Fußbodenheizung und Wärmepumpe passen perfekt zusammen. Die Fußbodenheizung braucht nur 30 bis 35 Grad Vorlauf, und genau bei diesen Temperaturen arbeitet die Wärmepumpe am effizientesten. Die Jahresarbeitszahl liegt mit Fußbodenheizung bei 3,5 bis 4,5, mit Heizkörpern nur bei 2,8 bis 3,5. Das macht über 20 Jahre mehrere tausend Euro Unterschied bei den Stromkosten.
Warum die Kombination so effizient ist
Die Fußbodenheizung hat eine riesige Heizfläche: den gesamten Fußboden. Weil die Fläche so groß ist, reicht eine niedrige Wassertemperatur, um den Raum auf 20 bis 22 Grad zu bringen. 30 bis 35 Grad Vorlauf sind der Normalfall, bei gut gedämmten Häusern sogar 25 bis 28 Grad.
Die Wärmepumpe profitiert davon direkt. Je geringer die Differenz zwischen Quellentemperatur (Außenluft 7 Grad) und Vorlauftemperatur (35 Grad) ist, desto weniger muss der Kompressor arbeiten. Die thermodynamische Effizienz steigt. Bei 35 Grad Vorlauf erreicht eine gute Luft-WP einen COP von 4,5 bis 5,5. Bei 55 Grad (Heizkörper) nur 2,5 bis 3,5.
Was das in Euro bedeutet
Haus mit 15.000 kWh Heizwärmebedarf, Wärmepumpentarif 24 Cent:
Mit FBH (JAZ 4,0): 3.750 kWh Strom, 900 Euro pro Jahr.
Mit Heizkörpern (JAZ 3,0): 5.000 kWh Strom, 1.200 Euro pro Jahr.
Differenz: 300 Euro pro Jahr, 6.000 Euro über 20 Jahre. Wer eine Fußbodenheizung hat, spart also nicht nur beim Heizkomfort, sondern ganz konkret beim Strom.
Fußbodenheizung im Neubau
Im Neubau ist die Fußbodenheizung 2026 Standard. Über 90 Prozent aller neuen Einfamilienhäuser haben eine Fußbodenheizung. Die Kosten liegen bei 30 bis 50 Euro pro Quadratmeter Heizfläche, also 4.000 bis 7.500 Euro für ein 150-Quadratmeter-Haus. Das ist nur geringfügig teurer als Heizkörper (3.000 bis 5.000 Euro) und durch den höheren Komfort und die bessere WP-Effizienz mehr als ausgeglichen.
Im Neubau wird die FBH im Estrich verlegt. Die Rohre liegen in 15 bis 20 cm Verlegeabstand in einer Spirale oder Mäanderform. Die Estrichhöhe beträgt 4,5 bis 6,5 cm über den Rohren. Die Aufheizzeit beträgt anfangs mehrere Stunden, weil der Estrich als Wärmespeicher wirkt. Dafür bleibt die Wärme gleichmäßig und trägheitsbedingt auch bei kurzzeitiger Unterbrechung stabil.
Fußbodenheizung im Altbau nachrüsten
Im Altbau ist eine Fußbodenheizung nachrüstbar, aber aufwendig und teuer. Es gibt drei Varianten:
Nass-System (klassisch): Alter Boden raus, Rohre auf die Decke, neuer Estrich drüber, neuer Bodenbelag. Kosten: 80 bis 120 Euro pro Quadratmeter, plus Ausbau und Entsorgung des alten Bodens. Aufbauhöhe: 7 bis 10 cm. Das geht nur, wenn die Raumhöhe es hergibt (mindestens 2,40 Meter nach Umbau) und die Türen angepasst werden können.
Trocken-System (Dünnbett): Rohre in vorgefertigten Trockenelementen, ohne Estrich. Aufbauhöhe: 15 bis 30 mm. Kosten: 70 bis 120 Euro pro Quadratmeter. Deutlich weniger Dreck und Aufwand als das Nass-System. Die Wärmeverteilung ist etwas ungleichmäßiger, aber für WP-Betrieb völlig ausreichend. Hersteller: Uponor Minitec, Rehau Rautherm S, Purmo.
Fräs-System: Kanäle werden direkt in den bestehenden Estrich gefräst, Rohre eingelegt, vergossen. Aufbauhöhe: 0 mm (geht in den bestehenden Estrich). Kosten: 50 bis 80 Euro pro Quadratmeter. Geht aber nur, wenn der Estrich dick genug ist (mindestens 45 mm) und keine Leitungen im Estrich liegen. Hersteller: Purmo, aquatherm.
In der Praxis wird die FBH im Altbau meistens nur in einzelnen Räumen nachgerüstet (Badezimmer, Wohnzimmer), nicht im ganzen Haus. Das reicht oft, um die durchschnittliche Vorlauftemperatur zu senken.
FBH-Regelung mit Wärmepumpe
Einzelraumregelung ist Pflicht (EnEV / GEG). Jeder Raum hat ein Thermostat, das den Durchfluss in der FBH regelt. Bei WP-Betrieb sollte die Einzelraumregelung auf kleine Temperaturdifferenzen (1 bis 2 Grad) eingestellt werden, nicht auf große Schwankungen. Große Schwankungen führen dazu, dass die WP nachheizen muss und dabei die Vorlauftemperatur hochfährt, was die Effizienz senkt.
Nachtabsenkung ist bei Fußbodenheizung meistens kontraproduktiv. Die thermische Trägheit des Estrichs bedeutet, dass die Absenkung 2 bis 3 Stunden braucht, um zu wirken, und das Aufheizen am Morgen genauso lang. Die WP muss dann morgens mit hoher Leistung und höherer Vorlauftemperatur arbeiten, was die Effizienz senkt. Besser: Durchgehend auf gleichmäßiger Temperatur halten.
FBH und Kühlung
Ein großer Bonus der Fußbodenheizung: Im Sommer kann kühles Wasser durch die Rohre geschickt werden, das den Boden kühlt. Mit einer Erdwärme-WP geht das passiv (ohne Kompressor, fast kostenfrei). Mit einer Luft-WP muss der Kompressor im Umkehrbetrieb laufen (aktive Kühlung, kostet Strom).
Die Kühlleistung der FBH ist begrenzt: 2 bis 4 Grad Raumtemperaturabsenkung. Für eine vollwertige Klimatisierung reicht das nicht, aber an heißen Sommertagen macht es einen spürbaren Unterschied. Wichtig: Die Bodentemperatur darf nicht unter den Taupunkt sinken, sonst bildet sich Kondenswasser auf dem Boden. Die WP-Regelung überwacht das automatisch.







