Das Wichtigste in Kürze
Bei einem Haushaltskühlschrank kann man Kältemittel nicht einfach nachfüllen. Der Kreislauf ist verlötet und hat meist kein Serviceventil. Fehlt Kältemittel, gibt es ein Leck.
- Kältemittel ist heute fast immer Isobutan (R600a): brennbar, meist unter 50 g, Angabe auf dem Typenschild.
- Nachfüllsets und Selbermachen: nein, Brand- und Explosionsgefahr.
- Nur ein Kältetechnik-Betrieb sucht das Leck, lötet, evakuiert und füllt neu.
- Kosten: Anfahrt, mehrere Arbeitsstunden, Material. Bei älteren Geräten lohnt sich das selten, vorher Kostenvoranschlag holen.
- Erst prüfen: Türdichtung, Tauwasserablauf, verstaubtes Gitter hinten, Lüfter.
Warum ein Kühlschrank kein Kältemittel verbraucht
Ob Kältemittel, Kühlmittel, Kühlflüssigkeit oder „Gas“: Gemeint ist immer derselbe Stoff, der im Kühlschrank Wärme von innen nach außen transportiert. Der Kompressor verdichtet das gasförmige Kältemittel. Im Verflüssiger an der Rückseite gibt es Wärme ab und wird flüssig. Durch ein dünnes Kapillarrohr gelangt es in den Verdampfer im Innenraum, verdampft dort und nimmt dabei Wärme aus dem Kühlraum auf. Dann saugt der Kompressor es wieder an.
Dieser Kreislauf ist hermetisch geschlossen. Rohre und Bauteile sind verlötet, Schläuche oder Dichtungen, über die Kältemittel entweichen könnte, gibt es nicht. Ein intakter Kühlschrank verliert in seinem ganzen Leben kein Kältemittel. Anders als bei einer Auto-Klimaanlage gibt es deshalb auch nichts, was man regelmäßig auffüllen müsste. Meist fehlt sogar der Anschluss, an dem ein Techniker ein Füllgerät ansetzen könnte.
Wie Kältemittel verloren geht
Fehlt Kältemittel, ist der Kreislauf beschädigt. Typische Ursachen:
- Ein Loch im Verdampfer, oft weil beim Abtauen mit Messer oder Schaber Eis abgekratzt wurde. Der Verdampfer liegt im Gefrierfach oder direkt hinter der Innenwand.
- Korrosion an Rohren oder am Verdampfer, vor allem bei älteren Geräten
- Risse an Lötstellen oder Rohren, etwa nach einem Transport im Liegen oder durch Stöße
- Ein beschädigter Verflüssiger an der Rückseite
Die Türdichtung hat damit nichts zu tun. Ist sie undicht, strömt warme Luft herein, das Kältemittel bleibt aber im Kreislauf.
Woran Sie einen Kältemittelverlust erkennen und was sonst dahintersteckt
Fehlt Kältemittel, läuft der Kompressor fast ununterbrochen, und trotzdem wird es innen nicht mehr richtig kalt. Oft ist nur ein Teil des Verdampfers bereift, etwa eine Ecke oder ein Streifen an der Rückwand, während der Rest trocken bleibt. Das Gefrierfach hält seine Temperatur nicht mehr.
Dieselben Beschwerden haben aber meist harmlosere Ursachen. Prüfen Sie diese zuerst:
| Beobachtung | Häufige Ursache | Was Sie tun können |
|---|---|---|
| Kühlt schlecht, Kompressor läuft lange, Eis an der Rückwand | Undichte Türdichtung | Papiertest: Blatt einklemmen, rutscht es ohne Widerstand heraus, schließt die Dichtung dort nicht |
| Wasser unter dem Gemüsefach, Eiswulst unten an der Rückwand | Verstopfter Tauwasserablauf | Ablaufloch mit dem Reinigungsstab freimachen |
| Kompressor läuft fast durch, Gerät steht warm oder eng eingebaut | Wärme kommt hinten nicht weg | Gitter an der Rückseite entstauben, Lüftungsspalt freihalten, Standort prüfen |
| No-Frost-Gerät: Gefrierteil wird wärmer, Verdampfer hinter der Abdeckung vereist, Lüfter schleift | Abtauheizung, Abtaufühler oder Lüfter defekt | Kundendienst, Kältemittel ist hier selten das Problem |
| Gerät reagiert nicht auf den Regler | Thermostat oder Temperaturfühler | Kundendienst |
| Kompressor brummt kurz, klickt und geht wieder aus | Anlaufrelais oder Kompressor | Kundendienst |
Wie Sie Dichtung und Ablauf Schritt für Schritt prüfen, steht im Beitrag Warum vereist der Kühlschrank?.
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Welches Kältemittel im Kühlschrank steckt und ob es giftig ist
Haushaltskühlschränke arbeiten heute weltweit fast alle mit Isobutan, Kurzzeichen R600a. Fluorierte Kältemittel wie R134a sind in neuen Haushaltskühlschränken in der EU seit 2015 nicht mehr zulässig. Sie stecken nur noch in älteren Geräten. Welches Kältemittel und wie viel davon Ihr Gerät enthält, steht auf dem Typenschild im Innenraum. Bei Isobutan sind es meist weniger als 50 Gramm, aus Sicherheitsgründen höchstens 150 Gramm pro Kreislauf.
Isobutan ist ein fast geruchloses, brennbares Gas. Als giftig ist es nicht eingestuft. Die Gefahr ist der Brand: Ein Gemisch mit Luft ist schon ab 1,5 Volumenprozent zündfähig. Haben Sie beim Abtauen den Verdampfer beschädigt und hören ein Zischen, halten Sie offene Flammen und Funken fern, lüften Sie den Raum gründlich, ziehen Sie den Netzstecker und rufen Sie den Kundendienst.
Wer darf Kältemittel nachfüllen?
Arbeiten am Kältekreislauf sind Sache eines Kältetechnik-Fachbetriebs oder des Werkskundendiensts. Der Techniker sucht zuerst die undichte Stelle und lötet sie zu oder tauscht das Bauteil. Danach lötet er ein Serviceventil ein, tauscht in der Regel den Filtertrockner, saugt den Kreislauf leer und füllt genau die Menge vom Typenschild ein. Weil die Füllmenge so klein ist, kommt es auf wenige Gramm an. Bei Isobutan kommt hinzu, dass gelötet wird, während brennbares Gas im Spiel ist. Das erfordert Ausrüstung und Erfahrung. Für fluorierte Kältemittel wie R134a ist zusätzlich eine Sachkunde vorgeschrieben.
Nachfüllsets aus dem Internet mit Druckdose und Schlauch sind für Haushaltskühlschränke keine Lösung. Es gibt keinen Anschluss, an den man sie setzen könnte. Wer selbst eine Leitung anbohrt oder aufschneidet, setzt brennbares Gas in der Küche frei. Und solange das Leck bleibt, ist auch frisch eingefülltes Kältemittel bald wieder weg.
No-Frost-Geräte, etwa ein Miele-No-Frost-Gefrierschrank, haben denselben geschlossenen Kreislauf. Dort kommen Lüfter und Abtauheizung hinzu. Sie fallen deutlich häufiger aus als der Kältekreis selbst, Hinweise dazu im Beitrag No-Frost-Gefriergeräte: typische Störungen.
Was kostet Kältemittel nachfüllen beim Kühlschrank?
Das Kältemittel selbst kostet fast nichts. Teuer ist die Arbeit: Anfahrt, Lecksuche, Löten, Leersaugen, Befüllen und Dichtheitsprüfung dauern mehrere Stunden, dazu kommen Serviceventil, Filtertrockner und gegebenenfalls ein neuer Verdampfer. Liegt das Leck im eingeschäumten Teil des Gehäuses, kommt der Techniker oft gar nicht heran. Dann ist eine Reparatur praktisch nicht möglich.
Ob sich das lohnt, entscheiden drei Fragen:
- Wie alt ist das Gerät? Ist es jünger als zwei Jahre, wenden Sie sich zuerst an den Verkäufer, die gesetzliche Gewährleistung beträgt zwei Jahre. Manche Hersteller geben zusätzlich Garantie.
- Was kostet ein vergleichbares Neugerät? Lassen Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben und legen Sie ihn neben den Neupreis. Bei einfachen Standgeräten liegt die Reparatur am Kältekreis schnell in derselben Größenordnung.
- Wie viel Strom braucht das alte Gerät? Ältere Kühlschränke verbrauchen oft deutlich mehr als neue. Die Differenz über die nächsten Jahre gehört in die Rechnung.
Pflege, die wirklich etwas bringt
Eine jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb ist bei Haushaltskühlschränken nicht üblich und nicht nötig. Selbst erledigen Sie:
- Gitter oder Verflüssiger an der Rückseite gelegentlich absaugen, vorher den Netzstecker ziehen
- Türdichtung mit warmem Wasser und Spülmittel reinigen, Papiertest machen
- Tauwasserablauf frei halten
- Eis nie abkratzen, sondern abtauen lassen. Das schützt den Verdampfer vor genau dem Loch, das später das Kältemittel kostet.
Ist der Kühlschrank zu kalt statt zu warm, liegt das fast nie am Kältemittel. Die Ursachen dafür stehen im Beitrag Kühlschrank zu kalt.
Profi-Tipp der inoutic-Redaktion
Bevor Sie einen Techniker bestellen, fühlen Sie bei laufendem Kompressor nach. Nach etwa 15 Minuten Laufzeit sollte der Verflüssiger deutlich warm werden. Er sitzt als Gitter hinten am Gerät oder, bei glatter Rückseite, in den Seitenwänden. Bleibt er kalt, obwohl der Kompressor läuft, und ist der Verdampfer innen nur stellenweise bereift, spricht das für zu wenig Kältemittel. Wird der Verflüssiger warm und es kühlt trotzdem schlecht, liegt der Fehler eher bei Dichtung, Lüfter oder Regelung. Diese Beobachtung hilft dem Betrieb bei der Einschätzung am Telefon. Und lassen Sie sich bestätigen, dass das Leck gefunden und repariert wird. Nur nachfüllen ohne Reparatur ist rausgeworfenes Geld, das Gerät kühlt dann wenige Wochen.
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.










