Propan (R290) ist brennbar. Das ist eine Tatsache, und sie macht vielen Hausbesitzern Sorgen. Die andere Tatsache: In der EU gibt es seit Einführung von R290-Wärmepumpen keinen einzigen dokumentierten Brandfall durch das Kältemittel. Die Füllmenge ist klein, das System geschlossen, und die Sicherheitsvorschriften sind streng. Trotzdem sollte man wissen, welche Regeln gelten und warum.
Warum Propan brennbar, aber nicht gefährlich ist
Propan hat einen Flammpunkt von minus 104 Grad und eine untere Explosionsgrenze von 2,1 Volumenprozent in Luft. Das heißt: Propan entzündet sich leicht, aber es braucht eine bestimmte Konzentration in der Luft, bevor es gefährlich wird.
Eine Einfamilienhaus-WP enthält 0,5 bis 1,5 kg R290. Selbst wenn die gesamte Menge auf einmal austreten würde (bei einem katastrophalen Leck, das in der Praxis nicht vorkommt), würde sich das Gas im Freien sofort verteilen und die zündfähige Konzentration nie erreichen.
Im Innenbereich (nur bei Split-Geräten relevant) wäre ein Leck theoretisch problematischer, weil Propan schwerer als Luft ist und sich am Boden sammelt. Deshalb schreiben die Normen bei Innenaufstellung einen Gassensor vor, der bei 20 Prozent der unteren Explosionsgrenze Alarm schlägt. Und die maximale Füllmenge ist begrenzt: abhängig von der Raumgröße, meistens 0,3 bis 1,0 kg im Innenbereich.
Bei Monoblock-Geräten (2026 der Standard) bleibt das gesamte Propan im Außengerät. Kein Kältemittel im Haus, kein Innenraum-Risiko.
Die Sicherheitsvorschriften
EN 378 (Sicherheitstechnische und umweltrelevante Anforderungen an Kälteanlagen): Definiert Aufstellvorschriften, maximale Füllmengen und Schutzmaßnahmen für brennbare Kältemittel.
IEC 60335-2-40 (Sicherheit von elektrischen Geräten für den Hausgebrauch, Wärmepumpen): Seit der Revision 2022 sind höhere R290-Füllmengen erlaubt (bis 988 g für frei aufgestellte Innengeräte), und die Sicherheitsanforderungen wurden an die Praxis angepasst.
Aufstellvorschriften für Monoblock im Freien: Mindestabstand zu Zündquellen (offene Flammen, Steckdosen ohne Schutz) meistens 1 Meter. Nicht in Vertiefungen oder Gruben aufstellen (Propan sammelt sich in Senken). Freie Belüftung muss gewährleistet sein. Das erfüllt jeder normale Aufstellort neben dem Haus.
Für Split-Geräte mit R290 im Innenbereich: Gassensor Pflicht. Belüftung des Aufstellraums (Fenster oder Lüftungsöffnung). Maximale Füllmenge nach Raumgröße. Mindestabstand Inneneinheit zu Zündquellen. In der Praxis heißt das: Kein R290-Split-Gerät im winzigen Abstellraum ohne Fenster. Im normalen Heizungskeller oder Hauswirtschaftsraum kein Problem.
Was die Hersteller tun
Jedes R290-Gerät hat eingebaute Sicherheitsmechanismen: Drucksensoren, die bei ungewöhnlichem Druckabfall (Hinweis auf Leck) die WP sofort abschalten. Gasdichte Konstruktion mit minimalem Leckrisko. Bei Split-Geräten: werksseitig befüllter Kältemittelkreis, der auf der Baustelle nur verbunden, nicht befüllt wird. Und elektronische Lecküberwachung, die in der App Alarm gibt.
Versicherung und Haftung
Die Wohngebäudeversicherung deckt R290-Wärmepumpen wie jede andere Haustechnik. Ein Brand durch das Kältemittel (der in der Praxis nicht vorkommt) wäre durch die Gebäudeversicherung gedeckt. Manche Versicherer fragen nach dem Kältemittel, die meisten nicht.
Die Herstellergarantie deckt alle Kältemittel-bezogenen Defekte (Leck, Druckverlust). Voraussetzung: fachgerechte Installation durch einen autorisierten Betrieb.
Die ehrliche Risikoeinschätzung
Das Risiko durch R290 in einer Wärmepumpe ist geringer als das Risiko durch den Gasherd in der Küche (der mit demselben Propan oder Butan betrieben wird, nur in viel größerer Menge). Es ist geringer als das Risiko durch die Gasheizung im Keller (Erdgas, ebenfalls brennbar). Und es ist geringer als das Risiko durch den Benzinkanister in der Garage.
Wer eine Gasheizung betrieben hat, ohne sich Sorgen zu machen, braucht bei einer R290-WP erst recht keine Bedenken. Die Menge ist kleiner, das System geschlossener, und die Sicherheitsvorschriften strenger.







