Der iSFP ist ein Gutachten, das zeigt, in welcher Reihenfolge man sein Haus am besten saniert. Ein Energieberater erstellt ihn, der Staat zahlt 50 Prozent der Kosten, und wer danach saniert, bekommt 5 Prozent mehr Förderung auf jede Einzelmaßnahme. Bei einer Wärmepumpe bringt der iSFP keinen direkten Förderbonus (WP wird über BEG gefördert, nicht über iSFP), aber für die begleitenden Maßnahmen (Dämmung, Fenster, Heizkörper) lohnt er sich.
Was der iSFP ist
Ein Energieberater kommt ins Haus, untersucht den Gebäudezustand (Dämmung, Fenster, Heizung, Lüftung) und erstellt einen Sanierungsplan. Der Plan beschreibt, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge am sinnvollsten sind, wie viel jede Maßnahme kostet und spart, und welchen Energiestandard das Haus nach der Sanierung erreicht.
Das Ergebnis ist ein Dokument mit „Fahrplan-Charakter“: Schritt 1 in den nächsten 2 Jahren, Schritt 2 in 3 bis 5 Jahren, Schritt 3 in 5 bis 10 Jahren. Man muss nicht alles auf einmal machen, sondern kann schrittweise vorgehen.
Was er kostet
Der Energieberater verlangt 800 bis 2.000 Euro für den iSFP, je nach Gebäudegröße und Komplexität. Das BAFA fördert 50 Prozent der Kosten, maximal 650 Euro bei Ein-/Zweifamilienhäusern und 850 Euro bei Mehrfamilienhäusern.
Eigenanteil: 400 bis 1.000 Euro. Dafür bekommt man: Eine detaillierte Analyse des Gebäudes. Einen priorisierten Sanierungsplan. Die Grundlage für den 5-Prozent-iSFP-Bonus bei Einzelmaßnahmen. Und oft auch die Heizlastberechnung (die für die WP ohnehin nötig ist).
Der iSFP-Bonus: 5 Prozent extra
Wer eine BEG-Einzelmaßnahme (Dämmung, Fenster, Lüftung) umsetzt und dabei einen iSFP vorweisen kann, bekommt statt 15 Prozent Zuschuss 20 Prozent. Der Bonus gilt für alle Maßnahmen, die im iSFP empfohlen werden.
Beispiel: Dachdämmung für 12.000 Euro. Ohne iSFP: 15 Prozent Förderung, 1.800 Euro Zuschuss. Mit iSFP: 20 Prozent, 2.400 Euro. Differenz: 600 Euro. Dafür hat der iSFP 400 bis 1.000 Euro Eigenanteil gekostet. Schon bei einer einzigen Maßnahme ist der iSFP fast bezahlt. Bei zwei oder drei Maßnahmen spart man deutlich.
Außerdem steigt mit dem iSFP die Förderhöchstgrenze für BEG-Einzelmaßnahmen von 30.000 auf 60.000 Euro pro Wohneinheit und Kalenderjahr. Wer viel auf einmal saniert (Dach plus Fenster plus Kellerdecke), braucht die höhere Grenze.
iSFP und Wärmepumpe
Für die Wärmepumpe selbst gibt es keinen iSFP-Bonus. Die WP wird über die BEG-Heizungstausch-Förderung gefördert (30 bis 70 Prozent), und die ist unabhängig vom iSFP.
Aber: Der iSFP zeigt, welche Sanierungsmaßnahmen die WP effizienter machen. Wenn der Energieberater empfiehlt, vor dem WP-Einbau die Dachdämmung und drei Heizkörper zu tauschen, und man das auch macht, bekommt man für die Dämmung und die Heizkörper den iSFP-Bonus.
Die sinnvolle Reihenfolge: iSFP erstellen lassen. Die empfohlenen Sofortmaßnahmen (Dämmung, Heizkörper) umsetzen und den iSFP-Bonus mitnehmen. WP einbauen und die BEG-Förderung beantragen. Weitere Sanierungsschritte in den Folgejahren, jeweils mit iSFP-Bonus.
Wer den iSFP erstellt
Nur dena-gelistete Energieeffizienz-Experten dürfen den iSFP erstellen. Die Liste ist online durchsuchbar nach PLZ. Es gibt rund 14.000 Experten in Deutschland. Wartezeiten: 2 bis 8 Wochen, je nach Region und Auslastung.
Der Termin vor Ort dauert 2 bis 4 Stunden. Der Berater misst Wandstärken, prüft Fenster, schaut sich die Heizung an und nimmt Fotos auf. Das Gutachten wird dann im Büro erstellt und liegt nach 2 bis 4 Wochen vor.
Für wen sich der iSFP lohnt
Für jeden Altbau-Besitzer, der plant, in den nächsten 5 bis 10 Jahren mindestens eine Sanierungsmaßnahme umzusetzen. Der iSFP-Bonus (5 Prozent extra) und die höhere Förderhöchstgrenze (60.000 statt 30.000 Euro) rechnen sich schon bei einer einzigen Maßnahme.
Wer nur die WP einbauen will und sonst nichts am Haus verändert, braucht den iSFP nicht. Die WP-Förderung ist unabhängig davon.
Wer ohnehin einen Energieberater für die BzA (Bestätigung zum Antrag bei der KfW) braucht, kann den iSFP gleich mitmachen lassen. Manche Berater bieten ein Kombipaket (iSFP plus BzA) an, das günstiger ist als beides einzeln.







