Alarmierende Signale aus der Branche
Die jüngsten Äußerungen von Lufthansa-Airlines-Chef Jens Ritter zu möglichen Streckenstreichungen im deutschen Flugverkehr sorgen in Mitteldeutschland für große Besorgnis. Insbesondere die Gefahr, dass Verbindungen zu internationalen Drehkreuzen reduziert oder gar ganz gestrichen werden könnten, stellt ein erhebliches Risiko für den Wirtschaftsstandort dar. Denn ohne stabile Flugverbindungen drohen Unternehmen Lieferkettenprobleme, erschwerte Geschäftsreisen und eingeschränkter Zugang zu internationalen Märkten – mit gravierenden Folgen für Beschäftigung und Wachstum in der Region.
IHK Leipzig betont strategische Bedeutung
„Eine leistungsfähige Anbindung an das internationale Luftverkehrsnetz ist für die Unternehmen in Mitteldeutschland von zentraler Bedeutung“, erklärt Dr. Fabian Magerl, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig. Zubringerflüge seien nicht nur eine logistische Notwendigkeit, sondern auch ein entscheidender Standortfaktor für Investitionen, Innovationen und die Gewinnung von Fachkräften. Vor allem exportorientierte Branchen seien auf flexible, zuverlässige Flugverbindungen angewiesen. Schon heute zeige sich, dass die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden nicht in gleichem Maße von den Nachholeffekten nach der Corona-Pandemie profitieren wie andere Standorte. Ein weiterer Abbau von Verbindungen könne diese Entwicklung massiv verschärfen.
Fehlende Entlastung gefährdet Wettbewerbsfähigkeit
Die IHK zu Leipzig unterstützt daher die Kritik von Lufthansa-Chef Ritter, dass die Bundesregierung ihren Ankündigungen zur Entlastung des Luftverkehrs bislang nicht nachgekommen sei. Im Haushaltsentwurf für 2026 seien keinerlei spürbare Verbesserungen vorgesehen. Damit werde eine große Chance vertan, die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Airlines zu stärken und die Erreichbarkeit der Regionen langfristig zu sichern. Besonders problematisch sei, dass die Luftverkehrssteuer im Mai 2024 erhöht wurde – ein Schritt, der aus Sicht der Wirtschaft dringend zurückgenommen werden müsse.
Politische Weichenstellungen gefordert
Die regionale Wirtschaft appelliert eindringlich an die Bundesregierung und die verantwortlichen politischen Entscheidungsträger, schnell zu handeln. Damit der Luftverkehr zukunftsfähig bleibt, müssen zentrale Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu gehören die Absenkung der Luftverkehrsteuer, die Reduzierung von Sicherheitsgebühren durch eine stärkere staatliche Finanzierung der Bundespolizei sowie die Mehrwertsteuerbefreiung für Inlandsflüge. Letztere würde die derzeitige Ungleichbehandlung im Vergleich zu internationalen Flügen beenden und für mehr Wettbewerbsfairness sorgen.
Luftverkehr als Standortfaktor für die Zukunft
Für Mitteldeutschland ist ein verlässlicher Luftverkehr weit mehr als eine Frage der Mobilität. Er ist Grundlage für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, für die Attraktivität des Standorts bei Investoren und für die Sicherung qualifizierter Arbeitsplätze. Ohne eine entschlossene politische Unterstützung droht die Region im Standortwettbewerb zurückzufallen.
Gemeinsame Verantwortung von Politik und Wirtschaft
Die IHK zu Leipzig macht deutlich: Mobilität ist ein entscheidender Schlüssel für wirtschaftliche Stärke. Damit die Region auch in Zukunft erfolgreich bleibt, muss die Politik schnell handeln und den Luftverkehr von unnötigen Belastungen befreien. Nur so können Unternehmen flexibel auf die Anforderungen globaler Märkte reagieren – und nur so kann Mitteldeutschland seine Rolle als dynamischer Wirtschaftsstandort behaupten.
Quelle: https://www.leipzig.ihk.de/artikel/steuern-und-abgaben-fuer-flugverkehr-schnell-senken/









