2023 war R290 noch die Ausnahme. 2026 ist es der Standard. Innerhalb von drei Jahren haben alle großen Hersteller ihre Produktlinien auf Propan umgestellt. R32-Geräte werden nur noch als Restposten verkauft, R410A ist Geschichte. Der Grund ist nicht Idealismus, sondern Regulierung: Die F-Gase-Verordnung macht fluorierte Kältemittel schrittweise unbezahlbar. R290 ist die einzige Alternative, die effizient, billig und unbegrenzt verfügbar ist.
Der Zeitstrahl
2020: Erste R290-Wärmepumpen in Serie (hauptsächlich von skandinavischen Herstellern). Nischenprodukt.
2022: Viessmann bringt die Vitocal 250-A mit R290 auf den Markt. Vaillant folgt mit der aroTHERM plus. Der Durchbruch beginnt.
2023: Wolf, Bosch, Stiebel Eltron und Daikin stellen auf R290 um. R290-Geräte machen 40 Prozent der Neuverkäufe aus.
2024: R290-Anteil steigt auf 65 Prozent. Die IEC-Norm 60335-2-40 wird revidiert und erlaubt höhere R290-Füllmengen, was größere Geräte möglich macht.
2025: R290-Anteil über 80 Prozent. Letztes Jahr für R32-Neugeräte vieler Hersteller.
2026: R290 ist Standard. Über 90 Prozent aller neuen Luft-Wasser-WP in Deutschland laufen mit Propan.
Was sich für den Kunden geändert hat
Bessere Effizienz. R290-Geräte haben 5 bis 10 Prozent höhere COP-Werte als vergleichbare R32-Geräte. Das spart über 20 Jahre 1.000 bis 3.000 Euro Strom.
Niedrigere Wartungskosten. Keine F-Gase-Dichtheitsprüfung nötig (R290 ist kein F-Gas). Ersparnis: 100 bis 200 Euro pro Jahr.
Förderbonus. 5 Prozent BEG-Effizienzbonus für natürliche Kältemittel. Bei 28.000 Euro Investition: 1.400 Euro mehr Zuschuss.
Gleiche Preise. R290-Geräte kosten 2026 nicht mehr als R32-Vorgänger. Der Aufpreis der Anfangszeit ist weg.
Was sich für die Branche geändert hat
Die Hersteller mussten ihre Produktionslinien umrüsten. R290 ist brennbar, also brauchen die Fabriken ATEX-konforme Bereiche (explosionsgeschützt). Die Investitionen lagen bei 50 bis 200 Millionen Euro pro Hersteller. Das ist einer der Gründe, warum nur große Hersteller den Umstieg geschafft haben. Kleine Marken ohne R290-Produktlinie verschwinden vom Markt.
Die Installateure brauchen keine Kältemittelschein-Fortbildung für R290-Monoblock-Geräte, weil das Kältemittel komplett im Außengerät bleibt. Bei Split-Geräten mit R290 brauchen sie allerdings eine Schulung für den Umgang mit brennbaren Kältemitteln. Da die meisten Hersteller auf Monoblock setzen, ist das in der Praxis selten ein Problem.
Was als nächstes kommt
R290 wird auch bei größeren Geräten (über 20 kW, Mehrfamilienhäuser, Gewerbe) Standard. Die IEC-Normrevision hat höhere Füllmengen erlaubt, was größere Geräte möglich macht.
CO2 (R744) als Kältemittel für Hochtemperatur-Anwendungen (Warmwasser bei 90 Grad, industrielle Prozesswärme) wird wachsen. Für Einfamilienhaus-WP bleibt R290 dominierend.
Und langfristig (2030 und darüber hinaus) könnten neue Kältemittel mit noch besseren thermodynamischen Eigenschaften kommen. Aber für die nächsten 10 bis 15 Jahre ist R290 gesetzt.







