R290 ist Propan. Dasselbe Gas, das im Campingkocher brennt, zirkuliert jetzt in der Wärmepumpe. Das klingt erst mal beunruhigend, ist aber die mit Abstand klimafreundlichste und effizienteste Lösung. Das Treibhauspotenzial von R290 liegt bei 3 (zum Vergleich: R32 bei 675, R410A bei 2.088). Die EU will fluorierte Kältemittel schrittweise verbieten, und R290 ist die Antwort der Hersteller. 2026 laufen fast alle neuen Wärmepumpen mit Propan.
Warum R290 besser ist als R32 und R410A
Drei Gründe: Klima, Effizienz und Zukunftssicherheit.
Das Treibhauspotenzial (GWP) gibt an, wie stark ein Kältemittel zum Treibhauseffekt beiträgt, wenn es in die Atmosphäre entweicht. R290 hat einen GWP von 3. R32 von 675. R410A von 2.088. Wenn eine WP mit 2 kg R410A ein Leck hat, entspricht das dem Klimaeffekt von 4,2 Tonnen CO2. Bei R290 wären es 6 kg CO2. Praktisch irrelevant.
Die thermodynamischen Eigenschaften von R290 passen hervorragend zum Wärmepumpen-Betrieb. Der COP von R290-Geräten liegt 5 bis 10 Prozent über vergleichbaren R32-Geräten, weil Propan bei den relevanten Temperaturen effizienter verdampft und kondensiert. Das klingt nach wenig, spart aber über 20 Jahre 1.000 bis 3.000 Euro Strom.
Und R290 ist zukunftssicher. Die F-Gase-Verordnung der EU verschärft ab 2027 die Mengenbegrenzungen für fluorierte Kältemittel drastisch. R32 und R410A werden schrittweise vom Markt verschwinden. Wer 2026 eine R290-WP kauft, muss sich keine Sorgen machen, dass das Kältemittel in 10 Jahren nicht mehr verfügbar ist oder Wartung teuer wird.
Wie viel Propan in einer WP steckt
Eine typische Luft-Wasser-WP für ein Einfamilienhaus enthält 0,5 bis 1,5 kg R290. Zum Vergleich: Eine handelsübliche Campinggas-Kartusche hat 0,4 kg. Die Menge ist also gering.
Bei Monoblock-Geräten bleibt das gesamte R290 im Außengerät. Es kommt nie ins Haus. Die Aufstellvorschriften sind deshalb relativ unkompliziert: Mindestabstand zu Zündquellen (meistens 1 Meter), Aufstellung im Freien, keine Vertiefungen in der Nähe (Propan ist schwerer als Luft und sammelt sich in Senken).
Bei Split-Geräten zirkuliert R290 durch die Kältemittelleitungen, die teilweise im Haus verlaufen. Hier gelten strengere Vorschriften: maximale Füllmenge abhängig von der Raumgröße (nach EN 378), Mindestabstand der Inneneinheit zu Zündquellen, und ein Gassensor im Aufstellraum. Das macht Split-Geräte mit R290 aufwendiger als Monoblock, weshalb die meisten Hersteller auf Monoblock setzen.
Sicherheit
Propan ist brennbar (Sicherheitsklasse A3). Das ist die häufigste Sorge bei Hausbesitzern. In der Praxis ist das Risiko minimal. Die Füllmenge ist klein (unter 1,5 kg). Das Kältemittel ist in einem geschlossenen Kreislauf. Ein Leck würde R290 freisetzen, das sich im Freien sofort verflüchtigt. Im Innenbereich (bei Split) würde der Gassensor Alarm schlagen, bevor eine zündfähige Konzentration erreicht wird.
In der EU sind seit Einführung von R290-Wärmepumpen keine Zwischenfälle durch das Kältemittel bekannt. Die Sicherheitsvorschriften (EN 378, IEC 60335-2-40) sind streng und werden von den Herstellern eingehalten.
R290 und Förderung
Wer eine R290-WP einbaut, bekommt den 5-Prozent-BEG-Effizienzbonus automatisch. Bei 28.000 Euro förderfähigen Kosten: 1.400 Euro mehr Zuschuss. Da R290-Geräte 2026 nicht mehr kosten als die auslaufenden R32-Modelle, ist der Bonus reines Plus.
Welche Hersteller R290-Geräte anbieten
2026 ist R290 bei allen großen Herstellern Standard: Viessmann Vitocal 250-A und 252-A. Vaillant aroTHERM plus. Wolf CHA. Bosch Compress 5800i und 7800i. Stiebel Eltron WPE-I und WPL-A. Daikin Altherma 3 R. Samsung EHS Mono R290. Panasonic Aquarea L R290.
R32-Geräte gibt es noch bei einigen älteren Modellreihen und günstigen Marken. Sie werden aber nicht mehr weiterentwickelt und verschwinden schrittweise aus dem Sortiment.
Was R290 für die Wartung bedeutet
R290 ist kein F-Gas. Deshalb entfällt die jährliche Dichtheitsprüfung nach F-Gase-Verordnung, die bei R32- und R410A-Geräten mit über 3 kg Füllmenge Pflicht ist. Das spart 100 bis 200 Euro Wartungskosten pro Jahr.
Die normale jährliche WP-Wartung (150 bis 300 Euro) bleibt, aber der Kältemittelkreis braucht weniger Aufmerksamkeit. Bei einem Leck ist R290 billig (unter 10 Euro pro kg) und leicht verfügbar, während R32 und R410A durch die F-Gase-Verordnung knapper und teurer werden.







