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Rendite einer PV-Anlage: So viel Prozent bringt Solarstrom

von inoutic Redaktion
13.04.2026
in Magazin
Lesedauer:4 Minuten Lesezeit
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Rendite PV-Anlage Wachstumskurve
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Rendite ist das Wort, das Banker verstehen. Und wenn man ihnen sagt, dass eine PV-Anlage 7 bis 10 Prozent pro Jahr bringt, weitgehend risikoarm, steuerbefreit und mit 25 Jahren Laufzeit, werden die Augenbrauen hochgezogen. Zu Recht. Denn diese Rendite ist real, nachrechenbar und besser als die meisten Anlageprodukte, die man 2026 auf dem Markt findet.

Was Rendite bei einer PV-Anlage bedeutet

Die Rendite einer PV-Anlage wird als interne Rendite (IRR, Internal Rate of Return) berechnet. Sie gibt an, welchen jährlichen Zinssatz eine Geldanlage haben müsste, um dasselbe Ergebnis zu liefern wie die PV-Anlage über ihre Lebensdauer.

Dabei fließen ein: die Investitionskosten am Anfang, der jährliche Nettoertrag (eingesparter Netzstrom plus Einspeisevergütung minus laufende Kosten), der Wechselrichtertausch nach 12 bis 15 Jahren, und bei Anlagen mit Speicher der Speichertausch nach 15 Jahren.

Der Unterschied zur einfachen Amortisationsrechnung: Die Amortisation sagt nur, wann der Break-Even erreicht ist. Die Rendite berücksichtigt den Zeitwert des Geldes und die Gesamtlaufzeit. Eine Anlage, die sich nach 8 Jahren amortisiert und danach 17 Jahre Gewinn abwirft, hat eine andere Rendite als eine, die sich nach 8 Jahren amortisiert und nach 10 Jahren aufhört zu produzieren.

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Konkrete Renditen 2026

Die Rendite hängt von Investition, Eigenverbrauch und Strompreis ab. Hier sind drei realistische Szenarien:

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Szenario A: 10 kWp ohne Speicher, 12.000 Euro Investition, 30 Prozent Eigenverbrauch, 38 Cent Netzstrompreis.

Jährlicher Nettoertrag: 1.363 Euro. Amortisation: 8,8 Jahre. Gewinn über 25 Jahre: 22.075 Euro. Interne Rendite: etwa 8,5 Prozent pro Jahr.

Szenario B: 10 kWp mit 10-kWh-Speicher, 18.000 Euro, 65 Prozent Eigenverbrauch.

Jährlicher Nettoertrag: 2.230 Euro. Amortisation: 8,1 Jahre. Gewinn über 25 Jahre: 37.750 Euro. Interne Rendite: etwa 9,5 Prozent pro Jahr.

Szenario C: 12 kWp mit 15-kWh-Speicher, Wärmepumpe und E-Auto, 23.000 Euro (nur PV und Speicher), 75 Prozent Eigenverbrauch.

Jährlicher Nettoertrag: 3.103 Euro. Amortisation: 7,4 Jahre. Gewinn über 25 Jahre: 54.575 Euro. Interne Rendite: etwa 11 Prozent pro Jahr.

Die Rendite steigt mit dem Eigenverbrauch, weil jede selbst verbrauchte kWh 30 Cent mehr wert ist als eine eingespeiste. Wer viel selbst verbraucht (Speicher, Wärmepumpe, E-Auto), erzielt die höchste Rendite.

Was die Rendite beeinflusst

Der Strompreis ist der dominierende Faktor. Bei 30 Cent statt 38 Cent Netzstrompreis sinkt die Rendite um 1 bis 2 Prozentpunkte. Bei 45 Cent steigt sie um 1 bis 2 Punkte. Die Rechnung oben geht von konstantem Strompreis aus, was konservativ ist. Wenn der Strompreis um 2 Prozent pro Jahr steigt (historisch waren es eher 3 bis 4 Prozent), verbessert sich die Rendite auf 10 bis 13 Prozent.

Der Eigenverbrauchsanteil ist der zweitstärkste Hebel. Jedes Prozent mehr Eigenverbrauch erhöht die Rendite, weil die Differenz zwischen Netzstrompreis und Einspeisevergütung so groß ist.

Die Anlagenkosten schwanken je nach Anbieter um 20 bis 30 Prozent bei gleicher Konfiguration. Wer drei bis vier Angebote vergleicht und 2.000 Euro spart, verbessert die Rendite um rund 1 Prozentpunkt.

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Die Einspeisevergütung ist fixiert für 20 Jahre und sinkt halbjährlich um 1 Prozent für Neuanlagen. Je früher man in Betrieb geht, desto höher der fixierte Satz. Ab 2027 kommt möglicherweise ein anderes Modell (CfD), dessen Auswirkung auf die Rendite noch unklar ist.

Die laufenden Kosten liegen bei 250 bis 350 Euro pro Jahr (Wartung, Versicherung, Zähler). Wer sie in der Renditerechnung unterschlägt, bekommt ein zu rosiges Bild. Der Wechselrichtertausch nach 12 Jahren (1.000 bis 2.500 Euro) muss ebenfalls eingepreist werden.

Rendite im Vergleich zu anderen Anlagen

Festgeld 2026: 2 bis 3 Prozent pro Jahr. Sicher, aber nach Inflation praktisch null.

Bundesanleihen 10 Jahre: 2,5 bis 3 Prozent. Ebenfalls sicher, ebenfalls mager.

ETF auf den MSCI World: Langfristig 6 bis 8 Prozent, aber mit Schwankungen. In schlechten Jahren minus 20 bis 30 Prozent möglich.

Immobilie (Mietrendite): 3 bis 5 Prozent, mit Verwaltungsaufwand, Leerstandsrisiko und Instandhaltungskosten.

PV-Anlage: 7 bis 10 Prozent, weitgehend planbar, steuerbefreit (unter 30 kWp), mit Inflationsschutz (steigende Strompreise erhöhen den Wert des Eigenverbrauchs).

Die PV-Anlage ist kein Finanzprodukt, aber sie verhält sich wie eins. Sie hat eine Anfangsinvestition, regelmäßige Erträge, eine berechenbare Laufzeit und ein klar definiertes Risikoprofil. Und im Vergleich schneidet sie besser ab als die meisten klassischen Anlagen.

Risiken, die die Rendite senken können

Kein Investment ist risikolos, auch PV nicht. Die realistischen Risiken:

Sinkender Strompreis. Wenn der Netzstrompreis auf 25 Cent fällt, sinkt der Wert des Eigenverbrauchs. Die Einspeisevergütung bleibt fix, aber die Gesamtrendite leidet. Dieses Risiko ist real, aber angesichts der politischen Rahmenbedingungen (CO2-Preis, Netzentgelte, Energiewende) eher unwahrscheinlich.

Technischer Defekt. Ein defekter Wechselrichter oder ein Modulschaden kostet Geld und Ertrag. Die PV-Versicherung deckt die Hardware ab, aber der Ertragsverlust während der Reparaturzeit (ein bis vier Wochen) bleibt.

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Falsche Ertragsprognose. Wenn der Solarteur 1.100 kWh pro kWp versprochen hat, aber nur 900 kWh geliefert werden (weil die Verschattung unterschätzt wurde oder die Ausrichtung schlechter ist als geplant), sinkt die Rendite um 1 bis 2 Prozentpunkte. Deshalb: Ertragsprognose immer auf Basis einer sauberen Vor-Ort-Analyse, nicht auf Basis optimistischer Standardwerte.

Regulatorische Änderungen. Die Einspeisevergütung ist für 20 Jahre fixiert, daran ändert sich nichts. Aber was sich ändern kann: Netzentgelte, die den Eigenverbrauch weniger attraktiv machen könnten, oder neue Abgaben auf Eigenverbrauch, die politisch gelegentlich diskutiert werden (aktuell gibt es keine). Das Risiko ist theoretisch vorhanden, aber eine rückwirkende Belastung von Bestandsanlagen wäre politisch kaum durchsetzbar.

Was das für die Kaufentscheidung heißt

Eine PV-Anlage ist keine Spekulation, sondern eine Investition mit kalkulierbarer Rendite. 7 bis 10 Prozent pro Jahr, 25 Jahre Laufzeit, steuerbefreit, mit Inflationsschutz. Wer das Geld hat oder über den KfW-Kredit finanziert, bekommt eine der attraktivsten Anlageformen, die 2026 verfügbar sind.

Die Rendite ist kein Marketing-Versprechen eines Anbieters, sondern eine physikalische Tatsache: Die Sonne scheint, die Module erzeugen Strom, der Strom erspart Netzstromkosten. Das funktioniert nicht vielleicht, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit. Der Rest ist Mathematik, und die Mathematik sagt: ja.

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