Die EU hat die F-Gase-Verordnung 2024 verschärft. Ab 2027 dürfen in der EU deutlich weniger fluorierte Kältemittel verkauft werden. Für Wärmepumpen-Käufer heißt das: R290 (Propan) kaufen und das Thema vergessen. Für Besitzer älterer Geräte mit R32 oder R410A heißt es: Die WP funktioniert weiter, aber Kältemittel wird teurer.
Was die F-Gase-Verordnung regelt
Die Verordnung (EU) 2024/573 begrenzt die Gesamtmenge an fluorierten Treibhausgasen, die in der EU in Verkehr gebracht werden dürfen. Die Menge wird nicht in Kilogramm gemessen, sondern in CO2-Äquivalenten (Tonnen CO2-eq). Das bedeutet: Kältemittel mit hohem GWP (wie R410A mit GWP 2.088) verbrauchen das Kontingent schneller als solche mit niedrigem GWP (R32 mit GWP 675).
Der Reduktionspfad: 2024: 40 Prozent des 2015er-Niveaus. 2027: 30 Prozent. 2030: 15 Prozent. 2033: 10 Prozent. 2050: praktisch null.
Konkret für die Wärmepumpen-Branche: R410A ist 2026 in Neugeräten praktisch verschwunden. R32 ist 2026 noch erhältlich, wird aber ab 2027 knapper und teurer. R290 (GWP 3) fällt nicht unter die Verordnung.
Was ab 2027 verboten wird
Ab 2027 dürfen bestimmte Neugeräte mit F-Gasen (GWP über 150) nicht mehr in der EU verkauft werden. Für Split-Wärmepumpen mit weniger als 12 kW gilt das Verbot ab 2027, für größere Geräte und Monoblock-WP gelten gestaffelte Fristen bis 2032.
In der Praxis hat die Branche das Verbot vorweggenommen. Die meisten Hersteller haben 2024/2025 auf R290 umgestellt. R32-Geräte werden 2026 nur noch in Restbeständen verkauft.
Was Besitzer von R32- und R410A-Geräten wissen müssen
Die bestehende WP darf weiterbetrieben werden. Die Verordnung verbietet nicht den Betrieb, sondern das Inverkehrbringen neuer Mengen. Wartung und Nachfüllung sind erlaubt, solange das Kältemittel verfügbar ist.
Aber: Das Kältemittel wird teurer. R32 kostet 2026 rund 30 bis 60 Euro pro kg. Durch die Mengenkürzung ab 2027 könnte der Preis auf 80 bis 150 Euro pro kg steigen. R410A ist schon 2026 bei 50 bis 100 Euro und wird weiter steigen.
Bei einer typischen WP mit 2 bis 3 kg Füllmenge und einem Kältemitteltausch alle 10 bis 15 Jahre: Einmalkosten 150 bis 450 Euro (R32 heute) vs. 400 bis 900 Euro (R32 ab 2028). Kein Weltuntergang, aber ein spürbarer Kostenfaktor.
Die jährliche Dichtheitsprüfung (Pflicht bei F-Gas-Geräten mit über 5 Tonnen CO2-eq, das sind etwa 7,5 kg R32 oder 2,4 kg R410A) bleibt Pflicht. Kosten: 100 bis 200 Euro pro Jahr. Die meisten Einfamilienhaus-WP mit R32 haben weniger als 7,5 kg und sind von der Pflichtprüfung befreit. Bei R410A liegen manche Geräte über der Grenze.
Recycling-Kältemittel als Alternative
Die Verordnung erlaubt ausdrücklich den Einsatz von recyceltem oder aufbereitetem Kältemittel. Wenn R32 oder R410A aus alten Anlagen zurückgewonnen und aufbereitet wird, darf es wiederverwendet werden, ohne das Mengenkontingent zu belasten.
Ein Markt für Recycling-Kältemittel entsteht gerade. Die Preise werden voraussichtlich unter denen für Neuware liegen, aber höher als die heutigen R32-Preise. Für die Wartung bestehender Anlagen ist das eine gute Nachricht.
Was das für die Kaufentscheidung 2026 bedeutet
Wer jetzt eine WP kauft: R290 nehmen. Keine Diskussion. Klimafreundlich, effizient, zukunftssicher, keine F-Gase-Regulierung.
Wer ein günstiges R32-Angebot bekommt (Restposten, Sonderaktion): Kann man machen, aber man verzichtet auf den 5-Prozent-Effizienzbonus (1.400 Euro bei 28.000 Euro Investition), hat langfristig höhere Wartungskosten und ein Kältemittel, das in 10 Jahren schwer verfügbar sein könnte.
Wer eine bestehende R32- oder R410A-WP hat: Weiterbetreiben, keine Panik. Die WP hält noch 10 bis 15 Jahre. Kältemittel bleibt verfügbar, wird nur teurer. Beim nächsten Gerätetausch dann auf R290 umsteigen.







