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PV-Versicherung: Welche Police du brauchst und was sie kostet

von inoutic Redaktion
12.04.2026
in Magazin
Lesedauer:4 Minuten Lesezeit
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PV-Versicherung Dokument und Solaranlage
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Eine PV-Anlage für 12.000 bis 25.000 Euro steht auf dem Dach, Wind und Wetter ausgesetzt. Hagel, Sturm, Blitz, Marder, Überspannung, ein herabfallender Ast: Die Liste der Dinge, die kaputtgehen können, ist lang. Muss nicht passieren, kann aber. Und ohne Versicherung zahlt man den Schaden aus eigener Tasche. Hier steht, welche Versicherungen sinnvoll sind, was sie kosten und worauf man achten muss.

PV-Versicherung (Allgefahrenversicherung / Elektronikversicherung)

Die PV-Versicherung ist eine Allgefahrenversicherung, die alle Risiken abdeckt, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind. Das ist das Gegenteil einer benannten Gefahrenversicherung, bei der nur das abgedeckt ist, was im Vertrag steht.

Was typischerweise versichert ist: Sturm und Hagel (die häufigsten Schadensursachen). Blitzschlag und Überspannung. Feuer und Kurzschluss. Schneedruck und Eislast. Diebstahl und Vandalismus. Tierverbiss (Marder, der Kabel durchbeißt). Bedienungsfehler und Ungeschicklichkeit. Konstruktions- und Materialfehler nach Ablauf der Herstellergarantie. Wasser und Feuchtigkeit.

Was typischerweise nicht versichert ist: Normale Alterung und Verschleiß (Degradation). Vorsätzliche Beschädigung durch den Versicherungsnehmer. Krieg und Kernenergie. Schäden, die unter die Herstellergarantie fallen (in den ersten 10 bis 15 Jahren). Ästhetische Mängel ohne Leistungsbeeinträchtigung.

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Die Kosten: 100 bis 300 Euro pro Jahr, je nach Anlagengröße, Deckungssumme und Versicherer. Als Faustregel: etwa 0,35 Prozent der Netto-Investitionssumme. Bei einer 15.000-Euro-Anlage sind das rund 50 bis 55 Euro pro Jahr. Bei einer 25.000-Euro-Anlage mit Speicher 85 bis 90 Euro.

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Die Deckungssumme sollte dem Neuwert der Anlage entsprechen, nicht dem Zeitwert. Bei einem Hagelschaden nach acht Jahren will man die Module zum Neupreis ersetzt bekommen, nicht zum abgeschriebenen Wert.

Anbieter: Waldenburger Versicherung, Mannheimer Versicherung, Zurich, Allianz, ERGO und diverse Spezialversicherer bieten PV-Policen an. Ein Vergleichsportal (z.B. Check24, Verivox) zeigt die Konditionen auf einen Blick.

Gebäudeversicherung: PV einschließen oder nicht?

Viele Gebäudeversicherungen decken PV-Anlagen automatisch mit ab, weil sie als fester Gebäudebestandteil gelten. Aber das ist nicht bei allen Versicherern der Fall, und der Deckungsumfang variiert.

Wenn die Gebäudeversicherung PV einschließt: Sturm, Hagel, Feuer und Blitz sind in der Regel abgedeckt. Was oft fehlt: Überspannung, Diebstahl, Tierverbiss und technische Defekte. Die Gebäudeversicherung ist also schmaler als eine eigenständige PV-Allgefahrenversicherung.

Empfehlung: Die Gebäudeversicherung prüfen, ob PV eingeschlossen ist. Wenn ja, den genauen Deckungsumfang lesen. Wenn die Gebäudeversicherung nur die Basics abdeckt und man umfassenden Schutz will, eine separate PV-Versicherung dazunehmen. Doppelversicherung (Gebäude plus PV) ist unnötig und verschwendet Geld, also vorher klären, dass sich die Policen nicht überschneiden.

Wichtig: Die Gebäudeversicherung muss über die PV-Anlage informiert werden, auch wenn sie nicht explizit eingeschlossen wird. Eine nicht gemeldete Anlage auf dem Dach kann im Schadenfall (z.B. Dachbrand) zum Problem werden, wenn der Versicherer von einer Risikoerhöhung spricht, die nicht angezeigt wurde.

Haftpflichtversicherung: Wenn die Anlage Schäden verursacht

Was passiert, wenn ein Modul bei Sturm vom Dach fällt und das Auto des Nachbarn trifft? Oder wenn Schnee von den glatten Modulen rutscht und einen Fußgänger verletzt? Dafür braucht man eine Haftpflichtversicherung.

Die private Haftpflichtversicherung deckt in vielen Tarifen PV-Anlagen auf dem eigenen Wohnhaus mit ab, als Erweiterung der Grundstücks-Haftpflicht. Prüfen, ob der eigene Tarif das einschließt. Falls nicht, den Versicherer ansprechen, die Erweiterung kostet meistens nur wenige Euro pro Jahr.

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Für größere Anlagen (über 30 kWp) oder Anlagen auf Gewerbeimmobilien gibt es separate Betreiberhaftpflichtversicherungen. Für das typische Einfamilienhaus mit einer Anlage unter 20 kWp reicht in der Regel die private Haftpflicht.

Ertragsausfallversicherung: Sinnvoll oder überflüssig?

Eine Ertragsausfallversicherung zahlt, wenn die Anlage wegen eines versicherten Schadens ausfällt und man den entgangenen Strom vom Netz kaufen muss. Sie kompensiert den finanziellen Verlust durch den Ausfall.

Bei einer 10-kWp-Anlage, die 1.363 Euro Nettoertrag pro Jahr bringt, kostet ein Monat Totalausfall rund 114 Euro. Drei Monate (was bei einem Wechselrichtertausch realistisch sein kann, wenn das Ersatzgerät auf Lager ist) kosten 342 Euro.

Die Ertragsausfallversicherung kostet 20 bis 50 Euro pro Jahr. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie wahrscheinlich ein längerer Ausfall ist und wie schnell man den Schaden beheben kann. Bei einer gut gewarteten Anlage mit regelmäßigem Monitoring ist ein monatelanger Totalausfall unwahrscheinlich, weil man Fehler früh erkennt und schnell reagiert.

Empfehlung: Für die meisten Privatanlagen nicht nötig. Die PV-Allgefahrenversicherung deckt den Schaden an der Hardware ab, und der Ertragsverlust während der Reparaturzeit ist überschaubar. Wer maximale Absicherung will, kann sie dazunehmen, aber sie ist kein Muss.

Was die Versicherung im Schadensfall erwartet

Fast alle PV-Versicherungen verlangen Nachweise über die ordnungsgemäße Installation und Wartung. Konkret:

Das Inbetriebnahmeprotokoll nach DIN EN 62446. Ohne dieses Dokument kann der Versicherer im Schadensfall die Leistung verweigern, weil er nicht nachweisen kann, dass die Anlage fachgerecht installiert wurde.

Wartungsnachweise. Viele Versicherer setzen eine regelmäßige Wartung voraus (jährliche Sichtprüfung, Elektrocheck alle vier Jahre). Wenn bei einem Schaden festgestellt wird, dass die Anlage seit fünf Jahren nicht gewartet wurde und ein loser Stecker den Kurzschluss verursacht hat, kann der Versicherer die Leistung kürzen.

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Fotos der Anlage bei Installation. Für die Dokumentation des Zustands bei Versicherungsbeginn. Manche Versicherer verlangen sie, andere nicht.

Empfehlung: Das Inbetriebnahmeprotokoll, alle Rechnungen und die Wartungsberichte in einem Ordner aufbewahren. Im Schadensfall braucht man die Unterlagen, und wer sie hat, bekommt sein Geld schneller.

Speicher separat versichern?

Ein Batteriespeicher ist in der PV-Versicherung in der Regel mitversichert, wenn er als Teil der PV-Anlage installiert wurde. Prüfen, ob der Versicherungsvertrag den Speicher explizit erwähnt und ob die Deckungssumme den Neuwert des Speichers einschließt.

Bei einem 10-kWh-LiFePO4-Speicher im Wert von 5.000 bis 8.000 Euro ist die korrekte Einbeziehung in die PV-Versicherung wichtig. Wenn der Speicher nachgerüstet wird, den Versicherer informieren und die Deckungssumme anpassen. Sonst ist der Speicher im Schadensfall nicht abgedeckt.

Die Zusammenfassung

PV-Allgefahrenversicherung: Für jede Anlage empfohlen. 100 bis 300 Euro pro Jahr, deckt praktisch alle Risiken ab. Deckungssumme auf Neuwert einstellen.

Gebäudeversicherung: Prüfen, ob PV eingeschlossen ist. Falls ja, den Deckungsumfang lesen. PV-Anlage dem Versicherer melden.

Haftpflichtversicherung: In der privaten Haftpflicht prüfen, ob PV abgedeckt ist. Falls nicht, erweitern.

Ertragsausfallversicherung: Optional, für die meisten Privatanlagen nicht nötig.

Gesamtkosten für Versicherung: 100 bis 300 Euro pro Jahr. Bei einer Anlage, die 1.363 Euro Nettoertrag pro Jahr bringt, sind das 7 bis 22 Prozent des Ertrags. Kein Schnäppchen, aber die Absicherung einer fünfstelligen Investition auf dem Dach ist es wert.

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