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Kommunale Wärmeplanung: Was deine Stadt plant und was das für dich heißt

von inoutic Redaktion
07.04.2026
in Magazin
Lesedauer:3 Minuten Lesezeit
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Jede Kommune in Deutschland muss einen Wärmeplan erstellen. Großstädte über 100.000 Einwohner bis zum 30. Juni 2026, alle anderen bis zum 30. Juni 2028. Der Wärmeplan legt fest, welche Stadtteile künftig mit Fernwärme versorgt werden, wo Wasserstoff ins Gasnetz kommen soll und wo Eigentümer auf individuelle Lösungen (also meistens Wärmepumpe) setzen müssen. Für deine Heizungsentscheidung ist der Wärmeplan eine wichtige Grundlage.

Was ein Wärmeplan ist

Die kommunale Wärmeplanung ist eine Bestandsaufnahme und Strategie. Die Kommune analysiert: Wie wird aktuell geheizt (Gas, Öl, Fernwärme, Strom)? Wo gibt es Wärmenetze, und wo lohnt sich der Ausbau? Welche erneuerbaren Wärmequellen sind lokal verfügbar (Geothermie, Abwärme aus Industrie, Solarthermie, Biomasse)? Und daraus leitet sie ab: Welche Gebiete bekommen Fernwärme, welche bleiben bei dezentraler Versorgung?

Das Ergebnis ist eine Karte, auf der jede Straße einem Versorgungsgebiet zugeordnet ist. Entweder: Fernwärme-Vorranggebiet (hier wird ein Wärmenetz gebaut oder ausgebaut). Oder: Dezentrales Versorgungsgebiet (hier muss jeder Eigentümer selbst für eine erneuerbare Heizung sorgen). Oder: Wasserstoff-Vorranggebiet (hier soll das Gasnetz auf Wasserstoff umgestellt werden, was allerdings in der Praxis 2026 fast nirgends konkret geplant ist).

Warum der Wärmeplan dich betrifft

Sobald der Wärmeplan deiner Kommune veröffentlicht ist, greift die 65-Prozent-Regel beim nächsten Heizungstausch. Solange kein Wärmeplan da ist, kannst du auch 2026 noch eine Gasheizung einbauen (ohne Förderung, aber legal). Nach dem Wärmeplan muss die neue Heizung 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen.

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Wenn deine Straße im Fernwärme-Vorranggebiet liegt, hast du eine dritte Option: Anschluss ans Wärmenetz. Ob das finanziell attraktiv ist, hängt von den Fernwärmepreisen und dem Zeitplan des Netzausbaus ab. Manche Kommunen planen den Ausbau für 2028, andere für 2035. In der Zwischenzeit brauchst du trotzdem eine Heizung.

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Wenn deine Straße im dezentralen Gebiet liegt, ist klar: Du bist für deine Heizung selbst verantwortlich. Wärmepumpe, Pellets oder eine andere 65-Prozent-konforme Lösung.

Wo du den Wärmeplan findest

Die meisten Kommunen veröffentlichen ihren Wärmeplan auf der Website der Stadt, unter „Klimaschutz“, „Energie“ oder „Wärmeplanung“. Manche haben interaktive Karten, auf denen du deine Adresse eingeben und sehen kannst, in welchem Versorgungsgebiet du liegst.

Stand März 2026 haben die folgenden Großstädte ihren Wärmeplan bereits veröffentlicht oder stehen unmittelbar davor: München, Hamburg, Frankfurt am Main, Stuttgart, Mannheim, Freiburg, Heidelberg und Karlsruhe. Berlin, Köln, Düsseldorf, Hannover und viele andere arbeiten noch daran und planen die Veröffentlichung bis Juli 2026.

Kleinere Kommunen (unter 100.000 Einwohner) haben bis Juni 2028 Zeit. Viele stehen noch am Anfang der Planung.

Was der Wärmeplan nicht festlegt

Der Wärmeplan ist eine Strategie, kein Gesetz. Er verpflichtet dich nicht, sofort deine Heizung zu tauschen. Er verpflichtet die Kommune, eine Infrastruktur-Strategie zu haben. Und er definiert, ab wann beim Heizungstausch die 65-Prozent-Regel gilt.

Der Wärmeplan garantiert auch nicht, dass Fernwärme tatsächlich kommt. Wenn deine Straße als Fernwärme-Gebiet ausgewiesen ist, aber der Netzbetreiber den Ausbau erst für 2032 plant, musst du in der Zwischenzeit selbst heizen. Die Übergangsfristen im GEG berücksichtigen das, aber du solltest trotzdem den konkreten Zeitplan kennen.

Fernwärme oder Wärmepumpe?

Wenn der Wärmeplan Fernwärme für deine Straße vorsieht und der Anschluss in den nächsten 2 bis 3 Jahren realistisch ist, kann Warten sinnvoll sein. Fernwärme-Anschlusskosten liegen bei 5.000 bis 15.000 Euro, je nach Entfernung zur Leitung. Die laufenden Kosten hängen vom Fernwärmepreis ab, der regional stark variiert (8 bis 15 Cent pro kWh).

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Wenn Fernwärme erst in 5 bis 10 Jahren geplant ist, lohnt sich meistens die Wärmepumpe jetzt. Die Förderung ist auf dem Maximum, die Preise sind niedrig, und die WP heizt 20 bis 25 Jahre. Ob man in 10 Jahren auf Fernwärme umsteigt, kann man dann immer noch entscheiden.

Wenn deine Straße im dezentralen Gebiet liegt, ist die Entscheidung klar: Wärmepumpe (oder eine andere 65-Prozent-Lösung). Fernwärme kommt dort nicht.

Was Wasserstoff im Wärmeplan bedeutet

Manche Wärmepläne weisen Gebiete als „Wasserstoff-Vorranggebiet“ aus. Das klingt, als könnte man die Gasheizung behalten und auf Wasserstoff warten. In der Praxis ist das 2026 keine realistische Option. Grüner Wasserstoff für die Gebäudeheizung ist nicht verfügbar, viel zu teuer (geschätzt 20 bis 30 Cent pro kWh, wenn er irgendwann kommt) und energetisch ineffizient (Wirkungsgrad Strom-zu-Wärme über Wasserstoff: 50 bis 60 Prozent, Wärmepumpe: 300 bis 400 Prozent).

Selbst Kommunen, die Wasserstoff-Gebiete ausweisen, tun das meistens als Platzhalter für den Fall, dass sich die Technologie entwickelt. Wer jetzt eine Heizungsentscheidung treffen muss, sollte sich nicht darauf verlassen.

Was du tun solltest

Prüf, ob deine Kommune einen Wärmeplan hat. Schau, in welchem Gebiet dein Haus liegt. Und triff dann deine Entscheidung. In den allermeisten Fällen heißt die Antwort: Wärmepumpe. Fernwärme ist nur dort eine Alternative, wo sie zeitnah und zu akzeptablen Preisen verfügbar ist. Und auf Wasserstoff zu warten ist ein Spiel auf Zeit, das fast immer verloren geht.

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