Das Wichtigste in Kürze
Imprägnieren in der Waschmaschine heißt: Die saubere Jacke läuft in einem zweiten Waschgang mit einem Einwasch-Imprägniermittel (Wash-in) statt mit Waschmittel.
- Erst mit Funktionswaschmittel waschen, ohne Weichspüler.
- Waschmittelfach von Resten befreien, Wash-in-Mittel nach Herstellerangabe dosieren, etwa 100 ml je Kleidungsstück bei Nikwax TX.Direct.
- Programm Synthetik oder Pflegeleicht bei 30 °C, sanft schleudern.
- Danach trocknen wie auf dem Etikett angegeben, oft im Trockner auf Schonstufe. Nicht auf der Heizung.
- Jacken mit Netz- oder Fleecefutter besser von außen mit Spray imprägnieren.
Eine neue Regenjacke lässt Wasser abperlen, weil ihr Obergewebe eine wasserabweisende Ausrüstung trägt, abgekürzt DWR. Mit der Zeit verliert sich dieser Effekt durch Schmutz, Reibung und Waschen. Dann saugt sich der Außenstoff voll, die Jacke fühlt sich kalt und klamm an, und bei Membranjacken mit Gore-Tex oder ähnlichen Membranen kann der Wasserdampf von innen nicht mehr gut nach außen. Undicht ist die Jacke dann meist nicht, aber sie fühlt sich so an. Die Imprägnierung frischt diese Schicht wieder auf.
Erst prüfen: Muss die Jacke überhaupt imprägniert werden?
Oft reicht Waschen und Wärme. Schmutz und Hautfett überdecken die Imprägnierung, nach einer Wäsche und dem Trocknen mit Wärme kommt der Abperleffekt häufig zurück. Gore-Tex empfiehlt deshalb: Jacke waschen, trocknen und dann noch etwa 20 Minuten im Trockner nachlaufen lassen. Perlt Wasser danach immer noch nicht ab, ist eine neue Imprägnierung fällig. Ein einfacher Test: ein paar Tropfen Wasser auf Schultern und Ärmel geben. Bilden sie Perlen und laufen ab, ist alles in Ordnung. Ziehen sie in den Stoff ein und hinterlassen dunkle Flecken, imprägnieren Sie.
Imprägnieren in der Waschmaschine: Schritt für Schritt
- Etikett lesen. Darf das Teil in die Maschine? Bei abgelösten Nahtbändern lieber nicht.
- Waschen. Taschen leeren, Reiß- und Klettverschlüsse schließen. Mit einem Funktions- oder Flüssigwaschmittel waschen, ohne Weichspüler, ohne Pulverwaschmittel, ohne Fleckentferner. Gore-Tex nennt 40 °C und zweimaliges Spülen. Trocknen ist vor dem Imprägnieren nicht nötig.
- Waschmittelfach reinigen. Reste von Waschmittel oder Weichspüler stören die Imprägnierung.
- Mittel einfüllen. Ein Einwasch-Imprägniermittel nach Packungsangabe dosieren. Bei Nikwax TX.Direct Wash-In sind es 100 ml pro Kleidungsstück, höchstens zwei Teile pro Waschgang.
- Programm wählen. Synthetik oder Pflegeleicht bei 30 °C mit sanftem Schleudern, wie die Mittelhersteller angeben. Hat Ihre Maschine ein Programm „Imprägnieren“, folgen Sie der Gebrauchsanweisung der Maschine.
- Trocknen. Je nach Mittel und Etikett an der Luft oder im Trockner bei niedriger Temperatur. Bei Mitteln, die Wärme zum Aktivieren brauchen, steht das auf der Packung.
Waschmaschinen mit Imprägnierprogramm
Eine geeignete Waschmaschine für das Imprägnieren hat spezielle Einstellungen, die den entsprechenden Bedürfnissen gerecht werden. Sie sorgt dafür, dass der Imprägnierungsprozess optimal durchgeführt wird. Maschinen von Marken wie Miele oder Bosch bieten entsprechende Programme an, die die Effizienz der Behandlung erhöhen.
Was bedeutet „Imprägnieren“ an der Waschmaschine? Es ist ein eigenes Programm, das auf den Imprägniergang nach der Wäsche ausgelegt ist. Eine Maschine ohne dieses Programm eignet sich genauso, wenn Sie Temperatur und Schleuderdrehzahl wie oben beschrieben einstellen.
Wash-in oder Spray: Was passt zu welcher Jacke?
| Wash-in (Einwaschen) | Spray-on (Sprühen) | |
|---|---|---|
| Geeignet für | Regenjacken und -hosen ohne Futter, Hardshells mit Membran, Softshells | Jacken mit Netz-, Mesh- oder Fleecefutter, Teile, die nicht in die Maschine dürfen |
| Wirkt | auf dem ganzen Stoff, innen und außen | nur dort, wo gesprüht wird, also außen |
| Vorteil | gleichmäßig, wenig Aufwand | Futter bleibt saugfähig, stark beanspruchte Stellen gezielt behandeln |
| Nachteil | Futter wird mit imprägniert und transportiert Schweiß schlechter | mehr Handarbeit, ungleichmäßiger bei großen Flächen |
Nikwax empfiehlt das Spray ausdrücklich für Kleidung mit feuchtigkeitstransportierendem Innenfutter und das Einwaschmittel für Regenbekleidung ohne solches Futter. Gore-Tex rät bei Sprays zu Pumpsprays statt Aerosoldosen.
Welches Imprägniermittel?
Nehmen Sie ein Mittel, das ausdrücklich für die Waschmaschine und für Ihr Material ausgewiesen ist. Die gängigen Wash-in-Produkte sind für Synthetik und Membranen wie Gore-Tex oder Sympatex gemacht. Für Baumwolle, Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester, Wolle oder Daunen gibt es eigene Mittel. Ein Mittel für Synthetik gehört nicht an Daunen oder Wolle. Viele aktuelle Imprägniermittel sind frei von Fluorcarbonen (PFC-frei). Achten Sie beim Kauf auf diese Angabe, denn die früher üblichen fluorhaltigen Mittel bauen sich in der Umwelt kaum ab.
„Waschen und imprägnieren in einem Waschgang“ versprechen Kombiprodukte. Viele Einwasch-Imprägniermittel verlangen aber einen eigenen Waschgang davor, Nikwax etwa für TX.Direct. Schmutz und Waschmittelreste schwächen sonst die Imprägnierung. Halten Sie sich an die Packung.
Trocknen und Aktivieren: Wärme ja, Heizung nein
Viele Imprägnierungen und die werkseitige DWR-Ausrüstung werden durch milde Wärme wieder voll wirksam. Gore-Tex empfiehlt, die trockene Jacke noch etwa 20 Minuten bei warmer Schonstufe im Trockner laufen zu lassen. Ohne Trockner geht es mit dem Bügeleisen auf niedriger Stufe, ohne Dampf und mit einem Tuch zwischen Eisen und Jacke. Für das Nikwax-Einwaschmittel ist laut Hersteller keine Wärme nötig, Lufttrocknen genügt.
Nicht auf die Heizung legen. Dort wird es punktuell zu heiß, das kann Membran, Nahtbänder und Beschichtungen schädigen. Auch hohe Trocknerstufen sind tabu. Was das Kleidungsstück verträgt, zeigt das Pflegeetikett.
Typische Fehler
- Weichspüler: Er legt einen Film auf die Fasern und stört die Imprägnierung. Gore-Tex rät ausdrücklich davon ab. Schon Reste im Waschmittelfach können reichen.
- Waschmittel im Imprägniergang: Das Imprägniermittel kommt allein in die Maschine.
- Zu viel auf einmal: Nikwax nennt höchstens zwei Teile pro Waschgang, sonst verteilt sich das Mittel schlechter.
- Zu heiß getrocknet, etwa auf der Heizung, in praller Sonne oder auf der höchsten Trocknerstufe.
- Jacke mit Futter eingewaschen: Das Futter wird wasserabweisend und nimmt Schweiß schlechter auf.
Nach dem Imprägniergang können Reste in Trommel und Leitungen bleiben. Wer danach empfindliche Wäsche wäscht, lässt vorher einen kurzen Spülgang ohne Wäsche laufen.
Profi-Tipp der inoutic-Redaktion
Prüfen Sie vor dem Imprägnieren die Nahtbänder auf der Innenseite. Lösen sich die Bänder an den Rändern, soll die Jacke laut Nikwax nicht in die Waschmaschine. An genau diesen Nähten dringt sonst bald Wasser ein. Solche Jacken bekommen eine Spray-Imprägnierung von außen, die Nähte kann ein Outdoorhändler oder der Reparaturservice des Herstellers neu verkleben. Ein zweiter Punkt betrifft die Häufigkeit: Wer jede Wäsche mit einer Imprägnierung verbindet, verschwendet Mittel. Waschen Sie lieber regelmäßig, trocknen Sie mit Wärme, und machen Sie den Tropfentest. Erst wenn die Tropfen nicht mehr abperlen, wird imprägniert.
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.











