Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist mit über 80 Prozent Marktanteil der absolute Standard. Sie entzieht der Außenluft Wärme und gibt sie über einen Wasserkreislauf an Heizkörper oder Fußbodenheizung ab. Kein Bohren, keine besondere Genehmigung, und die Preise sind in den letzten zwei Jahren um 15 bis 25 Prozent gefallen. Für die meisten Einfamilienhäuser ist sie die richtige Wahl.
So funktioniert die Luft-Wasser-WP
Das Außengerät saugt Umgebungsluft an und leitet sie über einen Verdampfer, in dem ein Kältemittel (2026 meistens R290/Propan) zirkuliert. Das Kältemittel nimmt die Wärme der Luft auf und verdampft dabei. Der Kompressor verdichtet das Gas, die Temperatur steigt auf 55 bis 70 Grad. Im Kondensator wird die Wärme an das Heizwasser übertragen. Das abgekühlte Kältemittel fließt zurück zum Verdampfer. Dieser Kreislauf wiederholt sich ständig.
Der Zusatz „Wasser“ im Namen bezieht sich auf den Heizkreislauf: Die Wärmepumpe erwärmt Wasser, das durch Rohre in die Heizkörper oder die Fußbodenheizung fließt. Im Gegensatz dazu erwärmt eine Luft-Luft-WP die Raumluft direkt, ohne Wasserkreislauf.
Monoblock oder Split
Monoblock-Geräte stehen komplett draußen. Das gesamte Kältemittel bleibt im Außengerät, ins Haus führen nur zwei isolierte Wasserleitungen. Kein Kältemittelschein für den Installateur nötig, einfachere Installation, weniger Fehlerquellen. 2026 sind Monoblocks der Normalfall.
Split-Geräte bestehen aus einem Außenteil und einem Innenteil, verbunden durch Kältemittelleitungen. Die Kältemittelleitungen muss ein zertifizierter Techniker verlegen, was die Installation teurer und aufwendiger macht. Split lohnt sich, wenn das Außengerät weit vom Heizraum entfernt steht (über 10 Meter), weil lange Wasserleitungen Wärmeverluste haben. Oder wenn drinnen wenig Platz für ein Hydraulikmodul ist.
Der Preisunterschied: 1.500 bis 3.000 Euro zugunsten Monoblock.
Effizienz: Was man erwarten kann
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) einer Luft-Wasser-WP im Einfamilienhaus liegt bei 3,0 bis 4,0. Das heißt: Aus 1 kWh Strom werden 3 bis 4 kWh Wärme. Je niedriger die Vorlauftemperatur (Fußbodenheizung: 30 bis 35 Grad) und je milder der Winter, desto höher die JAZ.
Bei minus 10 Grad Außentemperatur sinkt der COP auf 2,0 bis 2,5. Das Gerät verbraucht dann deutlich mehr Strom pro erzeugte Wärme. Solche Tage machen aber nur 5 bis 10 Prozent der Heizperiode aus. Die restlichen 90 Prozent läuft die WP bei milderen Temperaturen und höherer Effizienz.
Im Vergleich zu Erdwärme-WP (JAZ 4,0 bis 5,0) ist die Luft-WP weniger effizient, dafür 5.000 bis 15.000 Euro günstiger in der Anschaffung. Über 20 Jahre rechnet sich die Erdwärme-WP nur, wenn die Heizlast hoch ist und die Bohrkosten moderat.
Lautstärke und Aufstellort
Das Außengerät hat einen Ventilator, der Luft ansaugt. Das macht Geräusche. Moderne R290-Geräte liegen bei 35 bis 45 dB(A) in 3 Metern Abstand. 35 dB ist leises Flüstern, 45 dB ist Bibliothekslautstärke. Im Normalbetrieb bei mildem Wetter laufen die Geräte meist am unteren Ende, bei Volllast im Winter am oberen.
Seit Januar 2026 gelten verschärfte Schall-Grenzwerte für die BEG-Förderung: 10 dB unter dem EU-Limit. Nicht jedes Gerät schafft das. Vor dem Kauf auf der BAFA-Förderliste prüfen.
Der Aufstellort sollte mindestens 3 Meter vom Nachbargrundstück entfernt sein (je nach Landesbauordnung). Nicht direkt unter Schlafzimmerfenstern (eigene oder die des Nachbarn). Nicht in einer Ecke zwischen zwei Wänden, weil das den Schall reflektiert und verstärkt. Freie Luftzufuhr muss gewährleistet sein, also keine enge Umhausung.
Kosten 2026
Gerät (Monoblock, R290, 6 bis 10 kW): 8.000 bis 14.000 Euro. Peripherie (Pufferspeicher, Warmwasserspeicher, Regelung): 3.000 bis 6.000 Euro. Installation: 4.000 bis 8.000 Euro. Demontage Altanlage: 1.000 bis 3.000 Euro. Hydraulischer Abgleich: 400 bis 1.000 Euro.
Gesamt schlüsselfertig: 20.000 bis 35.000 Euro. Nach BEG-Förderung (55 bis 70 Prozent): 6.000 bis 15.750 Euro Eigenanteil.
Für wen die Luft-Wasser-WP passt
Für die meisten Einfamilienhausbesitzer. Das Haus muss nicht perfekt gedämmt sein. Auch in teilsanierten Altbauten mit Heizkörpern arbeitet die Luft-WP wirtschaftlich, solange die Vorlauftemperatur unter 55 Grad bleibt.
Weniger geeignet ist sie in drei Fällen: Wenn der Aufstellort so nah am Nachbarn liegt, dass die Lärmgrenzwerte nicht eingehalten werden können. Wenn das Haus komplett unsaniert ist und Vorlauftemperaturen über 60 Grad braucht (dann besser eine Hochtemperatur-WP oder erst dämmen). Oder wenn man maximale Effizienz will und bereit ist, für eine Erdwärme-WP den Aufpreis zu zahlen.
Lebensdauer und Wartung
Kompressor: 15 bis 20 Jahre. Ventilator: 10 bis 15 Jahre (leicht austauschbar). Elektronik und Regelung: 15 bis 20 Jahre. Gesamtlebensdauer: 20 bis 25 Jahre bei regelmäßiger Wartung (einmal jährlich, 150 bis 300 Euro).
Im Vergleich: Eine Gasheizung hält 15 bis 20 Jahre, braucht zusätzlich Schornsteinfeger und Gasanschluss-Grundpreis. Die Luft-WP hat weniger bewegliche Teile als ein Gaskessel (kein Brenner, kein Gebläse, kein Wärmetauscher mit Kondensat) und ist dadurch wartungsärmer.







