Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet 2026 zwischen 20.000 und 35.000 Euro, schlüsselfertig installiert. Nach BEG-Förderung bleiben 6.000 bis 15.000 Euro Eigenanteil. Über 80 Prozent aller neuen Wärmepumpen in Deutschland sind Luft-Wasser-Systeme. Der Grund ist simpel: keine Bohrung nötig, keine besondere Genehmigung, und die Preise sind in den letzten zwei Jahren um 15 bis 25 Prozent gefallen.
Kostenaufstellung im Detail
Die Gesamtkosten verteilen sich auf fünf Posten. An jedem lässt sich drehen.
Gerät (Wärmepumpe)
8.000 bis 16.000 Euro. Die Heizleistung bestimmt den Preis. Ein 6-kW-Gerät für ein gedämmtes Haus mit 120 Quadratmetern liegt bei 8.000 bis 10.000 Euro. Für einen unsanierten Altbau mit 200 Quadratmetern braucht man eher 14 kW, und das Gerät kostet dann 13.000 bis 16.000 Euro.
Monoblock oder Split: Monoblock-Geräte stehen komplett draußen und brauchen nur zwei Wasserleitungen ins Haus. Kein Kältemittelschein nötig, einfachere Installation, 1.000 bis 2.000 Euro günstiger als Split. Split-Geräte haben eine Außen- und eine Inneneinheit, verbunden durch Kältemittelleitungen. Die Inneneinheit ist kompakter als ein Monoblock-Hydraulikmodul, aber ein zertifizierter Kältetechniker muss die Leitungen verlegen.
R290 (Propan) ist bei Neugeräten 2026 praktisch Standard. Viessmann Vitocal 250-A, Vaillant aroTHERM plus, Wolf CHA, Daikin Altherma 3 R, Bosch Compress 5800i laufen alle mit R290. Die Geräte kosten nicht mehr als die R32-Vorgänger, bringen aber den 5-Prozent-BEG-Effizienzbonus mit.
Peripherie und Zubehör
3.000 bis 6.000 Euro. Pufferspeicher (100 bis 500 Liter): 500 bis 1.800 Euro. Braucht aber nicht jede Anlage in dieser Größe. Moderne Inverter-WP mit Fußbodenheizung laufen oft mit einem kleinen 50-Liter-Puffer oder ganz ohne. Warmwasserspeicher (200 bis 300 Liter): 600 bis 1.500 Euro. Alternativ ein Frischwassermodul, das hygienischer arbeitet, aber teurer ist. Kompaktgeräte wie der Viessmann Vitocal 252-A haben Puffer und Warmwasser in einem Gehäuse, was Platz und Kosten spart.
Dazu kommen Umwälzpumpe, Ausdehnungsgefäß, Mischventile und Rohrleitungen. Die Regelung ist bei den meisten Geräten schon integriert, inklusive App und Wetterführung.
Installation und Montage
4.000 bis 8.000 Euro. Darin steckt: Außengerät aufstellen (Fundament oder Schwingungsdämpfer), hydraulische Anbindung ans Heizsystem, Elektroanschluss (400 Volt, eigene Absicherung im Zählerkasten), Wanddurchbrüche, Kondensatablauf und die Inbetriebnahme mit Befüllung, Entlüftung, Heizkurven-Einstellung und Einweisung.
Split-Geräte kosten 500 bis 1.500 Euro mehr, weil die Kältemittelleitungen von einem zertifizierten Techniker verlegt werden müssen.
Demontage der alten Heizung
1.000 bis 3.000 Euro. Gasheizung abklemmen und Leitungen stilllegen: 800 bis 1.500 Euro. Ölheizung inklusive Tankentsorgung: 1.500 bis 3.000 Euro (erdvergrabene Tanks sind besonders teuer). Nachtspeicherheizung: 500 bis 2.000 Euro, bei Geräten mit Asbest mehr. Schornstein-Abmeldung beim Schornsteinfeger: 100 bis 300 Euro.
Hydraulischer Abgleich
400 bis 1.000 Euro. Pflicht, wenn man BEG-Förderung will. Der Installateur berechnet für jeden Heizkörper oder Heizkreis die richtige Durchflussmenge. Das sorgt für gleichmäßigere Wärme im Haus und eine niedrigere Vorlauftemperatur, was die WP effizienter macht.
Preisbeispiele für typische Häuser
Gedämmtes Einfamilienhaus, 130 Quadratmeter, Fußbodenheizung vorhanden, Gasheizung raus: Gerät 9.500 Euro, Peripherie 3.500 Euro, Installation 5.500 Euro, Demontage 1.200 Euro, Abgleich 600 Euro. Macht 20.300 Euro. Nach 55 Prozent BEG-Förderung bleiben 9.135 Euro.
Teilsanierter Altbau, 160 Quadratmeter, Heizkörper bleiben, Ölheizung raus: Gerät 12.500 Euro, Peripherie 4.200 Euro, Installation 6.800 Euro, Demontage 2.500 Euro, Abgleich 800 Euro. Macht 26.800 Euro. Nach 55 Prozent Förderung: 12.060 Euro.
Unsanierter Altbau, 200 Quadratmeter, Heizkörper müssen teils getauscht werden, Ölheizung mit großem Erdtank: Gerät 15.000 Euro, Peripherie 5.000 Euro, Installation 7.500 Euro, Demontage 3.000 Euro, Abgleich 900 Euro, Heizkörpertausch 3.000 Euro. Macht 34.400 Euro. Mit 70 Prozent Förderung (Einkommensbonus): 10.320 Euro. Ohne Einkommensbonus (55 Prozent): 15.480 Euro.
Monoblock vs. Split: Kostenunterschied
Monoblock ist 2026 der Normalfall. Einfacher zu installieren, günstiger, schneller montiert. Der Unterschied zu Split liegt bei 1.500 bis 3.000 Euro (Gerät und Installation zusammen), und er wird kleiner, weil fast alle Hersteller inzwischen auf Monoblock setzen.
Wann sich Split trotzdem lohnt: Wenn das Außengerät weit vom Heizraum entfernt steht (über 10 Meter), werden Wasserleitungen teuer, weil sie isoliert werden müssen und trotzdem Wärme verlieren. Kältemittelleitungen sind in dem Fall effizienter. Oder wenn drinnen einfach kein Platz für ein Hydraulikmodul ist.
Betriebskosten pro Jahr
Eine Luft-Wasser-WP mit einer Jahresarbeitszahl von 3,5 in einem Haus mit 15.000 kWh Heizwärmebedarf verbraucht rund 4.300 kWh Strom im Jahr. Bei 30 Cent pro kWh sind das 1.290 Euro. Mit einem Wärmepumpentarif (22 bis 25 Cent) kommt man auf 950 bis 1.075 Euro.
Zum Vergleich: Ein Gasbrennwertkessel mit 95 Prozent Wirkungsgrad braucht für die gleiche Heizleistung bei 10 Cent pro kWh Gas rund 1.580 Euro im Jahr. Die WP spart also schon bei normalem Stromtarif etwa 300 Euro jährlich, mit Wärmepumpentarif 500 bis 600 Euro.
Bei der Wartung rechnet man mit 150 bis 300 Euro pro Jahr. Dafür fallen Schornsteinfeger-Kosten weg (50 bis 100 Euro) und der Gasanschluss-Grundpreis (80 bis 150 Euro).
Wo sich sparen lässt
Mehrere Angebote einholen, mindestens drei. Die Preisunterschiede zwischen Installateuren liegen bei 20 bis 30 Prozent für die gleiche Leistung. Wer im Sommer anfragt, bekommt oft bessere Preise, weil die Betriebe dann weniger zu tun haben.
Die Förderung voll ausschöpfen. Grundförderung (30 Prozent) plus Klimabonus (20 Prozent) plus Effizienzbonus (5 Prozent) ergibt 55 Prozent. Bei einem Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro kommt der Einkommensbonus dazu, dann sind es 70 Prozent. Bei 28.000 Euro Investition machen die 5 Prozent Effizienzbonus allein 1.400 Euro aus.
Vorarbeiten selbst erledigen. Alte Heizkörper abbauen, den Aufstellort freiräumen, den Schacht fürs Fundament graben: Manche Betriebe geben dafür 500 bis 1.000 Euro Nachlass. Aber die WP selbst muss vom Fachbetrieb eingebaut werden, sonst gibt es keine Förderung und keine Herstellergarantie.
Kompaktgerät statt Einzelkomponenten. Integrierter Puffer und Warmwasserspeicher in einem Gehäuse spart Peripheriekosten und Installationszeit.
R290 statt R32 wählen. Nicht weil R290-Geräte teurer wären (sind sie 2026 nicht), sondern wegen der 5 Prozent Effizienzbonus. Auf 28.000 Euro förderfähige Kosten gerechnet: 1.400 Euro mehr vom Staat.
Preisentwicklung
Die Preise für Luft-Wasser-Wärmepumpen sind seit dem Höhepunkt 2022/2023 um 15 bis 25 Prozent gefallen. Ein Gerät, das 2023 noch 14.000 Euro kostete, bekommt man 2026 für 10.500 bis 12.000 Euro. Auch die Installationskosten sind gesunken. Die Nachfrage ging von 356.000 Geräten (2023) auf rund 200.000 (2025) zurück, und die Betriebe konkurrieren stärker um Aufträge.
Für 2026 und 2027 dürfte das Preisniveau stabil bleiben oder leicht weiter sinken. Die Hersteller haben in den letzten Jahren massiv in europäische Werke investiert (Viessmann/Carrier in Polen, Vaillant in der Slowakei, Daikin in Tschechien), und chinesische Anbieter wie Midea und Gree drängen zusätzlich auf den Markt.
Die Nachfrage könnte ab der zweiten Jahreshälfte 2026 allerdings wieder anziehen. Dann greift die kommunale Wärmeplanung in Großstädten über 100.000 Einwohnern, und die GEG-Pflichten werden konkreter. Das heißt nicht, dass die Preise wieder explodieren, aber die Verhandlungsposition als Käufer wird schlechter, wenn plötzlich alle gleichzeitig bestellen.







