Stell dir vor, ein Material aus reinem Holz könnte Styropor und Kunststoffschäume ersetzen. Genau das ist jetzt Realität: Ein revolutionärer Naturfaserstoff steht kurz vor der Serienproduktion. Entwickelt wurde er am Fraunhofer-Institut WKI in Braunschweig – unter dem Namen LIGNEW.
Seit der ersten Nominierung für den Deutschen Rohstoffeffizienzpreis 2014 hat sich viel getan. Der Werkstoff überzeugt durch seine klimaneutrale Herstellung und vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Ob als Dämmmaterial oder Leichtbaukomponente – die Anwendungen sind so flexibel wie nachhaltig.
Was diesen innovativen Stoff besonders macht? Er besteht zu 100 % aus nachwachsenden Rohstoffen und bindet dabei CO₂. Interessant für alle, die umweltbewusst bauen wollen. Mehr Details zu hinter dem neuen Werkstoff erfährst du weiter unten.
Das Wichtigste in Kürze
- Vollständig biologischer Werkstoff aus Holzpartikeln
- Mehrfach ausgezeichnet (GreenTec-Award 2015, Interzum-Award)
- Entwicklung durch Spitzenforschung am Fraunhofer-Institut
- Klimapositiv durch CO₂-Speicherung im Material
- Technische Eigenschaften konkurrieren mit herkömmlichen Dämmstoffen
- Markteinführung unter dem Markennamen LIGNEW geplant
Neue Impulse im Bauwesen entdecken
Kennst du das Gefühl, wenn sich eine ganze Branche neu erfindet? In der Bauwelt passiert genau das: Alte Methoden weichen klimafreundlichen Innovationen, die unsere Städte zukunftsfähig machen. Dieser Wandel wird durch strengere Umweltvorschriften und veränderte Kundenwünsche beschleunigt.
Marktdynamik und Trends
Vor zehn Jahren dominierten noch Kunststoffe und Beton. Heute suchst du vergeblich nach Neubauten ohne ökologische Komponenten. Der Umsatz mit Naturdämmstoffen stieg laut Bundesverband Nachhaltiges Bauen seit 2018 um 43% – ein klares Signal.
| Materialtyp | Marktanteil 2020 | Prognose 2025 | CO₂-Einsparung |
|---|---|---|---|
| Mineralölbasierte Stoffe | 68% | 52% | 12% |
| Natürliche Alternativen | 22% | 38% | 89% |
Innovative Werkstoff-Entwicklung
Forschungslabore arbeiten an Lösungen, die dich begeistern werden. Ein Beispiel: Spezialisten am Fraunhofer-Institut entwickelten einen Schaum aus Holzfasern, der fossile Materialien ersetzt. Solche Hightech-Naturstoffe vereinen Leistungsstärke mit Umweltschutz.
Interessant wird’s bei Sicherheitsaspekten: Moderne Türsysteme kombinieren nun ökologische Werkstoffe mit hohem Schutzstandard. So entstehen Gebäude, die sowohl sicher als auch klimaneutral sind.
Holzschaum: Baustoff mit Marktreife
Wie entsteht eigentlich ein Material, das gleichzeitig stabil wie Holz und leicht wie Schaumstoff ist? Die Antwort liegt in einem cleveren Herstellungsverfahren. Ausgangspunkt sind reine Holzfasern, die mechanisch zerkleinert und mit Wasser zu einer dickflüssigen Substanz verarbeitet werden.
In diesem Prozess kommt Kohlendioxid zum Einsatz – nicht als schädliches Abgas, sondern als aktiver Bestandteil. Durch gezieltes Einblasen entstehen winzige Gasbläschen, die die Masse aufschäumen. Das Ergebnis sind selbsttragende Platten mit einer einzigartigen Wabenstruktur, ganz ohne synthetische Hilfsmittel.
Was diesen Naturfaserstoff so besonders macht? Er behält die positiven Eigenschaften des Rohmaterials: Atmungsaktivität, Formstabilität und natürliche Wärmedämmung. Gleichzeitig erreicht er durch die Schaumstruktur ein extrem geringes Gewicht – ideal für den Transport und die Verarbeitung vor Ort.
Entwickler setzen bewusst auf geschlossene Produktionskreisläufe. Restmaterialien werden direkt wiederverwertet, Abwässer gereinigt und im Prozess erneut genutzt. So entsteht ein Werkstoff, der nicht nur CO₂ bindet, sondern auch ressourcenschonend produziert wird.
Für dich bedeutet das: Du arbeitest mit einem Material, das von der Herstellung bis zur Entsorgung ökologische Standards erfüllt. Die Kombination aus traditionellem Rohstoff und modernster Technologie zeigt – Innovation muss nicht kompliziert sein.
Verarbeitung und Materialcharakteristika
Hast du dich je gefragt, wie ein Naturmaterial sowohl stabil als auch formbar sein kann? Die Antwort liegt in der intelligenten Kombination aus traditionellen Rohstoffen und modernster Technologie. Dieser Werkstoff überzeugt durch seine variable Dichte und einfache Bearbeitung – perfekt für individuelle Bauprojekte.
Herstellungsverfahren und Rohstoffverwertung
Bei der Produktion entsteht durch gezielte Steuerung des Aufschäumprozesses eine maßgeschneiderte Struktur. Die Rohdichte lässt sich zwischen 40 und 280 kg/m³ einstellen – je nachdem, ob du leichte Dämmungen oder tragfähige Elemente benötigst. Alle Produktionsrückstände werden direkt im Kreislauf wiederverwertet.
Besondere mechanische und thermische Eigenschaften
Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,036-0,045 W/(m·K) übertrifft das Material viele konventionelle Alternativen. Zum Vergleich: Polystyrol liegt bei ähnlichen Werten, hat aber keine natürliche Rohstoffbasis. Die Platten lassen sich mühelos zuschneiden und formen, ohne dass lästiger Staub entsteht.
Was diesen Werkstoff so praktisch macht? Er kombiniert die geruchsneutrale Verarbeitung von Holz mit der Flexibilität moderner Schaumstoffe. Dank der anpassbaren Dichte eignet er sich sowohl für Wärmedämmung als auch für konstruktive Anwendungen – immer mit positiver Ökobilanz.
Einsatzmöglichkeiten im Bau und darüber hinaus
Bist du bereit für ein Material, das Bauen revolutioniert? Dieser Naturfaserstoff zeigt seine Stärke nicht nur auf der Baustelle. Seine vielseitigen Eigenschaften eröffnen dir Lösungen, die du bisher nur mit Kunststoffen kanntest – komplett klimaneutral.
Anwendungen in der Wärme- und Schalldämmung
Hier punktet das Material doppelt: Es isoliert besser als Mineralwolle und dämpft Lärm wie spezielle Akustikplatten. Du ersetzt damit problemlos Polystyrol in Fassaden oder Dachdämmungen. Die natürliche Struktur verhindert Wärmebrücken – wichtig für energieeffizientes Bauen.
| Eigenschaft | Traditionelle Materialien | Innovativer Naturfaserstoff |
|---|---|---|
| Wärmeleitfähigkeit | 0,040-0,045 W/(m·K) | 0,036-0,042 W/(m·K) |
| Schalldämmung | Mittel | Hoch |
| Nachhaltigkeit | CO₂-intensiv | Klimapositiv |
| Gewicht | Schwer | Leicht |
Integration in hybride Werkstoffe
Kombiniere die Vorteile! Als Kernmaterial in Sandwichplatten verbindet es Stabilität mit Dämmleistung. Ideal für Leichtbauwände oder Türen. Du sparst Gewicht, ohne auf Festigkeit zu verzichten – perfekt für mehrgeschossige Holzbauten.
Alternative Nutzung als Verpackungsmaterial
Warum Kunststoffschaum verwenden, wenn es natürlich geht? Der Stoff schützt empfindliche Geräte genauso gut wie Styropor. Du formst maßgeschneiderte Einsätze für Transportkisten – komplett kompostierbar. Ein Gamechanger für umweltbewusste Logistik.
Ob im Hausbau oder bei Spezialverpackungen: Dieser Werkstoff gibt dir ökologische Alternativen, ohne Kompromisse bei der Leistung. Die Industrie hat das Potenzial erkannt – jetzt bist du dran.
Nachhaltige Alternativen und Umwelteinflüsse
Die Zukunft des Bauens liegt in intelligenten Materialkreisläufen. Mit dem neuen Naturfaserstoff gestaltest du Projekte, die Ökologie und Leistung verbinden – ohne Kompromisse.
Rohstoffmix mit System
Du arbeitest mit einem Werkstoff, der regionale Ressourcen optimal nutzt. Ob Nadelholz aus heimischen Wäldern oder Sägereste aus Sägewerken – selbst unbehandeltes Altholz wird zum wertvollen Rohstoff. Spannend: Auch Pflanzen wie Hanf oder Stroh lassen sich verarbeiten.
Diese Vielfalt macht dich unabhängig von einzelnen Holzarten. Projekte wie die Forschungsinitiativen der FNR zeigen, wie breit das Spektrum natürlicher Fasern ist. So entstehen maßgeschneiderte Lösungen für jede Anforderung.
Kreislaufwirtschaft in Perfektion
Nach der Nutzung geht’s weiter: Der Stoff lässt sich recyceln, energetisch verwerten oder sogar kompostieren. Dank chemiefreier Herstellung entfällt die aufwendige Entsorgung synthetischer Zusätze – ein Plus für deine Ökobilanz.
Ob Fensterrahmen aus Buche oder Dämmplatten aus Fichte – die passende Holzauswahl wird zum Schlüssel für nachhaltiges Bauen. Mit diesem Ansatz schließt sich der Kreis – vom Rohstoff bis zum Rückbau.

















