PV allein ist eine Sache. PV mit Speicher, Wärmepumpe und Wallbox ist das Gesamtpaket, das ein Eigenheim in ein weitgehend autarkes Energiesystem verwandelt. Die Investition ist erheblich, aber die Förderung senkt sie drastisch, und die laufende Ersparnis macht den Rest. Hier steht, was die einzelnen Komponenten kosten, wie die Förderung die Rechnung verändert und wann sich das Gesamtpaket amortisiert.
Die Einzelposten
PV-Anlage 12 kWp (schlüsselfertig, 0 Prozent MwSt): 11.600 bis 17.200 Euro. Der Preis hängt vom Modultyp (PERC günstiger, TOPCon teurer), vom Wechselrichter (String günstiger, Hybrid teurer) und von der Dachsituation ab (Satteldach günstiger, Flachdach teurer).
Batteriespeicher 12 kWh (DC-gekoppelt, im Paket mit Hybridwechselrichter): 5.500 bis 8.500 Euro. Bei gleichzeitiger Installation mit der PV-Anlage sind die Kosten niedriger als bei Nachrüstung, weil kein separater Batterie-Wechselrichter und keine zusätzliche Elektrikerarbeit nötig ist.
Wärmepumpe Luft-Wasser (inklusive Installation, Pufferspeicher, Anschluss): 15.000 bis 30.000 Euro. Die Spanne ist groß, weil die Kosten stark von der Gebäudesituation abhängen: Ist eine Fußbodenheizung vorhanden? Müssen Heizkörper getauscht werden? Wie aufwendig ist der Aufstellort für das Außengerät?
Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdbohrung: 20.000 bis 40.000 Euro. Teurer als Luft-Wasser, aber effizienter (JAZ 4 bis 5 statt 3 bis 4,5). Die Erdbohrung allein kostet 8.000 bis 15.000 Euro.
Wallbox (11 kW, PV-Überschussladen, inklusive Installation): 1.600 bis 4.500 Euro. Ein einfaches Modell ohne PV-Anbindung kostet ab 500 Euro, aber ohne Überschussladen verzichtet man auf den Hauptvorteil der PV-Wallbox-Kombination.
HEMS (Energiemanagementsystem): 300 bis 2.000 Euro. Vom einfachen Kostal Smart Energy Meter (300 Euro) bis zum integrierten E3/DC Hauskraftwerk (im Systempreis enthalten). Open-Source-Lösungen (evcc plus Raspberry Pi) kosten unter 100 Euro.
Gesamtinvestition vor Förderung
Variante 1 (günstig): PV 12 kWp (12.000) plus Speicher 12 kWh (6.000) plus Luft-Wasser-WP (18.000) plus Wallbox (2.000) plus HEMS (500) gleich 38.500 Euro.
Variante 2 (mittel): PV 12 kWp (14.000) plus Speicher 12 kWh (7.000) plus Luft-Wasser-WP (24.000) plus Wallbox (3.000) plus HEMS (1.000) gleich 49.000 Euro.
Variante 3 (premium): PV 14 kWp (17.000) plus Speicher 15 kWh (9.000) plus Sole-Wasser-WP (35.000) plus Wallbox (4.000) plus HEMS (2.000) gleich 67.000 Euro.
Förderung: Was der Staat dazugibt
PV-Anlage und Speicher: Nullsteuersatz (0 Prozent MwSt), also keine Steuer auf den Kaufpreis. KfW-Kredit 270 für die Finanzierung. Keine direkten Zuschüsse auf Bundesebene, aber kommunale Förderprogramme möglich.
Wärmepumpe: BEG-Förderung (Bundesförderung für effiziente Gebäude) über das BAFA. Grundförderung 30 Prozent. Klimageschwindigkeitsbonus 20 Prozent (beim Austausch einer mindestens 20 Jahre alten fossilen Heizung). Einkommensbonus 30 Prozent (bei Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro brutto). Effizienzbonus 5 Prozent (bei besonders effizienten Wärmepumpen, z.B. mit natürlichem Kältemittel). Maximaler Fördersatz: 70 Prozent. Maximale förderfähige Kosten: 30.000 Euro für die erste Wohneinheit.
Ein Beispiel: Luft-Wasser-Wärmepumpe für 24.000 Euro. Grundförderung 30 Prozent plus Klimageschwindigkeitsbonus 20 Prozent gleich 50 Prozent Förderung. Zuschuss: 12.000 Euro. Eigenanteil: 12.000 Euro.
Wallbox: Keine aktuelle Bundesförderung (KfW 442 ist ausgelaufen). Kommunale Programme können bestehen.
Gesamtinvestition nach Förderung
Variante 1 (günstig): PV plus Speicher 18.000 (keine Zuschüsse, aber 0 Prozent MwSt) plus WP 18.000 minus 9.000 Zuschuss (50 Prozent) gleich 9.000 plus Wallbox 2.000 plus HEMS 500. Gesamt nach Förderung: 29.500 Euro.
Variante 2 (mittel): PV plus Speicher 21.000 plus WP 24.000 minus 12.000 gleich 12.000 plus Wallbox 3.000 plus HEMS 1.000. Gesamt nach Förderung: 37.000 Euro.
Variante 3 (premium, mit maximalem Fördersatz 70 Prozent): PV plus Speicher 26.000 plus WP 35.000 minus 21.000 gleich 14.000 plus Wallbox 4.000 plus HEMS 2.000. Gesamt nach Förderung: 46.000 Euro.
Die Förderung der Wärmepumpe senkt die Gesamtinvestition um 9.000 bis 21.000 Euro. Das ist der größte Einzelposten bei der staatlichen Unterstützung und macht die Sektorenkopplung deutlich attraktiver.
Jährliche Ersparnis
Ohne PV-System, reiner Netzbezug für alles:
Haushaltsstrom 4.500 kWh mal 0,38 Euro gleich 1.710 Euro.
Wärmepumpenstrom 4.000 kWh mal 0,38 gleich 1.520 Euro.
E-Auto 2.500 kWh mal 0,38 gleich 950 Euro.
Gesamt: 4.180 Euro Stromkosten pro Jahr.
Mit PV-System (75 Prozent Eigenverbrauch):
Eigenverbrauch 8.250 kWh (von 11.000 kWh Bedarf) gleich 0 Euro (Solarstrom).
Restlicher Netzbezug 2.750 kWh mal 0,38 gleich 1.045 Euro.
Einspeisevergütung 3.750 kWh mal 0,0778 gleich 292 Euro Einnahme.
Minus laufende Kosten 400 Euro (Wartung, Versicherung, Zähler).
Netto-Stromkosten: 1.045 minus 292 plus 400 gleich 1.153 Euro.
Jährliche Ersparnis gegenüber reinem Netzbezug: 4.180 minus 1.153 gleich 3.027 Euro.
Gegenüber Gas plus Netzstrom (altes System): Die Gaskosten für Heizung fallen komplett weg (1.500 bis 2.500 Euro pro Jahr, je nach Gasverbrauch). Die Ersparnis steigt auf 4.000 bis 5.000 Euro pro Jahr.
Amortisation des Gesamtsystems
Variante 1 (29.500 Euro Eigenanteil, 3.000 Euro jährliche Ersparnis): 9,8 Jahre.
Variante 2 (37.000 Euro, 3.500 Euro Ersparnis): 10,6 Jahre.
Variante 3 (46.000 Euro, 4.500 Euro Ersparnis): 10,2 Jahre.
Die Amortisation liegt unabhängig von der Variante bei 10 bis 11 Jahren. Danach produziert das System 15 bis 20 Jahre lang Strom und Wärme fast umsonst (nur laufende Kosten für Wartung und Ersatz).
Über 25 Jahre gerechnet beträgt der Gesamtgewinn: Variante 1: 25 mal 3.000 minus 29.500 minus Ersatzkosten (Wechselrichter 2.000, Speicher 4.000) gleich rund 39.500 Euro. Das ist eine interne Rendite von 7 bis 8 Prozent pro Jahr auf die Gesamtinvestition.
Finanzierung des Gesamtpakets
PV plus Speicher: KfW-Kredit 270 (bis zu 100 Prozent Finanzierung, Zinsen 3,27 bis 6 Prozent).
Wärmepumpe: BAFA-Zuschuss (30 bis 70 Prozent) plus KfW-Ergänzungskredit 358 (bis zu 120.000 Euro, zinsgünstig). Der BAFA-Zuschuss wird direkt ausgezahlt, der Rest kann über den KfW-Kredit finanziert werden.
Wallbox und HEMS: Im KfW 270 für PV mit finanzierbar, oder aus Eigenmitteln.
Wer alles zusammen finanzieren will: PV plus Speicher über KfW 270. Wärmepumpe über BAFA-Zuschuss plus KfW 358. Wallbox aus Eigenmitteln oder im KfW 270 mit. Die monatliche Rate für das Gesamtpaket (ohne den BAFA-Zuschuss-Anteil) liegt bei 200 bis 400 Euro, je nach Finanzierungssumme und Laufzeit.
Was man bei der Planung beachten sollte
Alles gleichzeitig planen. Wer PV, Speicher und Wärmepumpe in einem Zug installiert, spart Installationskosten (Gerüst steht einmal, Elektriker kommt einmal, Heizungsbauer kann sich mit dem Solarteur abstimmen). Die Kosten sind 2.000 bis 5.000 Euro niedriger als bei schrittweiser Nachrüstung.
Fördermittel vor dem Kauf beantragen. KfW-Kredit vor der Auftragserteilung beantragen. BAFA-Antrag für die Wärmepumpe vor der Bestellung einreichen. Kommunale Förderung prüfen und beantragen. Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar, nachträglich gibt es kein Geld.
Den richtigen Zeitpunkt wählen. 2026 sind die Förderbedingungen so gut wie selten. Die PV-Einspeisevergütung ist für 20 Jahre fixiert (Inbetriebnahme 2026). Die BEG-Förderung für Wärmepumpen ist großzügig. Der Nullsteuersatz auf PV ist unbefristet. Ab 2027 ändert sich das EEG-Modell, und die Förderbedingungen für Wärmepumpen könnten sich anpassen.
Nicht am HEMS sparen. Das HEMS koordiniert alle Komponenten und sorgt dafür, dass der Solarstrom optimal verteilt wird. Ohne HEMS arbeiten PV, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox nebeneinander statt miteinander. Der Ertragsunterschied: 200 bis 600 Euro pro Jahr. Die HEMS-Investition von 300 bis 2.000 Euro amortisiert sich in Monaten.







