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Solaranlage mieten statt kaufen: Für wen es sich lohnt

von inoutic Redaktion
18.04.2026
in Magazin
Lesedauer:4 Minuten Lesezeit
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Solaranlage mieten vs kaufen Vergleich
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Enpal, DZ4, Yello Solar, und ein paar andere Anbieter machen seit Jahren Werbung für ein Modell, das die PV-Branche spaltet: Solaranlage mieten. Kein Eigenkapital nötig, keine Sorge um Wartung, keine Bürokratie. Klingt gut. Aber über 20 Jahre gerechnet zahlt man oft das Doppelte bis Dreifache des Kaufpreises. Hier ist die ehrliche Gegenüberstellung.

Wie Miete funktioniert

Der Anbieter plant, installiert und besitzt die PV-Anlage auf deinem Dach. Du zahlst eine monatliche Miete, typischerweise 50 bis 300 Euro, je nach Anlagengröße und ob ein Speicher dabei ist. Die Laufzeit beträgt meistens 20 Jahre. In dieser Zeit kümmert sich der Anbieter um Wartung, Versicherung und Reparaturen. Der erzeugte Strom gehört dir: Du verbrauchst ihn selbst und sparst Netzstrom. Der Überschuss wird eingespeist, und die Einspeisevergütung fließt je nach Vertrag an dich oder an den Anbieter.

Nach Ende der Laufzeit kannst du die Anlage für einen symbolischen Betrag übernehmen (oft 1 Euro) oder den Vertrag verlängern. Die Anlage ist dann 20 Jahre alt, liefert aber noch 80 bis 85 Prozent der Anfangsleistung und kann weitere 5 bis 15 Jahre laufen.

Was Miete kostet: Rechenbeispiel

10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher, Mietmodell:

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Monatliche Miete: 180 Euro.

Laufzeit: 20 Jahre.

Gesamtmiete: 180 mal 240 Monate gleich 43.200 Euro.

Dieselbe Anlage als Kauf:

Kaufpreis: 18.000 Euro (schlüsselfertig, 0 Prozent MwSt).

Laufende Kosten über 20 Jahre: 300 Euro pro Jahr mal 20 gleich 6.000 Euro.

Wechselrichtertausch: 1.800 Euro.

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Gesamtkosten Kauf über 20 Jahre: 25.800 Euro.

Differenz: 43.200 minus 25.800 gleich 17.400 Euro Mehrkosten bei der Miete.

Das ist der Preis für Komfort, Risikofreiheit und null Eigenkapital. Ob man bereit ist, 17.400 Euro dafür zu zahlen, ist eine persönliche Entscheidung. Wirtschaftlich ist der Kauf klar besser.

Wo die Miete ihren Platz hat

Miete ist nicht für jeden die falsche Wahl. Es gibt Situationen, in denen sie Sinn ergibt.

Kein Eigenkapital und kein Kredit gewünscht. Wer die 18.000 Euro nicht hat und keinen Kredit aufnehmen will, hat mit der Miete trotzdem ab dem ersten Monat eine Solaranlage auf dem Dach. Die monatliche Miete ist sofort niedriger als die eingesparte Stromrechnung, man spart also vom ersten Tag an, nur eben weniger als beim Kauf.

Kein Interesse an Technik und Bürokratie. Wer sich nicht mit Wechselrichtern, Monitoring, Versicherung und Wartung beschäftigen will, bekommt bei der Miete ein Rundum-Sorglos-Paket. Der Anbieter kümmert sich um alles, vom defekten Wechselrichter bis zur jährlichen Wartung.

Unsicherheit über die Zukunft. Wer nicht weiß, ob er in fünf Jahren noch im Haus wohnt, scheut die Investition von 18.000 Euro. Bei der Miete kann der Vertrag unter bestimmten Bedingungen auf den Nachbesitzer übertragen werden, oder es gibt Ausstiegsklauseln (die allerdings oft teuer sind).

Ältere Hausbesitzer. Wer 70 ist und die Anlage nicht für 25 Jahre plant, sondern nur die Stromkosten senken will, ohne sich um Wartung zu kümmern, findet in der Miete eine pragmatische Lösung. Die Gesamtkosten über 20 Jahre spielen eine geringere Rolle, wenn der Planungshorizont kürzer ist.

Wo die Miete die falsche Wahl ist

Für jeden, der Rendite maximieren will. Die Rendite einer gekauften PV-Anlage liegt bei 7 bis 10 Prozent pro Jahr. Bei der Miete fließt der Großteil des finanziellen Vorteils an den Anbieter, nicht an den Hausbesitzer. Man spart zwar Netzstrom, aber die Miete frisst einen großen Teil der Ersparnis auf.

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Für jeden, der einen KfW-Kredit bekommen kann. Der KfW 270 finanziert die Anlage zu 100 Prozent, mit Zinsen von 3,27 bis 6 Prozent effektiv. Die monatliche Rate ist meistens niedriger als die Mietrate, und nach 15 bis 20 Jahren gehört die Anlage einem selbst. Die Gesamtkosten sind erheblich niedriger als bei der Miete.

Für jeden, der sich gerne informiert. PV-Anlagen sind keine Raketenwissenschaft. Wer diesen Artikel liest (und die anderen auf dieser Seite), hat bereits genug Wissen, um eine Anlage zu kaufen, Angebote zu vergleichen und den Betrieb zu managen. Der Komfort-Aufschlag der Miete lohnt sich dann nicht.

Vertragsfallen, auf die man achten sollte

Nicht alle Mietverträge sind gleich. Manche sind fair, manche haben Klauseln, die man erst im Kleingedruckten entdeckt.

Einspeisevergütung: Fließt sie an dich oder an den Anbieter? Bei manchen Verträgen kassiert der Anbieter die Einspeisevergütung, was die Wirtschaftlichkeit für den Mieter nochmal verschlechtert. Klären, bevor man unterschreibt.

Laufzeit und Kündigung: 20 Jahre Bindung sind lang. Was passiert bei vorzeitiger Kündigung? Manche Verträge erlauben eine Kündigung nach 10 oder 15 Jahren gegen eine Ablösezahlung (oft mehrere tausend Euro). Manche erlauben gar keine vorzeitige Kündigung.

Hausverkauf: Was passiert, wenn man das Haus verkauft? In der Regel muss der neue Eigentümer den Mietvertrag übernehmen. Wenn der Käufer das nicht will, bleibt man auf dem Vertrag sitzen. Das kann den Hausverkauf erschweren.

Strompreis-Anpassung: Manche Verträge enthalten eine jährliche Anpassung der Mietrate an die Inflation oder an den Strompreis. Was als faire Anpassung klingt, kann über 20 Jahre die Gesamtkosten erheblich steigern.

Rückbau: Was passiert nach 20 Jahren, wenn man die Anlage nicht übernehmen will? Wer baut sie ab? Wer trägt die Kosten? Das muss im Vertrag geregelt sein.

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Wie man vergleicht

Die einzige faire Vergleichsmethode ist die Gesamtkostenrechnung über 20 Jahre (oder besser 25 Jahre, weil die Anlage so lange hält).

Miete: Monatliche Miete mal 240 Monate plus eventuelle Einmalkosten (Anschlussgebühr, Ablöse) minus Einspeisevergütung (falls sie an den Mieter fließt).

Kauf: Kaufpreis plus laufende Kosten über 20 Jahre plus Wechselrichtertausch minus Einspeisevergütung.

Bei beiden Varianten: Plus die eingesparte Netzstromkosten durch Eigenverbrauch. Der Eigenverbrauch ist in beiden Fällen gleich (gleiche Anlage, gleiches Haus), also hebt er sich im Vergleich auf.

Die Differenz zeigt, wie viel Aufpreis man für den Komfort der Miete zahlt. Bei den meisten Verträgen liegt der Aufpreis bei 15.000 bis 25.000 Euro über 20 Jahre. Ob man das für „kein Eigenkapital, kein Aufwand, kein Risiko“ zahlen will, ist eine persönliche Abwägung.

Die ehrliche Empfehlung

Wer es sich leisten kann (bar oder per KfW-Kredit): kaufen. Die Rendite ist besser, die Gesamtkosten sind niedriger, und nach der Tilgung gehört die Anlage einem selbst und produziert kostenlos Strom.

Wer kein Eigenkapital hat und keinen Kredit will: Miete als Einstieg nutzen, aber die Vertragsdetails genau prüfen. Und sich bewusst sein, dass man für den Komfort einen erheblichen Aufpreis zahlt.

Wer unsicher ist: Erst ein Angebot für den Kauf und ein Angebot für die Miete einholen und beides nebeneinanderlegen. Die Zahlen sprechen für sich.

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