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Infrarotheizung vs. Wärmepumpe: Wann welche Lösung passt

von inoutic Redaktion
05.05.2026
in Magazin
Lesedauer:2 Minuten Lesezeit
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Infrarotheizungen heizen mit Strom, direkt und ohne Umweg. COP 1,0: Aus 1 kWh Strom wird 1 kWh Wärme. Die Wärmepumpe macht aus 1 kWh Strom 3 bis 5 kWh Wärme. Rein nach Effizienz gewinnt die WP haushoch. Trotzdem gibt es Szenarien, in denen Infrarot die cleverere Lösung ist: selten genutzte Räume, Ferienhäuser und gut gedämmte Passivhäuser mit sehr niedriger Heizlast.

Der grundlegende Unterschied

Die Wärmepumpe ist ein Heizsystem. Sie ersetzt die Zentralheizung, versorgt alle Räume über einen Wasserkreislauf und erzeugt Warmwasser. Sie kostet 20.000 bis 35.000 Euro und braucht einen Fachbetrieb.

Die Infrarotheizung ist ein Heizgerät. Paneel an die Wand, Stecker in die Dose, fertig. Sie heizt den Raum, in dem sie hängt, durch Strahlungswärme (wie die Sonne). Kein Wasserkreislauf, kein Installateur, keine Wartung. Ein Paneel kostet 200 bis 800 Euro.

Effizienz und Kosten im Vergleich

Infrarot (15.000 kWh Heizwärmebedarf, COP 1,0): 15.000 kWh Strom pro Jahr. Bei 30 Cent: 4.500 Euro. Bei WP-Tarif (den gibt es für Infrarot nicht): irrelevant, weil kein separater Zähler.

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Wärmepumpe (15.000 kWh, JAZ 3,5): 4.286 kWh Strom. Bei 25 Cent WP-Tarif: 1.071 Euro.

Die WP kostet also ein Viertel der Stromkosten der Infrarotheizung. Über 20 Jahre: 68.000 Euro weniger.

Die Anschaffung der Infrarotheizung ist günstiger (3.000 bis 8.000 Euro für ein ganzes Haus) als die WP (20.000 bis 35.000 Euro). Aber die Betriebskosten-Differenz (3.400 Euro pro Jahr) frisst den Anschaffungsvorteil in 3 bis 5 Jahren auf.

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Wann Infrarot trotzdem Sinn ergibt

In Passivhäusern und KfW-40-Gebäuden mit sehr niedriger Heizlast (unter 3.000 kWh pro Jahr). Hier sind die absoluten Stromkosten gering: 900 Euro mit Infrarot (3.000 kWh mal 30 Cent) vs. 214 Euro mit WP (857 kWh mal 25 Cent). Die Differenz von 686 Euro pro Jahr rechtfertigt keine 20.000-Euro-WP. Die Amortisation der WP wäre 25 bis 30 Jahre, also länger als die Lebensdauer.

In selten genutzten Räumen. Gästezimmer, Hobbyraum, Wintergarten: Räume, die nur an 20 bis 50 Tagen im Jahr geheizt werden. Ein Infrarotpaneel für 400 Euro und 50 bis 100 Euro Strom pro Jahr ist günstiger als ein zusätzlicher Heizkreis.

In Ferienhäusern und Wochenendhäusern. Kein Wasserkreislauf, der einfrieren kann. Sofortwärme beim Ankommen (Infrarot braucht 10 Minuten, FBH braucht Stunden). Keine Wartung, keine Installation.

Als Übergangslösung. Die Gasheizung ist kaputt, die WP kommt erst in 3 Monaten. Ein paar Infrarotpaneele überbrücken die Zeit.

Wann Infrarot keinen Sinn ergibt

Als alleinige Heizung in einem normalen Einfamilienhaus (Heizlast über 8.000 kWh). Die Stromkosten sind zu hoch, und es gibt keine Förderung für Infrarotheizungen (keine BEG-Förderung, kein Klimabonus).

In schlecht gedämmten Altbauten. Hoher Heizwärmebedarf plus COP 1,0 gleich astronomische Stromrechnung. Ein Altbau mit 20.000 kWh Bedarf und Infrarot: 6.000 Euro Strom pro Jahr. Mit WP: 1.400 Euro. Keine Diskussion.

Wenn die 65-Prozent-EE-Regel gilt. Infrarot erfüllt die Regel nur, wenn der Strom zu 65 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammt. Das ist über einen Ökostromtarif möglich, aber die KfW akzeptiert Infrarot nicht als förderfähige Heiztechnik.

Die ehrliche Einordnung

Infrarot ist kein Ersatz für eine Wärmepumpe. Es ist eine Ergänzung für Sonderfälle. Wer ein normales Haus mit normalem Heizbedarf hat, kommt an der WP nicht vorbei. Wer ein Passivhaus oder ein Ferienhaus hat, kann mit Infrarot günstiger fahren.

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