Eine Pool-Wärmepumpe heizt das Schwimmbecken auf 25 bis 30 Grad und verlängert die Badesaison von Mai bis September auf April bis Oktober. Die Geräte kosten 1.500 bis 5.000 Euro und verbrauchen 1.000 bis 3.000 kWh Strom pro Saison. Im Vergleich zu einer Gasheizung oder einem elektrischen Durchlauferhitzer für den Pool ist die WP deutlich günstiger im Betrieb.
Wie sie funktioniert
Das Prinzip ist identisch mit einer Luft-Wasser-Heizungs-WP, nur dass das Poolwasser direkt durch den Wärmetauscher fließt. Die Pool-WP steht neben dem Pool, saugt Außenluft an, entzieht ihr Wärme und gibt sie ans Poolwasser ab. Ein Titanwärmetauscher (korrosionsbeständig gegen Chlor) überträgt die Wärme.
Der COP einer Pool-WP liegt bei 4 bis 7 bei Außentemperaturen von 15 bis 30 Grad. Das ist höher als bei einer Heizungs-WP, weil die Wassertemperatur niedrig ist (25 bis 30 Grad, nicht 50 bis 60 Grad) und die WP bei milden Außentemperaturen arbeitet (Poolsaison ist Frühling bis Herbst).
Dimensionierung
Die benötigte Heizleistung hängt von der Poolgröße, der gewünschten Wassertemperatur und der Abdeckung ab.
Faustregel: 1 kW Heizleistung pro 5 Kubikmeter Poolvolumen (mit Abdeckung). Ohne Abdeckung: doppelte Leistung.
Beispiel: Pool 8 x 4 x 1,5 Meter gleich 48 Kubikmeter. Mit Abdeckung: 10 kW Pool-WP. Ohne Abdeckung: 20 kW.
Eine Pool-Abdeckung (Solarfolie, Rollabdeckung) reduziert den Wärmeverlust um 50 bis 80 Prozent und ist die effektivste Einzelmaßnahme, um die Pool-Heizkosten zu senken. Kosten: 200 bis 2.000 Euro je nach Typ.
Kosten
Gerät (Luft-WP, 10 bis 15 kW, Inverter): 1.500 bis 5.000 Euro. Installation (Aufstellung, Verrohrung, Elektrik): 500 bis 1.500 Euro. Gesamt: 2.000 bis 6.500 Euro.
Stromkosten pro Saison (April bis Oktober): Bei einem 48-Kubikmeter-Pool mit Abdeckung und 10-kW-WP: 1.500 bis 2.500 kWh Strom. Bei 30 Cent: 450 bis 750 Euro. Mit PV-Eigenverbrauch: 200 bis 400 Euro.
Zum Vergleich: Elektrischer Durchlauferhitzer gleicher Leistung: 4.500 bis 7.500 kWh Strom, 1.350 bis 2.250 Euro. Gasheizung für den Pool: 600 bis 1.200 Euro Gas plus Wartung. Die Pool-WP ist im Betrieb am günstigsten.
Pool-WP und Heizungs-WP: Kann die Heizungs-WP den Pool mitheizen?
Technisch ja, wenn die Heizungs-WP einen separaten Ausgang für den Pool hat oder ein Wärmetauscher zwischengeschaltet wird. Manche Hersteller bieten das als Option an.
In der Praxis gibt es zwei Probleme. Im Sommer, wenn der Pool geheizt werden soll, hat die Heizungs-WP nichts zu tun (keine Raumheizung nötig). Sie läuft nur für Warmwasser und Pool. Das ist ineffizient, weil die Heizungs-WP für deutlich höhere Leistungen ausgelegt ist und bei niedriger Last taktet. Und im Winter, wenn die Heizung läuft, will niemand den Pool heizen.
Eine separate Pool-WP ist meistens die bessere Lösung: günstiger, besser dimensioniert für die Pool-Last, und unabhängig vom Heizsystem.
Worauf man beim Kauf achten sollte
Inverter-Technik. Pool-WP mit Inverter modulieren die Leistung und laufen leiser als On/Off-Geräte. Preis: 500 bis 1.000 Euro Aufpreis, lohnt sich wegen der niedrigeren Betriebskosten und der geringeren Lautstärke.
Titanwärmetauscher. Pflicht bei Chlorwasser. Billige Geräte haben manchmal nur Kupfer- oder Edelstahl-Wärmetauscher, die bei Chlorwasser korrodieren.
R290 oder R32. Auch bei Pool-WP ist R290 die bessere Wahl (effizienter, klimafreundlicher). Manche günstige Pool-WP nutzen noch R32 oder sogar R410A.
Lautstärke. Pool-WP laufen oft stundenlang am Stück. 45 bis 55 dB(A) ist typisch, also lauter als eine Heizungs-WP. Nicht neben dem Schlafzimmerfenster aufstellen.







