Das Wichtigste in Kürze
Für eine Fußbodenheizung stellst du eine Hocheffizienzpumpe auf Konstantdruck (Δp-c), eine alte Drei-Stufen-Pumpe meist auf Stufe I oder II.
- Richtig ist die kleinste Einstellung, bei der jeder Heizkreis seinen Sollwert am Durchflussmesser erreicht.
- Kontrolle am Verteiler: Rücklauf 5 bis 8 K kühler als der Vorlauf.
- Zu hoch: Rauschen, kaum Unterschied zwischen Vor- und Rücklauf.
- Zu niedrig: lange Kreise bleiben kühl, Spreizung deutlich über 8 K.
- Hat der Fachbetrieb abgeglichen, nichts ohne Rücksprache verstellen.
Die Pumpe drückt das Heizwasser durch die Rohre im Estrich. Fördert sie zu wenig, bekommen die langen Heizkreise nicht genug Wasser. Fördert sie zu viel, rauscht es am Verteiler und die Pumpe verbraucht unnötig Strom. Welche Einstellung passt, hängt vom Pumpentyp ab.
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Fußbodenheizung: welche Pumpenstufe?
| Pumpe | Einstellung bei Fußbodenheizung |
|---|---|
| Alte, ungeregelte Pumpe mit Drehschalter I, II, III | Meist Stufe I oder II. Stufe III nur, wenn die längsten Kreise sonst ihren Durchfluss nicht erreichen. |
| Hocheffizienzpumpe mit Δp-c und Δp-v | Konstantdruck Δp-c. Die Förderhöhe so niedrig, dass der ungünstigste Kreis gerade noch seinen Sollwert bekommt. |
| Pumpe mit Automatik (z. B. AUTOADAPT) | Ab Werk aktiv. Bei neueren Modellen ist die Automatik auch für Fußbodenheizung ausgelegt, bei älteren steht in der Anleitung, ob dafür Konstantdruck empfohlen wird. |
| Pumpe in Gastherme oder Wärmepumpe | Wird über die Regelung des Geräts eingestellt, meist im Fachmenü. Bei Wärmepumpen darf der Mindestvolumenstrom aus der Installationsanleitung nicht unterschritten werden. |
Seit August 2015 dürfen nach der EU-Ökodesign-Verordnung nur noch Hocheffizienzpumpen als Heizungsumwälzpumpen in Verkehr gebracht werden. In älteren Anlagen arbeiten aber noch viele Drei-Stufen-Pumpen. Bei ihnen bedeutet die Stufe eine feste Drehzahl. Eine Hocheffizienzpumpe passt ihre Drehzahl dagegen selbst an und hält dabei einen eingestellten Druck.
Konstantdruck oder Proportionaldruck?
Bei Differenzdruck variabel (Δp-v, Proportionaldruck) senkt die Pumpe die Förderhöhe, wenn weniger Wasser fließt, bis auf etwa die Hälfte des Sollwerts. Das passt zu Heizkörpern mit Thermostatventilen: Schließen die Ventile, sinkt der Druck, und die Ventile pfeifen nicht. Bei Differenzdruck konstant (Δp-c) hält die Pumpe die eingestellte Förderhöhe unabhängig vom Durchfluss. Wilo empfiehlt diese Regelungsart in der Anleitung der Yonos PICO ausdrücklich für Fußbodenheizungen.
Der Grund: Bei einer Fußbodenheizung sitzt der größte Widerstand in den langen Rohrschleifen. Schließen Stellantriebe in warmen Räumen, brauchen die übrigen Kreise trotzdem ihren vollen Druck. Bei Δp-v würde die Pumpe genau dann zurückregeln, und die langen Kreise bekämen zu wenig. Ab Werk steht die Yonos PICO übrigens auf Δp-v. Bei einer neuen Pumpe in einer Fußbodenheizung lohnt deshalb ein Blick auf die Einstellung.
Woran du die eingestellte Stufe erkennst
- Alte Pumpen: Drehschalter oder Schiebeschalter am Klemmkasten mit den Ziffern 1, 2, 3 oder I, II, III.
- Wilo Yonos PICO und ähnliche: Display mit Symbolen für Δp-c und Δp-v und der Förderhöhe in Metern. Neuere Modelle haben Piktogramme für Heizkörper und Fußbodenheizung.
- Grundfos ALPHA und ähnliche: Leuchtfelder für die gewählte Kennlinie und eine Bedientaste. Welches Leuchtfeld welche Kennlinie bedeutet, steht in der Kurzanleitung, oft auch auf dem Pumpenkopf.
- Pumpe in der Therme oder Wärmepumpe: Die Einstellung steht in der Regelung, oft als Pumpenleistung in Prozent oder als Restförderhöhe.
Findest du die Anleitung nicht mehr, hilft das Typenschild. Mit der Typbezeichnung findest du sie beim Hersteller als PDF.
Pumpe für die Fußbodenheizung einstellen
- An einem kalten Tag alle Raumthermostate hochdrehen, damit alle Stellantriebe offen sind.
- Pumpe auf Δp-c stellen, zunächst mit niedriger Förderhöhe, bei einer alten Pumpe Stufe I.
- Am Heizkreisverteiler die Durchflussmesser ablesen. Erreicht der längste oder ungünstigste Kreis seinen Sollwert nicht, die Förderhöhe in kleinen Schritten erhöhen, bei der alten Pumpe eine Stufe höher.
- Nach einigen Stunden Vor- und Rücklauf an den Thermometern des Verteilers ablesen. Bei einer Fußbodenheizung sollte der Rücklauf 5 bis 8 K kühler sein als der Vorlauf.
Wie viel Durchfluss jeder Kreis braucht, hängt von Heizlast und Spreizung ab. Die Rechnung steht im Beitrag Fußbodenheizung Durchflussmesser einstellen. Die Pumpe gibt nur den Druck vor, verteilt wird das Wasser über die Ventile am Verteiler. Wer einzelne kalte Räume durch eine höhere Pumpenstufe ausgleichen will, macht die warmen Räume noch wärmer. Das gehört zum hydraulischen Abgleich.
Pumpe zu hoch oder zu niedrig eingestellt: die Anzeichen
| Beobachtung | Wahrscheinlich |
|---|---|
| Rauschen oder Pfeifen am Verteiler, Rücklauf fast so warm wie der Vorlauf | Förderhöhe zu hoch |
| Kurze Kreise warm, lange Kreise kühl, Spreizung deutlich über 8 K | Förderhöhe zu niedrig oder Kreise nicht abgeglichen |
| Alle Räume zu kühl, Spreizung im Normalbereich | Vorlauftemperatur zu niedrig, die Heizkurve ist anzupassen |
| Ein einzelner Kreis zeigt keinen Durchfluss | Stellantrieb öffnet nicht, Luft im Kreis oder hängender Schwimmer, nicht die Pumpe |
| Wärmepumpe meldet Durchflussstörung oder taktet häufig | Volumenstrom zu klein, Fachbetrieb prüfen lassen |
Läuft die Pumpe gar nicht, hilft der Beitrag Umwälzpumpe läuft nicht weiter.
Vorlauftemperatur und Pumpe gehören zusammen
Die Pumpe bestimmt, wie viel Wasser fließt, die Heizkurve, wie warm es ist. Eine Fußbodenheizung kommt am kältesten Tag meist mit 30 bis 40 °C Vorlauf aus. Diese Temperatur gilt für alle Räume am Verteiler gleich. Bad und Küche bekommen keinen eigenen Vorlauf. Ein Bad mit 24 °C Wunschtemperatur braucht mehr Durchfluss oder engere Rohrabstände. Mehr dazu im Beitrag Fußbodenheizung Vorlauftemperatur. Sind alle Räume zu kalt, passe zuerst die Heizkurve an, nicht die Pumpe.
Entlüftet wird eine Fußbodenheizung am Heizkreisverteiler, nicht an Heizkörperventilen. Die Entlüfter am Verteiler holen aber nur die Luft heraus, die bis dorthin kommt. Sitzt Luft in den Rohrschleifen, etwa nach dem Befüllen, wird Kreis für Kreis gespült.
Profi-Tipp der inoutic-Redaktion
Schau in den Kasten über dem Heizkreisverteiler. Dort sitzt bei vielen Anlagen eine Klemmleiste, an der die Raumthermostate und Stellantriebe angeschlossen sind. Viele dieser Leisten haben einen Pumpenausgang mit Pumpenlogik: Sind alle Stellantriebe zu, schalten sie die Pumpe des Fußbodenheizkreises ab und starten sie wieder, sobald ein Raum Wärme anfordert. Das klappt nur mit stromlos geschlossenen Stellantrieben. Ist dieser Ausgang nicht angeschlossen, läuft die Pumpe auf Konstantdruck auch dann durch, wenn kein einziger Raum Wärme will. Frag beim nächsten Wartungstermin, ob die Pumpenlogik genutzt wird. Bei einer Wärmepumpe ist das anders. Sie braucht ihren Mindestvolumenstrom, deshalb bleibt dort oft ein Kreis, etwa im Bad, ohne Stellantrieb immer offen.
Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.















