Wer eine Wärmepumpe mit Solarstrom betreiben will, braucht eine größere PV-Anlage als ohne WP. Die Faustregel: Pro 1.000 kWh WP-Stromverbrauch 1 bis 1,5 kWp zusätzliche PV-Leistung. Für ein typisches Einfamilienhaus mit WP und 4.500 kWh Heizstrom landet man bei einer Gesamtanlage von 8 bis 12 kWp. Damit deckt man 20 bis 35 Prozent des WP-Stroms direkt vom Dach.
Warum PV und WP zusammengehören
Die Wärmepumpe verbraucht 3.000 bis 6.000 kWh Strom pro Jahr. Das sind bei 25 Cent WP-Tarif 750 bis 1.500 Euro. Jede kWh, die vom eigenen Dach kommt, kostet nur 8 bis 12 Cent Gestehungskosten statt 25 bis 30 Cent Netzstrom. Die Differenz (13 bis 22 Cent pro kWh) ist bares Geld.
Bei 30 Prozent PV-Deckung des WP-Stroms (realistisch ohne Batteriespeicher) spart man 150 bis 350 Euro pro Jahr. Mit Batteriespeicher steigt die Deckung auf 40 bis 50 Prozent, die Ersparnis auf 250 bis 500 Euro.
Zusätzlich: Der Haushaltsstrom (3.000 bis 5.000 kWh) wird ebenfalls teilweise vom Dach gedeckt. Eine 10-kWp-Anlage produziert in Deutschland rund 10.000 kWh pro Jahr und deckt damit Haushalt und WP zusammen zu 30 bis 50 Prozent.
Wie groß die PV-Anlage sein sollte
Ohne Wärmepumpe reichen für einen durchschnittlichen Haushalt 5 bis 7 kWp. Mit WP kommen 3 bis 5 kWp dazu.
Haushaltsstrom 4.000 kWh plus WP-Strom 4.500 kWh gleich 8.500 kWh Gesamtverbrauch. Bei einer PV-Anlage mit 10 kWp (produziert rund 10.000 kWh/Jahr) und 35 Prozent Eigenverbrauchsquote: 3.500 kWh Eigenverbrauch, spart 700 bis 1.050 Euro pro Jahr (je nach Netzstrompreis).
Die optimale Anlagengröße hängt vom Dach ab. Ein Süddach mit 30 Grad Neigung liefert rund 1.000 kWh pro kWp und Jahr. Ein Ost-West-Dach rund 850 kWh. Die WP braucht Strom vor allem im Winter, wenn die PV-Anlage am wenigsten produziert. Deshalb lohnt sich eine etwas größere Anlage: Der Überschuss im Sommer wird eingespeist (7 bis 8 Cent Vergütung), und im Winter liefert die Anlage auch bei wenig Sonne noch etwas.
Der saisonale Mismatch
Das Grundproblem: Die PV produziert im Sommer am meisten, die WP verbraucht im Winter am meisten. Im Juni liefert eine 10-kWp-Anlage 1.200 bis 1.400 kWh, die WP braucht aber nur 100 bis 200 kWh (Warmwasser). Im Januar liefert die PV 300 bis 500 kWh, die WP braucht 800 bis 1.200 kWh.
Direkte Deckung des WP-Stroms durch PV: 15 bis 25 Prozent ohne Speicher, 25 bis 40 Prozent mit Speicher. Den Rest liefert das Netz (WP-Tarif oder dynamischer Tarif).
Trotzdem lohnt sich die Kombination, weil die PV auch den Haushaltsstrom deckt und die Gesamtrechnung aufgeht. Und in der Übergangszeit (März bis Mai, September bis November) fallen PV-Produktion und WP-Bedarf am besten zusammen: Mäßige Sonne, mäßiger Heizbedarf.
PV-Leistung nach Szenario
Gedämmter Neubau mit FBH, 3 Personen: Haushalt 3.500 kWh, WP 2.500 kWh, Gesamt 6.000 kWh. Empfehlung: 7 bis 9 kWp.
Teilsanierter Altbau, 4 Personen: Haushalt 4.500 kWh, WP 4.500 kWh, Gesamt 9.000 kWh. Empfehlung: 10 bis 12 kWp.
Unsanierter Altbau, 4 Personen: Haushalt 4.500 kWh, WP 7.000 kWh, Gesamt 11.500 kWh. Empfehlung: 12 bis 15 kWp.
Wer ein E-Auto hat (zusätzlich 2.000 bis 3.000 kWh): Die Anlage um 2 bis 3 kWp vergrößern.
Mit oder ohne Batteriespeicher
Ohne Speicher: Eigenverbrauchsquote 25 bis 35 Prozent (Haushalt plus WP). Der PV-Strom wird tagsüber direkt verbraucht, der Überschuss eingespeist.
Mit Speicher (5 bis 10 kWh): Eigenverbrauchsquote 40 bis 55 Prozent. Der Speicher fängt den Tagesüberschuss auf und liefert ihn abends, wenn der Haushalt Strom braucht. Für die WP bringt der Speicher weniger, weil die WP vor allem im Winter Strom braucht und der Speicher im Winter wenig Solarüberschuss hat.
Ob sich der Speicher lohnt, hängt vom Preis ab. Bei 5.000 bis 8.000 Euro für einen 10-kWh-Speicher und 200 bis 400 Euro jährlicher Zusatzersparnis liegt die Amortisation bei 12 bis 20 Jahren. Ohne Speicher amortisiert sich die PV-Anlage in 8 bis 12 Jahren.
SG-Ready: PV-Strom intelligent in die WP leiten
Die meisten modernen WP haben einen SG-Ready-Eingang (Smart Grid Ready). Darüber kann ein Energiemanagementsystem der WP signalisieren: „Jetzt ist PV-Überschuss da, heiz den Warmwasserspeicher oder den Puffer auf.“ Die WP erhöht dann die Soll-Temperatur um 3 bis 5 Grad und speichert die Solarwärme.
Das kostet nichts extra (SG-Ready ist in den meisten WP eingebaut) und erhöht den PV-Eigenverbrauch um 5 bis 10 Prozentpunkte. Wer ein HEMS (Home Energy Management System) hat, kann die Steuerung noch feiner machen: WP nur einschalten, wenn mindestens 2 kW PV-Überschuss vorhanden sind.
Kosten und Förderung
Eine 10-kWp-PV-Anlage kostet 2026 rund 10.000 bis 14.000 Euro (ohne Speicher). Mit 10-kWh-Speicher: 15.000 bis 22.000 Euro. Die PV-Anlage hat keine separate Bundesförderung mehr (0 Prozent MwSt gilt weiterhin), aber die Einspeisevergütung (7 bis 8 Cent pro kWh) und der eingesparte Netzstrom amortisieren die Investition in 8 bis 12 Jahren.
Die WP-Förderung (BEG) und die PV-Anlage sind getrennte Investitionen. Die PV wird nicht über die BEG gefördert, und die WP nicht über die PV-Vergütung. Aber die Kombination macht beide Investitionen wirtschaftlicher.







