Jede gute Wärmepumpe 2026 hat einen Inverter. Das bedeutet: Der Kompressor läuft nicht mit fester Drehzahl, sondern passt seine Leistung stufenlos an den aktuellen Wärmebedarf an. Im Frühling, wenn das Haus nur wenig Wärme braucht, dreht der Kompressor langsam. Bei minus 10 Grad im Januar dreht er voll auf. Das spart Strom, reduziert Verschleiß und macht die Heizung leiser.
On/Off vs. Inverter
Ältere Wärmepumpen (und billige Modelle) arbeiten nach dem On/Off-Prinzip: Der Kompressor läuft auf voller Leistung, bis die Solltemperatur erreicht ist. Dann schaltet er ab. Wenn die Temperatur wieder sinkt, springt er erneut an. Dieses Takten (An-Aus-An-Aus) hat mehrere Nachteile.
Beim Anlauf braucht der Kompressor einen Stromstoß (Anlaufstrom), der deutlich höher ist als der laufende Verbrauch. Bei 20 bis 30 Starts pro Tag summiert sich das. Außerdem verschleißen die mechanischen Bauteile durch die ständigen Lastwechsel schneller. Und das Heizsystem schwankt zwischen „zu warm“ (kurz nach dem Einschalten) und „zu kalt“ (kurz vor dem nächsten Start).
Ein Inverter-Kompressor vermeidet das. Er moduliert seine Drehzahl von zum Beispiel 20 bis 100 Prozent. Bei einem 9-kW-Gerät heißt das: Es liefert stufenlos zwischen 1,8 und 9 kW. Wenn das Haus gerade 3 kW braucht, läuft der Kompressor bei 33 Prozent und bleibt dauerhaft an, statt ständig zwischen 0 und 9 kW zu springen.
Warum Teillast effizienter ist
Das klingt erst mal widersprüchlich: Weniger Leistung, aber gleicher Strom? Nein, gerade andersherum. In Teillast arbeitet der Kompressor mit weniger Druck, und weniger Druck bedeutet weniger Arbeit pro umlaufendem Kältemittelmolekül. Der COP steigt.
Bei 100 Prozent Leistung hat eine typische Luft-WP einen COP von 3,5 bei A7/W35. Bei 50 Prozent Leistung steigt der COP auf 4,5 bis 5,0. Bei 25 Prozent sogar auf 5,0 bis 6,0. Das liegt daran, dass der Kompressor weniger verdichten muss und das Kältemittel mehr Zeit hat, Wärme im Verdampfer aufzunehmen.
In der Praxis läuft eine gut dimensionierte Wärmepumpe 80 bis 90 Prozent der Heizperiode in Teillast. Nur an den kältesten Tagen (minus 5 bis minus 15 Grad) braucht sie volle Leistung. Die restliche Zeit moduliert sie bei 30 bis 60 Prozent und arbeitet dabei effizienter als bei Volllast.
Modulationsbreite
Nicht jeder Inverter moduliert gleich breit. Die Modulationsbreite gibt an, wie weit der Kompressor seine Leistung reduzieren kann.
Der Wolf CHA-07 moduliert von 2 bis 7 kW. Das ist eine Breite von 29 bis 100 Prozent. Sehr gut.
Der Viessmann Vitocal 250-A moduliert von 2,7 bis 9 kW (30 bis 100 Prozent). Auch gut.
Ein Gerät mit schmaler Modulation (zum Beispiel 50 bis 100 Prozent) muss häufiger takten, wenn der Wärmebedarf unter 50 Prozent der Nennleistung fällt. Das passiert an milden Tagen und in der Übergangszeit (März bis Mai, September bis November), also genau dann, wenn die WP am meisten läuft.
Beim Kauf auf die Modulationsbreite achten. Je breiter, desto besser. Alles unter 30 Prozent Mindestleistung ist 2026 Standard bei guten Geräten.
Einfluss auf die Lautstärke
Ein Kompressor, der bei 30 Prozent Leistung läuft, macht weniger Lärm als einer bei 100 Prozent. Und der Ventilator dreht ebenfalls langsamer. Ein Gerät, das im Normalbetrieb (milde Temperaturen, Teillast) bei 30 bis 35 dB(A) läuft, ist nachts kaum hörbar. Nur an kalten Tagen bei Volllast steigt der Pegel auf 40 bis 45 dB(A).
Für die Nachbarschaft ist das ein großer Unterschied. Die Schallgrenzwerte der TA Lärm (35 dB nachts in Wohngebieten) werden von guten Inverter-Geräten in Teillast problemlos eingehalten. On/Off-Geräte, die immer bei voller Leistung und vollem Lärm starten, haben es da schwerer.
Lebensdauer
Inverter-Kompressoren halten länger als On/Off-Kompressoren. Der Grund: weniger mechanische Belastung durch das sanfte Hoch- und Herunterfahren statt der harten Starts. Hersteller geben 10 bis 15 Jahre Garantie auf den Kompressor. Die tatsächliche Lebensdauer liegt bei 15 bis 20 Jahren.
Braucht man noch einen Pufferspeicher?
Bei On/Off-Geräten war ein Pufferspeicher (100 bis 500 Liter) Pflicht, um das Takten zu dämpfen. Die WP heizte den Puffer auf, und das Heizsystem bediente sich daraus. Das vermied ständiges Ein- und Ausschalten.
Bei Inverter-Geräten mit breiter Modulation ist ein großer Pufferspeicher oft nicht mehr nötig. Wenn die WP ihre Leistung sauber anpassen kann, liefert sie genau so viel Wärme, wie das Haus gerade braucht, ohne Umweg über einen Speicher. Manche Hersteller empfehlen trotzdem einen kleinen Puffer (30 bis 50 Liter) als Mindest-Wassermenge im System, aber die großen 300-Liter-Puffer der On/Off-Ära sind bei modernen Inverter-WP überflüssig.
Das spart 500 bis 1.500 Euro beim Pufferspeicher und den Platz im Heizungskeller.







