Das Wichtigste in Kürze
Eine Fußbodenheizung kommt am kältesten Tag meist mit 30 bis 40 °C Vorlauf aus, im gut gedämmten Neubau mit Wärmepumpe oft mit 28 bis 35 °C.
- Unsanierter Altbau und ältere Anlagen: eher 40 bis 45 °C.
- 25 °C reichen in der Übergangszeit, bei Frost nur in sehr gut gedämmten Häusern.
- Die Grenze setzt der Boden, nicht das Wasser: höchstens 29 °C Oberfläche in Wohnräumen, 33 °C im Bad, 35 °C in Randzonen (DIN EN 1264).
- Eingestellt wird über die Heizkurve, für alle Räume gleich.
- Ist nur ein Raum zu kalt, stimmt der Durchfluss nicht.
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der das Heizwasser in die Heizkreise fließt. Im Boden gibt es Wärme ab und kommt als Rücklauf kühler zurück. Den Unterschied nennt man Spreizung, bei Fußbodenheizungen liegt er meist bei 5 bis 8 K. Je niedriger der Vorlauf, desto weniger Energie geht verloren, und desto effizienter arbeitet vor allem eine Wärmepumpe.
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Typische Vorlauftemperaturen nach Gebäude
| Gebäude | Vorlauf am kältesten Auslegungstag | Hinweis |
|---|---|---|
| Neubau oder Effizienzhaus mit Wärmepumpe | 28 bis 35 °C | enge Rohrabstände, geringe Heizlast |
| Bestand, gedämmt oder saniert | 35 bis 40 °C | der häufigste Bereich |
| Altbau unsaniert, ältere Fußbodenheizung | 40 bis 45 °C | Anlagen aus den 70ern und 80ern waren oft auf höhere Temperaturen ausgelegt |
Die Werte gelten für Frosttage. In der Übergangszeit liegt der Vorlauf deutlich darunter, oft bei 25 bis 30 °C. Wer neue Flächenheizungen über die BAFA-Heizungsoptimierung fördern lassen will, muss mit höchstens 35 °C Vorlauf auskommen. Für ältere Anlagen gibt es einen eigenen Beitrag zur Fußbodenheizung aus den 80ern.
Die eigentliche Grenze: die Oberflächentemperatur
Oft werden Grenzwerte für den Boden mit Vorlauftemperaturen verwechselt. Die bekannten Zahlen aus DIN EN 1264 gelten für die Oberfläche des Fußbodens:
| Bereich | Höchste Oberflächentemperatur |
|---|---|
| Wohn- und Aufenthaltsräume | 29 °C |
| Bad und Dusche | 33 °C |
| Randzonen, etwa 1 m breit an großen Fensterflächen | 35 °C (nicht bei Holzbelägen) |
Mehr Wärme gibt ein Boden nicht her. Bei 20 °C Raumtemperatur und 29 °C Oberfläche sind das nach der Basiskennlinie der Norm rund 100 W/m². Diese Werte erreicht der Boden nur an sehr kalten Tagen. Im Mittel der Heizperiode liegt die Oberfläche bei etwa 23 °C, also nur drei Grad über der Raumluft. Dass sich der Boden kaum warm anfühlt, ist deshalb normal.
Wann ergibt eine Vorlauftemperatur von 25 Grad Sinn?
Bei 25 °C Vorlauf wird der Boden nur wenig wärmer als der Raum. Nach der Basiskennlinie gibt er dann höchstens rund 30 W/m² ab, eher weniger. Das reicht in drei Fällen:
- In der Übergangszeit. Eine witterungsgeführte Regelung fährt den Vorlauf bei mildem Wetter ohnehin so weit herunter.
- In sehr gut gedämmten Häusern mit kleiner Heizlast, etwa im Passivhaus, auch bei Frost.
- Beim Funktionsheizen eines neuen Estrichs. Dort beginnt die Inbetriebnahme mit 25 °C, das hat mit dem späteren Heizbetrieb aber nichts zu tun (siehe Estrich über der Fußbodenheizung).
In einem typischen Bestandsgebäude reichen 25 °C an Frosttagen nicht. Wer den Vorlauf trotzdem so tief stellt, sitzt im Kalten, ohne dass es nennenswert spart.
Damit niedrige Vorlauftemperaturen reichen, muss jeder Heizkreis die richtige Wassermenge bekommen. Wie der hydraulische Abgleich am Durchflussmesser funktioniert, lesen Sie hier.
Vorlauftemperatur einstellen: die Heizkurve
Die Vorlauftemperatur stellen Sie nicht direkt ein, sondern über die Heizkurve am Wärmeerzeuger. Sie legt fest, welcher Vorlauf bei welcher Außentemperatur gefahren wird. Zwei Stellschrauben gibt es. Die Neigung bestimmt, wie stark der Vorlauf steigt, wenn es draußen kälter wird. Ist es bei Frost überall zu kalt, erhöhen Sie die Neigung. Das Niveau verschiebt die ganze Kurve nach oben oder unten. Ist es in der Übergangszeit zu kalt oder zu warm, ändern Sie das Niveau.
Ändern Sie immer nur einen Wert in kleinen Schritten und warten Sie danach ein bis zwei Tage. Eine Fußbodenheizung reagiert langsam, warum, steht im Beitrag Fußbodenheizung: wie lange bis warm? Faustregel: Sind alle Räume zu kalt, ist die Heizkurve zu niedrig. Sind nur einzelne Räume zu kalt, stimmt der Durchfluss nicht, und Sie sollten den Durchflussmesser richtig einstellen.
Gibt es im Haus neben der Fußbodenheizung auch Heizkörper, bekommt die Fußbodenheizung über einen Mischer einen eigenen, niedrigeren Vorlauf. Ein Temperaturwächter am Vorlauf schaltet dann meist die Pumpe ab, wenn das Wasser zu heiß wird. Bleibt die Fußbodenheizung plötzlich kalt, kann er ausgelöst haben. Mehr dazu im Beitrag Fußbodenheizung wird nicht warm.
Bad und Küche: gleicher Vorlauf, anderer Durchfluss
Alle Kreise am Verteiler bekommen dieselbe Vorlauftemperatur. Ein Bad lässt sich darüber nicht gezielt wärmer machen. Wie viel Wärme ein Raum bekommt, hängt am Durchfluss und am Rohrabstand im Boden. Ein Bad mit 24 °C Wunschtemperatur braucht deshalb mehr Durchfluss oder engere Rohre, keine höhere Vorlauftemperatur. Für die Küche gilt das ebenso, sie braucht wegen Herd und Geräten eher weniger Wärme.
Maximale Vorlauftemperatur
Einen festen Höchstwert für alle Anlagen gibt es nicht. Der Planer legt Vorlauf und Rohrabstand so aus, dass die Oberfläche die Grenzwerte oben nicht überschreitet. Bei Wohngebäuden liegt die Auslegung selten über 45 °C. Vorlauftemperaturen von 55 oder 60 °C, wie sie alte Kessel für Heizkörper liefern, sind für eine Fußbodenheizung nicht vorgesehen und müssen über Mischer oder Wärmetauscher begrenzt werden. Die verbreitete Angabe, Fliesen vertrügen 55 °C, ist dafür kein Maßstab. Es zählen die Oberflächentemperatur und die Höchstwerte, die Estrich- und Systemhersteller freigeben.
Bei Parkett und Laminat gilt die 29-°C-Grenze für die Oberfläche auch in der Randzone. Manche Hersteller verlangen weniger, bei bestimmten Massivholzdielen etwa 27 °C. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob der Belag für Fußbodenheizung freigegeben ist und welchen Wärmedurchlasswiderstand er samt Unterlage hat. Mehr als 0,15 m²K/W sollten es nicht sein.
Vorlauf, Rücklauf und Übertemperatur
Für die Heizleistung zählt, wie viel wärmer das Heizwasser im Mittel ist als der Raum. Diese Heizwasser-Übertemperatur ergibt sich aus dem Mittelwert von Vor- und Rücklauf minus Raumtemperatur. DIN EN 1264 rechnet genauer mit einem logarithmischen Mittel, das etwas niedriger liegt.
| Parameter | Auslegung Bestand | Auslegung Neubau |
|---|---|---|
| Raumtemperatur | 21 °C | 20 °C |
| Vorlauftemperatur | 45 °C | 35 °C |
| Rücklauftemperatur | 35 °C | 30 °C |
| Übertemperatur, einfacher Mittelwert | 19 K | 12,5 K |
| Übertemperatur, logarithmisch nach DIN EN 1264 | 18,6 K | 12,3 K |
Bei Wärmepumpen lohnt jedes Grad weniger: Als Faustregel verbessert sich die Jahresarbeitszahl um etwa 2,5 Prozent je Grad niedrigerem Vorlauf. Mehr dazu im Beitrag Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung.
Profi-Tipp der inoutic-Redaktion
Lesen Sie den Vorlauf am Thermometer des Heizkreisverteilers ab, nicht am Display des Kessels. Bei einem Mischerkreis liegen die beiden Werte oft weit auseinander. Ob die Heizkurve passt, zeigt ein Test an einem kalten Tag: Stellen Sie alle Raumthermostate auf die gewünschte Temperatur und lassen Sie die Anlage 24 Stunden laufen. Sind danach die meisten Stellantriebe fast immer geschlossen, ist der Vorlauf zu hoch. Dann senken Sie die Kurve um 1 bis 2 K und wiederholen den Test. Ideal ist eine Einstellung, bei der die Antriebe im kühlsten Raum gerade noch dauerhaft offen bleiben. Mit Wärmepumpe spart das spürbar, weil die Anlage nicht gegen ständig schließende Ventile arbeitet.
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.















