-Typ-PERC-Zelle abgelöst.
- PERC (Passivated Emitter and Rear Cell): bis vor wenigen Jahren der Massenstandard, heute in Neuware kaum noch zu finden.
- TOPCon (Tunnel Oxide Passivated Contact): eine hauchdünne Oxidschicht unter dem Rückkontakt senkt die Verluste. Gängige TOPCon-Module liegen meist bei 22 bis 23 % Modulwirkungsgrad, der Temperaturkoeffizient zum Beispiel bei −0,29 % pro Kelvin.
- HJT (Heterojunction): kombiniert kristallines mit amorphem Silizium. HJT-Module verlieren bei Hitze gleich viel oder weniger Leistung als herkömmliche Zellen.
- Rückkontakt (BC): alle Kontakte liegen auf der Rückseite, die Vorderseite bleibt frei von Leiterbahnen. Aktuelle Dachmodule erreichen 23 bis 25 % und −0,26 % pro Kelvin.
Zelle und Modul sind dabei zweierlei. Werbeangaben wie „26 % Wirkungsgrad“ beziehen sich oft auf die Zelle. Im fertigen Modul gehen durch Rahmen, Zellabstände, Glas und Verbinder einige Prozentpunkte verloren. Vergleichen Sie immer den Modulwirkungsgrad aus dem Datenblatt. Perowskit-Silizium-Tandemzellen erreichen im Labor 35,2 %, auf Hausdächern spielen sie noch keine Rolle.
Glas-Glas oder Glas-Folie, monofazial oder bifazial
Klassische Module haben vorne Glas und hinten eine Kunststofffolie. Glas-Glas-Module haben auf beiden Seiten Glas. Sie sind schwerer, gelten als robuster gegen Feuchte und Alterung und haben oft längere Produktgarantien. Viele Rückseitenfolien enthalten Fluorpolymere. Fraunhofer ISE nennt Glas-Glas-Module und fluorfreie Folien als Alternativen.
Bifaziale Module nehmen auch auf der Rückseite Licht auf. Dafür braucht es eine durchsichtige Rückseite, also Glas oder eine transparente Folie. Bifazial heißt also nicht automatisch Glas-Glas. Auf einem Schrägdach, wo die Module dicht über den Ziegeln liegen, bringt die Rückseite kaum Mehrertrag. Sinnvoll ist sie bei aufgeständerten Modulen über hellem Untergrund, etwa auf einem Flachdach mit heller Abdichtung.
Welches Modul für welches Dach?
- Normales Satteldach: monokristallines TOPCon-Modul, Glas-Folie oder Glas-Glas je nach Statik und Garantiewunsch.
- Kleine Dachfläche: Module mit möglichst hohem Modulwirkungsgrad, etwa Rückkontakt oder HJT. Jeder Prozentpunkt bringt mehr Leistung auf dieselbe Fläche.
- Flachdach mit Aufständerung: bifaziale Module über heller Dachfläche.
- Dach ohne Hinterlüftung, etwa Indach: auf einen niedrigen Temperaturkoeffizienten achten.
- Fassade oder gewölbte Fläche: hier kann Dünnschicht passen.
Profi-Tipp der inoutic-Redaktion
Den Modulwirkungsgrad können Sie aus jedem Datenblatt selbst nachrechnen, ganz ohne Werbeangaben: Nennleistung in Watt geteilt durch die Modulfläche in Quadratmetern, das Ergebnis geteilt durch 1.000. Ein 450-W-Modul mit 1,76 × 1,13 m hat 1,99 m² und damit rund 22,6 %. So fallen zwei Dinge auf. Erstens, wenn im Prospekt ein Zellwirkungsgrad steht, der mit dem Modul nichts zu tun hat. Zweitens, wenn ein Angebot mit großen Modulen viel Leistung pro Stück verspricht, pro Quadratmeter aber nicht mehr liefert als ein kleineres Modul. Bei knapper Dachfläche zählt nur der Wert pro Quadratmeter.
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.







