ZDH-Präsident: Regierung stabilisiert nur auf dem Papier
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) kritisiert die Bundesregierung scharf für den am 6. August 2025 gefassten Kabinettsbeschluss zum Rentenpaket 2025. Zwar werde das Rentenniveau kurzfristig stabilisiert, doch fehlten dringend notwendige Reformen, um das Versprechen langfristig tragfähig zu machen. „Die Regierung fährt in der Sozialpolitik nicht nur auf eine Wand zu. Sie drückt sogar noch aufs Gaspedal. Dieser Kurs ist fatal“, erklärte ZDH-Präsident Jörg Dittrich.
Mehr Kosten für Betriebe und Beschäftigte
Nach Auffassung des Handwerks bedeutet das Rentenpaket vor allem steigende Beitragslasten für Unternehmen und Arbeitnehmer. Damit verschärft sich der Druck insbesondere auf kleine und mittlere Betriebe, die schon heute stark unter hohen Lohnnebenkosten leiden. „Die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands und tausende Arbeitsplätze geraten in Gefahr“, warnte Dittrich. Die Mehrbelastungen könnten nicht nur Investitionen hemmen, sondern auch Beschäftigung nachhaltig gefährden.
Gefahr für die langfristige Finanzierbarkeit
Während die Bundesregierung auf kurzfristige Sicherung setzt, fehlt aus Sicht des Handwerks ein Konzept für die Zukunft. Ohne grundlegende Reformen sei das Rentensystem nicht dauerhaft tragfähig. „Ohne mutige Schritte droht uns das ganze System absehbar um die Ohren zu fliegen“, so der ZDH-Präsident. Angesichts der demografischen Entwicklung mit einer alternden Gesellschaft steige der Handlungsdruck von Jahr zu Jahr.
Reformbedarf statt Aufschieben
Das Handwerk fordert die Politik auf, endlich strukturelle Antworten zu liefern, statt Zeit zu gewinnen. Dazu gehören nach Einschätzung des ZDH eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters, eine breitere Finanzierungsbasis und eine zielgerichtete Förderung betrieblicher und privater Vorsorge. „Es ist fünf nach zwölf. Wer jetzt noch glaubt, man könne die Probleme aufschieben, gefährdet die soziale Sicherheit von morgen“, betonte Dittrich.
Mittelstand besonders betroffen
Besonders dramatisch sind die Folgen für den Mittelstand. Handwerksbetriebe bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und sichern Millionen Arbeitsplätze. Steigende Sozialabgaben treffen sie jedoch besonders hart, da sie überproportional von Personalkosten abhängig sind. Schon jetzt klagen viele Betriebe über Fachkräftemangel, Kostensteigerungen und hohe bürokratische Belastungen. Zusätzliche Rentenbeiträge könnten für manche zum entscheidenden Wettbewerbsnachteil werden.
Appell an die Bundesregierung
Der ZDH appelliert daher eindringlich an die Bundesregierung, den eingeschlagenen Kurs zu überdenken. „Wir brauchen Reformen, die das Rentensystem dauerhaft finanzierbar machen und nicht nur kurzfristig beschönigen“, so Dittrich. Nur mit einem mutigen und zukunftsfesten Konzept lasse sich verhindern, dass die Rentenpolitik zur Bedrohung für Arbeitsplätze, Betriebe und die soziale Stabilität in Deutschland wird.









