Nach der BEG-Förderung bleibt ein Eigenanteil von 6.000 bis 15.000 Euro. Wer das nicht auf der hohen Kante hat, kann den KfW-Ergänzungskredit (Programm 358/359) nutzen: zinsgünstig, lange Laufzeit, und bei niedrigem Einkommen gibt es einen Extra-Zinsvorteil. Der Kredit ergänzt den BEG-Zuschuss und macht den Heizungstausch auch ohne Ersparnisse möglich.
Konditionen 2026
Kredithöhe: bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit. Für eine Wärmepumpe braucht man davon in der Regel 8.000 bis 15.000 Euro.
Laufzeit: 4 bis 35 Jahre, frei wählbar. 10 Jahre sind der häufigste Fall.
Zinssatz: Festzins für die gewählte Laufzeit. Stand März 2026 liegt der Zinssatz bei rund 3,0 Prozent für 10 Jahre (normaler Satz) bzw. 2,0 Prozent für Haushalte mit Einkommen unter 90.000 Euro (vergünstigter Satz).
Tilgungsfreie Anlaufzeit: 1 bis 5 Jahre möglich. In dieser Zeit zahlt man nur Zinsen, keine Tilgung. Sinnvoll, wenn das Geld in den ersten Jahren knapp ist.
Sondertilgung: Jederzeit möglich ohne Vorfälligkeitsentschädigung.
Wer den vergünstigten Zinssatz bekommt
Der Zinsvorteil von rund 1 Prozentpunkt unter dem normalen KfW-Satz gilt für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 90.000 Euro. Das ist deutlich großzügiger als der Einkommensbonus (40.000 Euro). Die meisten Eigenheimbesitzer qualifizieren sich.
Nachweis: Steuerbescheid, wie beim Einkommensbonus. Der Bescheid des zweit- oder drittletzten Jahres zählt.
Rechenbeispiel
Investition: 28.000 Euro. BEG-Förderung 55 Prozent: 15.400 Euro Zuschuss. Eigenanteil: 12.600 Euro.
Ergänzungskredit: 12.600 Euro, vergünstigter Zins 2,0 Prozent, 10 Jahre Laufzeit.
Monatliche Rate: 116 Euro. Gesamtzinsen über 10 Jahre: 1.320 Euro. Gesamtrückzahlung: 13.920 Euro.
Zum Vergleich: Die monatliche Heizkostenersparnis der WP gegenüber Gas liegt bei 50 bis 80 Euro. Die Kreditrate ist also höher als die Ersparnis, aber nach 10 Jahren ist der Kredit abbezahlt, und die WP spart weiter.
Bei 15 Jahren Laufzeit: Monatliche Rate 81 Euro. Liegt damit im Bereich der monatlichen Heizkostenersparnis. Heißt: Der Heizungstausch finanziert sich fast selbst.
So läuft die Beantragung
Der Ergänzungskredit wird nicht direkt bei der KfW beantragt, sondern über die Hausbank (Sparkasse, Volksbank, Geschäftsbank). Die Hausbank leitet den Antrag an die KfW weiter und zahlt den Kredit aus.
Zeitlich muss der Kreditantrag nach der BEG-Zusage gestellt werden, aber vor der vollständigen Bezahlung der Handwerkerrechnung. Also: Erst BEG beantragen, Zusage abwarten, dann Kredit beantragen, dann Handwerker bezahlen.
Unterlagen für die Bank: BEG-Zusage-Bescheid, Handwerker-Angebot oder -Rechnung, Einkommensnachweis (Steuerbescheid), und die üblichen Kreditunterlagen (Selbstauskunft, Kontoauszüge).
Die Bearbeitungszeit bei der Bank: 1 bis 4 Wochen, je nach Bank und Auslastung. Das sollte man einplanen, damit der Handwerker nicht auf sein Geld warten muss.
Ergänzungskredit vs. normaler Bankkredit
Der KfW-Kredit hat zwei Vorteile gegenüber einem normalen Konsumentenkredit: den niedrigeren Zinssatz (besonders mit Einkommensvorteil) und die kostenlose Sondertilgung.
Ein normaler Konsumentenkredit von der Hausbank liegt 2026 bei 4,0 bis 6,0 Prozent für 10 Jahre. Der KfW-Kredit bei 2,0 bis 3,0 Prozent. Bei 12.600 Euro und 10 Jahren Laufzeit spart der KfW-Kredit 700 bis 2.000 Euro Zinsen gegenüber dem Bankkredit.
Ergänzungskredit vs. Contracting
Manche Hausbesitzer wählen Contracting (Miete) statt Kauf, weil sie den Eigenanteil nicht aufbringen können. Der Ergänzungskredit macht den Kauf auch ohne Ersparnisse möglich und ist auf 20 Jahre gerechnet 15.000 bis 25.000 Euro günstiger als Contracting.
Kauf mit Kredit (12.600 Euro, 2 Prozent, 10 Jahre): Gesamtkosten 13.920 Euro. Danach: keine weiteren Kosten, WP gehört dir.
Contracting (180 Euro/Monat, 20 Jahre): Gesamtkosten 43.200 Euro. Danach: Anlage gehört dem Anbieter.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.
Wann der Kredit keinen Sinn ergibt
Wenn man die 12.000 bis 15.000 Euro auf der hohen Kante hat und sie nicht anderweitig braucht, ist der Barkauf billiger, weil keine Zinsen anfallen. Klingt offensichtlich, aber manche nehmen aus Gewohnheit einen Kredit auf, obwohl das Geld da wäre.
Wenn die monatliche Rate nicht tragbar ist. Bei sehr niedrigem Einkommen und bereits bestehenden Krediten kann eine zusätzliche monatliche Belastung problematisch sein. Die Bank prüft die Bonität, aber man sollte auch selbst rechnen.







