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KfW-Kredit 270: Zinsgünstiges Darlehen für Solaranlagen

von inoutic Redaktion
31.03.2026
in Magazin
Lesedauer:4 Minuten Lesezeit
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KfW Kredit 270 fuer Solaranlage
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Der KfW-Kredit 270 ist das zentrale Förderdarlehen für Photovoltaik in Deutschland. Wer die Solaranlage nicht bar bezahlen kann oder will, findet hier die günstigste Kreditoption vom Staat. Bis zu 100 Prozent der Investitionskosten lassen sich finanzieren, mit Laufzeiten bis 30 Jahre und tilgungsfreien Anlaufjahren. Der Antrag läuft über die Hausbank, und ein paar Details sollte man kennen, bevor man unterschreibt.

Was der KfW 270 ist

Das Programm heißt offiziell „Erneuerbare Energien, Standard“ und richtet sich an alle, die in erneuerbare Energien investieren, also PV-Anlagen, Batteriespeicher, Windkraft, Biomasse und Wasserkraft. Für Privatpersonen mit Eigenheim ist es in der Praxis das Förderprogramm für die Solaranlage auf dem Dach.

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) vergibt das Darlehen nicht direkt, sondern über die Hausbank. Das heißt: Man geht zur Sparkasse, Volksbank, ING, DKB oder welcher Bank man Kunde ist, und beantragt den KfW-Kredit dort. Die Hausbank prüft die Bonität und leitet den Antrag an die KfW weiter. Wird er bewilligt, fließt das Geld über die Hausbank.

Die Konditionen im Detail

Finanzierungsanteil: Bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten. Man muss also kein Eigenkapital mitbringen, obwohl ein Eigenanteil die Zinslast senkt.

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Laufzeiten: 5, 10, 15, 20 oder 30 Jahre.

Tilgungsfreie Anlaufjahre: Je nach Laufzeit 1 bis 5 Jahre. In dieser Zeit zahlt man nur Zinsen, keine Tilgung. Das senkt die monatliche Belastung in den ersten Jahren, verlängert aber die Gesamtlaufzeit der Rückzahlung.

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Bei 5 Jahren Laufzeit: 1 tilgungsfreies Jahr.

Bei 10 Jahren: 2 tilgungsfreie Jahre.

Bei 20 Jahren: 3 tilgungsfreie Jahre.

Bei 30 Jahren: 5 tilgungsfreie Jahre.

Effektiver Jahreszins: 3,27 bis 10,78 Prozent, je nach Bonität und Laufzeit. Die Spanne ist groß, weil die KfW risikobasierte Zinsen berechnet. Wer ein hohes Einkommen, wenig bestehende Schulden und eine gute Schufa hat, bekommt Zinsen am unteren Ende. Realistisch für einen durchschnittlichen Eigenheimbesitzer mit guter Bonität: 4 bis 6 Prozent.

Maximaler Kreditbetrag: 50 Millionen Euro pro Vorhaben, was für Privatanlagen natürlich keine Rolle spielt.

Sondertilgung: Gegen Vorfälligkeitsentschädigung möglich. Wer vorzeitig alles zurückzahlen will (etwa weil eine Erbschaft eintrifft), kann das tun, muss aber die Entschädigung einkalkulieren.

Was finanziert werden kann

Der KfW 270 deckt die gesamte PV-Anlage ab: Solarmodule, Wechselrichter, Batteriespeicher, Montagesystem, Verkabelung, Elektroinstallation, Gerüst, Zählertausch, Inbetriebnahme, Planungskosten und die Anmeldung. Auch eine nachträgliche Speichererweiterung kann über den KfW 270 finanziert werden, sofern sie im Zusammenhang mit einer PV-Anlage steht.

Nicht finanziert werden: Grundstückskosten, reine Dachsanierung ohne PV-Bezug und Geräte, die keinen direkten Zusammenhang mit der Stromerzeugung haben (z.B. Wärmepumpe, die wird über andere Programme gefördert).

Rechenbeispiel

Anlage: 10 kWp mit 10-kWh-Speicher, Gesamtkosten 18.000 Euro.

Laufzeit: 15 Jahre, 2 tilgungsfreie Jahre.

Effektiver Jahreszins: 5 Prozent.

Monatliche Rate in den ersten 2 Jahren (nur Zinsen): 75 Euro.

Monatliche Rate ab Jahr 3 (Tilgung plus Zinsen): ca. 155 Euro.

Gesamtzinskosten über 15 Jahre: ca. 7.000 Euro.

Dem stehen gegenüber: 15 mal 2.200 Euro Nettoertrag aus der Anlage (Eigenverbrauchsersparnis plus Einspeisevergütung minus laufende Kosten) gleich 33.000 Euro.

Gewinn nach Zinsen über 15 Jahre: 33.000 minus 18.000 minus 7.000 gleich 8.000 Euro. Plus die weiteren 10 Jahre Ertrag ohne Kreditbelastung (nochmal 22.000 Euro).

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Die Anlage finanziert sich also über den Kredit komplett selbst und erwirtschaftet darüber hinaus einen deutlichen Gewinn. Das funktioniert, weil der Stromertrag höher ist als die Kreditrate.

So läuft der Antrag

Schritt 1: Angebot vom Solarteur einholen. Das Angebot muss die förderfähigen Kosten ausweisen.

Schritt 2: Antrag bei der Hausbank stellen. Die Bank prüft die Bonität und leitet den Antrag an die KfW weiter. Bearbeitungszeit: 2 bis 4 Wochen.

Schritt 3: Zusage der KfW abwarten. Erst nach der Zusage darf die Anlage bestellt werden. Wer vorher bestellt, verliert den Förderanspruch. Das ist der wichtigste Punkt, und den vergessen manche.

Schritt 4: Anlage bestellen und installieren lassen.

Schritt 5: Auszahlung beantragen. Nach Fertigstellung und Inbetriebnahme reicht man die Rechnungen bei der Hausbank ein, und der Kreditbetrag wird ausgezahlt.

Ein häufiger Fehler: Manche Hausbanken sind mit dem KfW 270 nicht vertraut oder haben wenig Erfahrung mit PV-Finanzierung. Wenn die eigene Bank den Antrag ablehnt oder sich sperrig zeigt, lohnt es sich, bei einer anderen Bank anzufragen. Der KfW-Kredit ist nicht an die Hausbank gebunden, man kann ihn bei jeder Bank beantragen, die KfW-Produkte durchleitet.

Kombinierbarkeit mit anderen Förderungen

Der KfW 270 lässt sich in vielen Fällen mit anderen Förderprogrammen kombinieren. Regionale Zuschüsse von Kommunen oder Bundesländern können zusätzlich zum Kredit beantragt werden, solange die jeweilige Förderrichtlinie das nicht ausschließt. Die Kombination mit der BEG-Förderung für Wärmepumpen ist ebenfalls möglich, wenn PV und Wärmepumpe als Gesamtpaket geplant werden.

Was nicht geht: Doppelförderung derselben Kosten. Wenn ein kommunaler Zuschuss 2.000 Euro für den Speicher deckt, darf der KfW-Kredit nur die restlichen Kosten finanzieren.

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Alternativen zum KfW 270

Wer den KfW-Weg als zu umständlich empfindet, hat Alternativen. Ein normaler Privatkredit (Ratenkredit) bei der Bank ist schneller bewilligt und erfordert keinen Verwendungszweck-Nachweis. Die Zinsen liegen 1 bis 3 Prozentpunkte über dem KfW-Kredit, der Prozess ist aber einfacher.

Für kleinere Anlagen unter 10.000 Euro kann sich auch ein Rahmenkredit oder eine Kreditkarten-Teilzahlung lohnen, wobei die Zinsen hier meistens höher sind.

Barkauf bleibt die wirtschaftlich beste Option, wenn das Geld verfügbar ist. Aber wer seine Liquidität lieber behält und trotzdem von der PV-Rendite profitieren will, macht mit dem KfW 270 nichts falsch. Die Anlage verdient die Kreditrate selbst, und am Ende bleibt ein Gewinn übrig. Das können die wenigsten Kredite von sich behaupten.

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