Vollversammlung der Handwerkskammer für München und Oberbayern diskutiert wirtschaftliche Herausforderungen und politische Weichenstellungen
Warnung vor wirtschaftlicher Stagnation
München, 3. Juli 2025 – Die wirtschaftliche Lage des Handwerks steht vor bedeutenden Herausforderungen, die dringend politische Lösungen erfordern. Dies wurde bei der Vollversammlung der Handwerkskammer für München und Oberbayern deutlich, die am 1. Juli 2025 stattfand. Präsident Franz Xaver Peteranderl warnte vor einer erneuten wirtschaftlichen Stagnation und forderte konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Handwerksbetriebe. „2025 droht erneut ein Jahr der Stagnation zu werden. Die Wirtschaft braucht dringend Wachstumsimpulse“, betonte Peteranderl in seinem eindringlichen Appell an die Politik.
Koalitionsvertrag reicht nicht aus – Mehr Entlastungen gefordert
Der Handwerkspräsident sieht zwar positive Ansätze im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung, mahnt jedoch gleichzeitig weitergehende Reformen an. Besonders die Entlastung der Betriebe von der wachsenden Steuer- und Abgabenlast steht dabei im Fokus der Forderungen. „Der Koalitionsvertrag enthält vielversprechende Ansätze. Es müssen aber zusätzliche Anstrengungen unternommen werden, um die Betriebe vor allem von Steuern und Abgaben spürbar zu entlasten“, erklärte Peteranderl vor den Vertretern der Handwerksbetriebe aus München und Oberbayern.
Vollversammlung analysiert politische Herausforderungen auf allen Ebenen
Die Vollversammlung bot eine umfassende Plattform für die Diskussion aktueller wirtschaftspolitischer Entwicklungen auf verschiedenen Ebenen. Präsident Peteranderl und Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Hüpers präsentierten detaillierte Analysen zur Handwerkskonjunktur und beleuchteten die politischen Herausforderungen, denen sich das Handwerk auf EU-, Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene gegenübersieht. Dabei wurde deutlich, dass die Handwerksbetriebe mit einer Vielzahl von regulatorischen und wirtschaftlichen Hürden konfrontiert sind, die ihre Entwicklungsmöglichkeiten erheblich beeinträchtigen.
München im Fokus: Modellversuch, Gebührenerhöhung und Olympiabewerbung
Besondere Aufmerksamkeit galt den lokalen Entwicklungen in der bayerischen Landeshauptstadt München. Präsident Peteranderl thematisierte den innovativen Modellversuch „Liefern, Leisten, Laden“, der neue Wege für die Logistik und Dienstleistungserbringung in der Innenstadt aufzeigen soll. Gleichzeitig kritisierte er die geplante Erhöhung der Sondernutzungsgebühren für Baustelleneinrichtungen, die eine zusätzliche finanzielle Belastung für die Handwerksbetriebe darstellt. In einem weiteren wichtigen Punkt warb Peteranderl um die Unterstützung der Vollversammlungsmitglieder für die Olympiabewerbung Münchens, die dem Handwerk neue Geschäftschancen eröffnen könnte.
Berufsbildung und EU-Wettbewerbsfähigkeit im Mittelpunkt
Hauptgeschäftsführer Dr. Hüpers beleuchtete in seinem Beitrag die strategisch wichtigen Bereiche der Berufsbildung und Europapolitik. Er präsentierte aktuelle Zahlen zur Ausbildungsentwicklung im Handwerk und stellte geplante Vorhaben im Bildungsbereich vor, die die Attraktivität der handwerklichen Ausbildung steigern sollen. Darüber hinaus ging er auf die neue Ausrichtung der EU-Politik ein, die verstärkt auf die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen setzt. Ein zentrales Anliegen bleibt dabei der Bürokratieabbau sowohl auf EU-Ebene als auch in Bayern, um die Handwerksbetriebe von administrativen Lasten zu befreien.
Bewährte Strukturen erhalten – Zukunft gestalten
Abschließend betonte Dr. Hüpers die Bedeutung des Erhalts der bewährten Struktur der Anerkennungsstellen im Handwerk, die eine wichtige Säule der Qualitätssicherung und Berufsanerkennung darstellen. Die Vollversammlung unterstrich damit einmal mehr die Notwendigkeit einer handwerksfreundlichen Politik, die sowohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessert als auch die traditionellen Stärken des Handwerks bewahrt und weiterentwickelt.
Die vollständigen Reden von Präsident Franz Xaver Peteranderl und Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Hüpers stehen als PDF-Dokumente auf der Website der Handwerkskammer für München und Oberbayern zum Download zur Verfügung.









