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Erdwärmebohrung: Ablauf, Kosten und was der Geologe sagt

von inoutic Redaktion
10.04.2026
in Magazin
Lesedauer:3 Minuten Lesezeit
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Eine Erdwärmebohrung dauert 1 bis 3 Tage und kostet 4.000 bis 12.000 Euro. Die Bohrfirma rammt eine oder mehrere Sonden 50 bis 100 Meter tief in den Boden, verpresst das Bohrloch und schließt die Sonden an die Wärmepumpe an. Davor steht ein geologisches Gutachten, das sagt, ob der Boden überhaupt taugt. Ohne Gutachten bohrt kein seriöses Unternehmen.

Vor der Bohrung

Ein geologisches Standortgutachten (300 bis 500 Euro) klärt, was unter dem Grundstück liegt. Der Geologe prüft: Bodenaufbau (Sand, Ton, Kies, Fels), Grundwasserstand und -richtung, Entzugsleistung des Bodens (in Watt pro Meter Sondenlänge) und ob Hindernisse im Boden sind (Altlasten, Hohlräume, problematische Gesteinsschichten).

Die Entzugsleistung bestimmt, wie viele Bohrmeter man braucht. Trockener Sand: 20 bis 30 W/m. Feuchter Ton oder Lehm: 35 bis 50 W/m. Wasserführender Kies: 55 bis 70 W/m. Fels (Granit, Gneis): 60 bis 80 W/m. Bei 10 kW Heizlast und 50 W/m Entzugsleistung: 200 Sondenmeter. Das können zwei Bohrungen à 100 Meter sein oder eine à 200 Meter (letzteres ist selten und teurer).

Die wasserrechtliche Genehmigung muss vor der Bohrung vorliegen. Bearbeitungszeit: 4 bis 12 Wochen.

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Der Bohrvorgang

Die Bohrfirma bringt ein Bohrgerät auf das Grundstück. Das Gerät ist groß (LKW-Größe) und braucht eine Zufahrt von mindestens 3 Metern Breite. Die Stellfläche für das Bohrgerät: 5 x 10 Meter. Dazu Platz für Bohrkleie (das ausgebohrte Material), Wasserbehälter und Werkzeug.

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Die Bohrung selbst dauert pro 100 Meter Tiefe 1 bis 2 Tage, je nach Bodenhärte. In Lockersedimenten (Sand, Kies) geht es schneller, in Festgestein (Granit, Kalkstein) langsamer. Das Bohrloch hat einen Durchmesser von 15 bis 20 cm.

Nach dem Bohren wird die Erdsonde (U-förmige PE-Rohre) in das Bohrloch eingeführt. Dann wird das Bohrloch von unten nach oben mit Verpressmaterial (Bentonit-Zement-Gemisch) gefüllt. Die Verpressung ist Pflicht und stellt sicher, dass kein Oberflächenwasser in tiefere Grundwasserschichten gelangen kann.

Nach der Verpressung wird die Sonde mit Sole (Wasser-Glykol-Gemisch) befüllt und ein Drucktest durchgeführt. Wenn alles dicht ist, wird die Sonde an die Wärmepumpe angeschlossen.

Kosten im Detail

Bohrung: 50 bis 100 Euro pro Meter. Bei 100 Metern: 5.000 bis 10.000 Euro. Anfahrt und Einrichten des Bohrgeräts: 500 bis 1.500 Euro (einmalig, unabhängig von der Bohrtiefe). Sondenmaterial (PE-Rohre): im Bohrpreis enthalten oder 5 bis 10 Euro pro Meter extra. Verpressmaterial: im Bohrpreis enthalten oder 300 bis 600 Euro. Solebefüllung und Drucktest: 200 bis 400 Euro. Anschluss an die WP (Sole-Leitungen ins Haus): 500 bis 1.500 Euro.

Gesamt: 6.000 bis 14.000 Euro für eine typische Einfamilienhaus-Bohrung (80 bis 120 Meter). Bei zwei Bohrungen (zum Beispiel 2 x 60 Meter statt 1 x 120 Meter): etwas teurer wegen doppelter Einrichtung, aber manchmal nötig, wenn die maximale Bohrtiefe am Standort begrenzt ist.

Risiken

Unerwartete Geologie. Wenn der Geologe Sandstein erwartet hat, aber auf Granit stößt, dauert die Bohrung länger und wird teurer. Seriöse Bohrfirmen rechnen mit einem Risikozuschlag von 10 bis 20 Prozent oder bieten einen Festpreis nach geologischer Vorerkundung.

Artesisches Grundwasser. Wenn die Bohrung eine wasserführende Schicht unter Druck anbohrt, schießt Wasser nach oben. Das muss sofort abgedichtet werden und kann die Kosten erhöhen. In Gebieten mit bekanntem artesischen Grundwasser wird die Genehmigung meistens verweigert.

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Schadstoffverschleppung. Bei Altlasten im Boden kann die Bohrung Schadstoffe in tiefere Schichten transportieren. Das geologische Gutachten sollte das ausschließen. Wenn nicht, haftet das Bohrunternehmen.

Frostschäden. Wenn die Sonde zu viel Wärme entzieht (Anlage unterdimensioniert oder Boden schlecht), kann der Boden um die Sonde gefrieren. Das senkt die Effizienz langfristig. Richtige Dimensionierung und ein Sole-Temperaturfühler an der WP verhindern das.

Bohrfirma auswählen

Die Bohrfirma muss nach DVGW W 120 zertifiziert sein. Das ist der Qualitätsstandard für geothermische Bohrungen. Ohne Zertifizierung gibt es keine wasserrechtliche Genehmigung, und die BEG-Förderung verlangt es ebenfalls.

Drei Angebote einholen. Die Preisunterschiede zwischen Bohrfirmen liegen bei 20 bis 40 Prozent. Prüfen, ob der Preis Festpreis oder Meterpreis ist, ob Risikozuschläge einkalkuliert sind und ob die Verpressung im Preis enthalten ist.

Referenzen in der Region fragen. Eine Firma, die in der gleichen Gegend schon gebohrt hat, kennt die lokale Geologie und kann den Aufwand realistischer einschätzen als eine, die zum ersten Mal am Standort bohrt.

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