Eine Erdwärmepumpe (Sole-Wasser) kostet 2026 zwischen 22.000 und 45.000 Euro schlüsselfertig, je nachdem, ob man eine Erdsonde bohrt oder einen Flächenkollektor im Garten verlegt. Der größte Einzelposten ist die Erderschließung. Die Geräte selbst kosten ähnlich viel wie Luft-Wasser-WP. Nach BEG-Förderung (bis 70 Prozent, plus 5 Prozent Effizienzbonus) bleibt ein Eigenanteil von 6.600 bis 18.000 Euro.
Die Kostenblöcke
Das Gerät (Sole-Wasser-WP, 6 bis 12 kW): 8.000 bis 14.000 Euro. Der Preis ist vergleichbar mit einer Luft-Wasser-WP gleicher Leistung, weil die Technik im Gerät ähnlich ist. Was fehlt: der Ventilator und die Abtauautomatik. Was dafür drin ist: ein Wärmetauscher für Sole statt für Luft.
Peripherie (Pufferspeicher, Warmwasserspeicher, Regelung, Sole-Umwälzpumpe): 3.000 bis 6.000 Euro. Die Sole-Umwälzpumpe ist ein Kostenpunkt, den die Luft-WP nicht hat (200 bis 500 Euro).
Erdsondenbohrung: 4.000 bis 12.000 Euro. Das ist der Posten, der den Unterschied zur Luft-WP macht. Pro Bohrmeter rechnet man mit 50 bis 100 Euro. Für ein Einfamilienhaus mit 10 kW Heizlast braucht man je nach Geologie 80 bis 120 Bohrmeter. In Norddeutschland (sandiger Boden, niedrige Entzugsleistung) eher 120 Meter, in Süddeutschland (felsig, hohe Entzugsleistung) eher 80 Meter. Dazu kommen Anfahrt, Einrichten und Verpressen des Bohrlochs.
Flächenkollektor statt Bohrung: 3.000 bis 8.000 Euro. Günstiger als die Bohrung, aber man braucht 225 bis 300 Quadratmeter Gartenfläche für ein 150-Quadratmeter-Haus. Erdarbeiten (Bagger, Rohre verlegen, zuschütten) kosten 15 bis 25 Euro pro Quadratmeter.
Installation und Verrohrung: 4.000 bis 7.000 Euro. Sole-Leitungen vom Bohrloch oder Kollektor zum Gerät, hydraulische Anbindung ans Heizsystem, Elektrik, Inbetriebnahme.
Genehmigung (wasserrechtliche Erlaubnis): 200 bis 500 Euro Gebühren, plus eventuell geologisches Gutachten (300 bis 500 Euro).
Demontage Altanlage: 1.000 bis 3.000 Euro.
Hydraulischer Abgleich: 400 bis 1.000 Euro.
Gesamtkosten nach Variante
Mit Erdsonde: 22.000 bis 45.000 Euro brutto. Nach BEG-Förderung 60 Prozent (Grundförderung 30 plus Klimabonus 20 plus Effizienzbonus 5 plus Rundung): 8.800 bis 18.000 Euro Eigenanteil.
Mit Flächenkollektor: 18.000 bis 35.000 Euro brutto. Nach BEG-Förderung 60 Prozent: 7.200 bis 14.000 Euro Eigenanteil.
Zum Vergleich: Luft-Wasser-WP, 20.000 bis 35.000 Euro brutto. Nach BEG-Förderung 55 Prozent: 9.000 bis 15.750 Euro.
Der Erdwärme-Aufpreis nach Förderung ist also kleiner als der Bruttoaufpreis, weil der Effizienzbonus (5 Prozent) und die höheren förderfähigen Kosten mehr Zuschuss bringen.
Warum die Bohrkosten so stark schwanken
Die Bohrkosten hängen von drei Faktoren ab. Die Geologie: Lockerer Sandboden ist leicht zu bohren, aber hat niedrige Entzugsleistung (30 bis 40 W/m), man braucht also mehr Meter. Fels ist teuer zu bohren, hat aber hohe Entzugsleistung (60 bis 80 W/m), man braucht weniger Meter. In der Summe gleicht sich das oft aus, aber nicht immer.
Die Bohrtiefe: Manche Standorte brauchen zwei flache Bohrungen statt einer tiefen, was die Kosten durch doppelte Einrichtung erhöht. Tiefer als 100 Meter wird es überproportional teurer.
Die Zugänglichkeit: Das Bohrgerät muss auf das Grundstück. Enge Zufahrten, Treppen oder bestehende Bepflanzung können den Aufwand erhöhen. Manche Grundstücke sind mit dem großen Bohrgerät nicht erreichbar, dann muss ein kleineres (und langsameres) Gerät ran.
Ein seriöser Bohrunternehmer macht vor dem Angebot einen Ortstermin und kalkuliert auf Basis der lokalen Geologie. Pauschale Meterpreise ohne Ortsbesichtigung sind ein Warnsignal.
Betriebskosten im Vergleich
Die höhere Effizienz der Erdwärme-WP (JAZ 4,0 bis 5,0 statt 3,0 bis 4,0 bei Luft) senkt die Stromkosten. Bei einem Haus mit 15.000 kWh Heizwärmebedarf:
Erdwärme-WP (JAZ 4,5): 3.333 kWh Strom pro Jahr. Bei 25 Cent: 833 Euro.
Luft-WP (JAZ 3,5): 4.286 kWh Strom. Bei 25 Cent: 1.071 Euro.
Ersparnis: 238 Euro pro Jahr. Dazu kommen 50 bis 100 Euro weniger Wartungskosten (kein Ventilator, kein Abtauen). Über 20 Jahre: 5.760 bis 6.760 Euro Ersparnis.
Dem steht der Aufpreis für die Bohrung gegenüber (nach Förderung): 2.000 bis 8.000 Euro. Die Amortisation der Bohrung liegt also bei 3 bis 14 Jahren, je nach Bohrkostren und Effizienzunterschied.
Passive Kühlung als Bonus
Im Sommer kann die kalte Sole (8 bis 12 Grad) ohne Kompressor durch die Fußbodenheizung geschickt werden. Das kühlt die Räume um 2 bis 4 Grad. Stromkosten: nur die Umwälzpumpe, 30 bis 60 Euro für einen ganzen Sommer. Eine Luft-WP kann das nicht, weil sie für aktives Kühlen den Kompressor braucht (und deutlich mehr Strom verbraucht).
Wer in einer Region mit heißen Sommern wohnt (Oberrhein, Neckartal, Berlin), profitiert davon doppelt: weniger Heizkosten im Winter und fast kostenlose Kühlung im Sommer.







