Das Wichtigste in Kürze
Eine neue Steuerung lohnt sich bei einer alten Heizung vor allem, wenn Außenfühler, Zeitprogramm oder Thermostatventile fehlen. Smarte Heizkörperthermostate sparen laut einer Modellrechnung des Öko-Instituts rund 6,5 Prozent Heizwärme.
- Günstigster Hebel: Heizkurve richtig einstellen und hydraulischen Abgleich machen lassen.
- Neuer Kesselregler nur, wenn der Kessel ihn unterstützt (Herstellerbus, OpenTherm, Schaltkontakt). Einbau durch den Fachbetrieb.
- Smarte Thermostate: etwa 40 bis 100 Euro pro Stück, selbst montierbar.
- BAFA-Förderung: 15 Prozent, Öl- oder Gasheizung höchstens 20 Jahre alt.
Mit „neuer Steuerung“ sind zwei verschiedene Dinge gemeint: der zentrale Regler am Kessel, der bestimmt, wie heiß das Wasser in die Heizkörper fließt, und die Thermostate an den einzelnen Heizkörpern. Bei alten Anlagen bringt oft nicht das neue Gerät die größte Einsparung, sondern die richtige Einstellung des vorhandenen.
Was eine Heizungssteuerung regelt
Der Kesselregler legt die Vorlauftemperatur fest. Eine witterungsgeführte Regelung misst dafür mit einem Außenfühler die Temperatur draußen und stellt den Vorlauf nach der Heizkurve ein: Je kälter es ist, desto heißer das Heizwasser. Dazu kommen Zeitprogramme für Nachtabsenkung und Sommerbetrieb. Die Thermostate an den Heizkörpern regeln danach jeden Raum einzeln. Wie der Außenfühler sitzen muss und wie man ihn einstellt, steht im Beitrag Außenfühler korrekt platzieren und einstellen.
Was das Gesetz verlangt
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz) schreibt für Zentralheizungen eine automatische Regelung vor. Sie muss die Wärmezufuhr nach der Außentemperatur oder einer anderen geeigneten Führungsgröße und nach der Zeit verringern und abschalten (§ 61). Wo sie fehlte, war sie bis zum 30. September 2021 nachzurüsten. Heizungen mit Wasser als Wärmeträger brauchen außerdem eine selbsttätige Regelung der Temperatur in jedem Raum, in der Praxis Thermostatventile. Fehlt sie, muss der Eigentümer nachrüsten (§ 63).
In Gebäuden ab sechs Wohnungen oder sonstigen Einheiten müssen ältere Heizungen, die keine Wärmepumpen sind, zusätzlich geprüft und optimiert werden (§ 60b). Für Anlagen, die vor dem 1. Oktober 2009 eingebaut wurden, läuft die Frist bis zum 30. September 2027. Geprüft werden unter anderem Regelparameter, Pumpe und die Möglichkeit, die Vorlauftemperatur zu senken. Smarte Thermostate verlangt das Gesetz nicht. Die frühere 65-Prozent-Regel für neue Heizungen ist entfallen, mehr dazu im Beitrag zur 65-Prozent-Regel.
Die größten Hebel: Heizkurve und hydraulischer Abgleich
Steht die Heizkurve zu hoch, liefert der Kessel jeden Tag mehr Wärme als nötig. Die Thermostate drosseln dann nur ab, was zu viel ankommt, egal wie modern sie sind. Bei alten Anlagen ist die Heizkurve oft seit dem Einbau unverändert. Senken Sie sie in kleinen Schritten und warten Sie jeweils ein paar Tage, bis an kalten Tagen gerade noch alle Räume warm werden.
Beim hydraulischen Abgleich stellt der Heizungsbauer an jedem Ventil ein, wie viel Wasser durchfließen darf. Danach werden auch entfernte Heizkörper warm, ohne dass der ganze Vorlauf heißer sein muss. Bei der Fußbodenheizung läuft das über die Durchflussmesser am Verteiler, wie man sie einstellt, steht hier.
Neuer Regler für den alten Kessel: wann das geht
Ob sich ein Kessel nachrüsten lässt, hängt von seiner Schnittstelle ab. Sie steht in der Anleitung oder auf der Regelungsplatine.
| Schnittstelle | Was damit geht | Zu beachten |
|---|---|---|
| Herstellereigener Bus (z. B. EMS bei Buderus, eBus bei Vaillant) | Originalregler des Herstellers mit Außenfühler, oft mit App-Modul | Einfachster Weg, wenn der Hersteller für den Kessel noch Regler anbietet |
| OpenTherm | Raumregler verschiedener Anbieter geben die Vorlauftemperatur stufenlos vor | Nur, wenn der Kessel OpenTherm unterstützt |
| Schaltkontakt (Ein/Aus) | Ein Raumthermostat schaltet die Heizung ein und aus | Einfach, aber ohne Anpassung der Vorlauftemperatur |
| 0–10 V | Vorgabe der Vorlauftemperatur über ein Spannungssignal | Eher bei größeren Anlagen mit Gebäudeleittechnik |
Den Regler am Kessel tauscht ein Heizungsfachbetrieb. Dabei wird an 230-Volt-Anschlüssen im Kessel gearbeitet, und Sicherheitseinrichtungen wie der Temperaturbegrenzer dürfen nicht umgangen werden. Was das kostet, hängt stark von Kessel, Regler und Arbeitszeit ab. Holen Sie dafür ein Angebot ein und klären Sie vorher die Förderung (siehe Profi-Tipp).
Regler nachrüsten oder Kessel tauschen?
| Ausgangslage | Sinnvoller Schritt |
|---|---|
| Kessel läuft zuverlässig, Regelung ohne Außenfühler oder Zeitprogramm | Regler mit Außenfühler nachrüsten, Heizkurve einstellen |
| Regelung vorhanden, aber Räume ungleich warm | Hydraulischer Abgleich, Thermostatventile prüfen |
| Heizkörper ohne Thermostatventile | Thermostatventile nachrüsten, das ist Pflicht (§ 63 GModG) |
| Öl- oder Gaskessel älter als 20 Jahre, häufige Störungen | Vor größeren Ausgaben für die Regelung den Kesseltausch durchrechnen. Eine Austauschpflicht gibt es nicht mehr. |
Smarte Thermostate: was sie wirklich bringen
Smarte Heizkörperthermostate ersetzen den alten Thermostatkopf am Heizkörper. Sie senken die Temperatur nach Zeitplan, bei Abwesenheit oder bei offenem Fenster. Die Abwesenheit erkennen viele über den Standort der Smartphones (Geofencing), ein offenes Fenster über einen schnellen Temperaturabfall oder einen Fensterkontakt.
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Hersteller werben teils mit bis zu 30 Prozent Einsparung. Belastbarer ist eine Modellrechnung des Öko-Instituts für die Verbraucherzentrale NRW aus dem Jahr 2019. Sie rechnet für eine Modellwohnung mit fünf smarten Thermostaten und konsequenter Absenkung nachts und bei Abwesenheit mit 6,5 Prozent weniger Heizwärme. Kommen weitere smarte Funktionen hinzu, etwa die Steuerung der Rollläden, waren es in der Wohnung 9 und im Einfamilienhaus 14 Prozent. Wer schon jetzt von Hand absenkt, spart weniger. Einen Teil frisst der Stromverbrauch der Geräte wieder auf.
Ein Rechenbeispiel: Eine Wohnung braucht 10.000 kWh Gas im Jahr. 6,5 Prozent davon sind 650 kWh. Bei angenommenen 12 Cent pro kWh spart das rund 78 Euro im Jahr. Fünf Thermostate zu je 60 bis 100 Euro kosten 300 bis 500 Euro und haben sich damit nach etwa vier bis sechs Jahren bezahlt gemacht.
Smarte Thermostate selbst montieren
Die Montage ist meist einfach: Alten Thermostatkopf abschrauben, gegebenenfalls einen Adapter aufsetzen, den neuen Kopf aufschrauben und in der App einrichten. Wasser muss dafür nicht abgelassen werden, weil der Kopf nur auf den Ventilstift drückt. Für Danfoss-Ventile und manche ältere Ventile braucht es einen passenden Adapter, der oft beiliegt. In der Mietwohnung sprechen Sie den Tausch vorher mit dem Vermieter ab und heben die alten Köpfe auf.
Einfache Thermostate beginnen bei etwa 40 Euro, Modelle mit Smart-Home-Funktionen kosten bis zu 100 Euro pro Stück. Einige Systeme brauchen zusätzlich eine Zentrale (Bridge) für die Verbindung ins Heimnetz.
Marktübersicht: empfohlene Produkte
Die Auswahl an Heizungssteuerungen nimmt kontinuierlich zu, wobei einige empfehlenswerte Produkte hervorgehoben werden sollten. Besonders die smarten Thermostate von Aqara und Tado sind interessante Optionen für moderne Heizbedürfnisse. Beide Geräte zeichnen sich durch Benutzerfreundlichkeit und umfangreiche Funktionen aus, um die Heizkosten zu optimieren.
Aqara Heizkörperthermostat E1
Das Aqara Heizkörperthermostat E1 gilt als eine kostengünstige Lösung, die sich durch einfache Installation und Bedienbarkeit auszeichnet. Nutzer schätzen die Integration in das Aqara Smart Home-System, was eine umfassende Automatisierung ermöglicht. Seine Fähigkeit, die Temperatur präzise zu regeln, macht es zu einer beliebten Wahl.
Tado Smartes Heizkörperthermostat X
Das Tado Smartes Heizkörperthermostat X beeindruckt durch seine umfangreichen Funktionen, die eine intelligente Heizungssteuerung gewährleisten. Besonderheiten wie Geofencing und eine benutzerfreundliche App unterstützen den modernen Nutzer, um die Heizung effizient zu steuern. Tado bietet zudem eine langanhaltende Energieeinsparung und somit eine nachhaltige Lösung für Ihr Zuhause.
Achten Sie beim Kauf darauf, ob die Thermostate auch ohne Internetverbindung nach ihrem Zeitplan weiterregeln und wie lange der Hersteller Updates für App und Geräte liefert.
Profi-Tipp der inoutic-Redaktion
Schauen Sie aufs Typenschild des Kessels, bevor Sie Geld für die Regelung ausgeben. Das BAFA fördert Heizungsoptimierung, also neuen Regler, Pumpentausch, Abgleich und Einstellung der Heizkurve, mit 15 Prozent. Bei Öl- und Gasheizungen aber nur, wenn sie nicht älter als 20 Jahre sind. Die Mindestinvestition liegt bei 300 Euro brutto, und ein Fachunternehmen oder Energieeffizienz-Experte muss eingebunden sein. Selbst montierte Thermostate aus dem Baumarkt fallen damit heraus. Fassen Sie deshalb Regler, Thermostatventile und Abgleich in einem Auftrag zusammen. Ist die Anlage noch nicht abgeglichen, verlangt das BAFA ohnehin einen Abgleich nach Verfahren B. Liegt der Kessel über 20 Jahren, gibt es diese Förderung nicht. Dann ist das Geld oft besser in der Planung des Nachfolgers angelegt.
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.














