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Erbbaurecht erklärt: Was Bauherren unbedingt beachten sollten

von inoutic Redaktion
24.09.2025
in Magazin
Lesedauer:13 Minuten Lesezeit
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Wussten Sie, dass in Deutschland etwa 1,2 Millionen Menschen auf einem Erbbaurechtsgrundstück wohnen? Das Erbbaurecht stellt eine interessante und kostengünstige Alternative zum klassischen Grundstückskauf dar. Bauherren können damit auf einem Grundstück bauen und wohnen, ohne es tatsächlich zu erwerben. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über das Erbbaurecht, seine rechtlichen Grundlagen sowie die Vor- und Nachteile für die Bauherren, die sich für diese Form der Immobiliennutzung interessieren.

Erbbaurechtsgrundstück

Wichtige Erkenntnisse

  • Erbbaurecht bietet kostengünstige Lösungen für Bauherren.
  • Es ermöglicht die Nutzung von Grundstücken, ohne diese zu kaufen.
  • Verschiedene rechtliche Aspekte sind zu beachten.
  • Die Vor- und Nachteile sollten gut abgewogen werden.
  • Der Immobilienmarkt beeinflusst das Erbbaurecht erheblich.

Was ist das Erbbaurecht?

Das Erbbaurecht ist ein bedeutendes rechtliches Instrument in Deutschland, das die Nutzung eines Erbbaugrundstücks regelt. Es ermöglicht dem Erbbaurechtsnehmer, ein Grundstück zu bebauen und zu nutzen, das nicht im Eigentum des Erbbaurechtsnehmers steht. Der Grundstückseigentümer, oft als Erbbaurechtsgeber bezeichnet, hat das Eigentum am Boden, während die auf dem Grundstück errichteten Immobilien dem Erbbaurechtsnehmer gehören. In der Praxis wird dieses Konzept häufig als Erbpacht bezeichnet, obwohl dieser Begriff rechtlich nicht mehr exakt ist.

Innerhalb des Rahmens eines Erbbaurechtsvertrags wird die rechtliche Beziehung zwischen dem Grundstückseigentum und dem Erbbaurechtsnehmer definiert. Der Erbbaurechtsnehmer ist verpflichtet, einen jährlichen Erbbauzins zu zahlen. Dieser Zins stellt eine Art Miete für die Nutzung des Grundstücks dar und ist ein zentrales Element des Erbbaurechts. Das Erbbaurecht bietet somit eine interessante Möglichkeit, an Grundstücken zu partizipieren, ohne das volle Grundstückseigentum erwerben zu müssen.

So funktioniert das Erbbaurecht

Bei einem Erbbaurechtsvertrag wird das Nutzungsrecht an einem Grundstück für einen festgelegten Zeitraum, häufig zwischen 50 und 99 Jahren, vergeben. Der Erbbaurechtsnehmer erhält damit die Möglichkeit, das Grundstück zu nutzen und darauf eine Immobilie zu errichten oder zu erwerben, ohne die hohen Kosten für den Immobilienkauf tragen zu müssen. In diesem Zusammenhang spielt der Erbbauzins eine zentrale Rolle. Dieser wird in regelmäßigen Abständen, in der Regel jährlich oder monatlich, gezahlt und stellt eine Art Miete für das Grundstück dar.

Die Vorteile des Erbbaurechts liegen klar auf der Hand. Bauherren können sich auf finanzielle Erleichterungen verlassen, indem sie nur den Erbbauzins anstelle des gesamten Grundstückspreises bezahlen. Darüber hinaus bleibt das Grundstück im Eigentum des Verpächters, was eine nachhaltige Nutzung und Entwicklung ermöglicht. Solche Verträge können auch als langfristige Investition betrachtet werden, da sie die Möglichkeit bieten, wertsteigernde Immobilien zu schaffen.

Eine nicht zu vernachlässigende Dimension ist die Ver-pächtung. Diese beinhaltet, dass das Grundstück im Erbbaurecht einem Dritten zur Verfügung gestellt wird. Dies kann für Investoren eine interessante Option darstellen, um Flächen effizient zu nutzen und gleichzeitig von der entstehenden Immobilienentwicklung zu profitieren.

Kriterium Erbbaurecht Immobilienkauf
Nutzungsrecht Wird für einen festen Zeitraum vergeben Unbeschränkt, Eigentum erlangt
Kosten Erbbauzins Kompletter Kaufpreis
Eigentum Eigentum bleibt beim Verpächter Vollständiges Eigentum
Vorteile Finanzielle Erleichterung, langfristige Investition Volle Kontrolle, Wertsteigerung des Eigentums

Der Erbbaurechtsvertrag

Der Erbbaurechtsvertrag spielt eine entscheidende Rolle im Erbbaurecht, da er die wesentlichen Vereinbarungen zwischen Erbbaurechtsgeber und -nehmer festlegt. Die Inhalte und Bestimmungen dieses Vertrags beinhalten unter anderem den Erbbauzins, die Auflagen zur Nutzung des Grundstücks sowie die Regelungen zur darauf errichteten Immobilie. Die offizielle notarielle Beurkundung des Vertrags sorgt dafür, dass alle Parteien rechtlich abgesichert sind.

Inhalte und Bestimmungen des Erbbaurechtsvertrags

Die Inhalte des Erbbaurechtsvertrags umfassen diverse Bestimmungen, die für beide Parteien von Bedeutung sind. Dazu zählen Regelungen über:

  • Den Erbbauzins, einschließlich möglicher Anpassungen im Zeitverlauf.
  • Die Nutzung des Grundstücks durch den Erbbaurechtsnehmer.
  • Verpflichtungen zur Instandhaltung und Renovierung der Immobilie.
  • Die Handhabung von Versicherungen und öffentlichen sowie privaten Abgaben.
  • Regelungen zu Heimfall und vertraglichen Strafen.

Ein detaillierter Überblick über die rechtlichen Grundlagen kann unter diesem Link gefunden werden.

Laufzeit des Vertrags

Die Laufzeit eines Erbbaurechtsvertrags ist in der Regel auf einen Zeitraum zwischen 50 und 99 Jahren festgelegt. Nach Ablauf dieser Laufzeit besteht die Möglichkeit, eine Verlängerung des Vertrags zu vereinbaren, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dies gewährleistet langfristige Planbarkeit sowohl für den Erbbaurechtsnehmer als auch den Erbbaurechtsgeber.

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Erbbaurechtsgrundstück: Vor- und Nachteile

Das Erbbaurechtsgrundstück bietet sowohl Vorteile als auch Nachteile, die potenzielle Bauherren berücksichtigen sollten. Die Entscheidung für ein Erbbaurecht kann folgende Aspekte umfassen:

Vorteile eines Erbbaurechts

Ein bedeutender Vorteil des Erbbaurechts liegt in der Erschwinglichkeit von Grundstückskosten. Familien, die ein eigenes Haus bauen möchten, können von niedrigen Anfangsinvestitionen profitieren. Weiterhin bleibt der Käufer im Besitz des Gebäudes, während das Grundstück langfristig verpachtet wird. Dies ermöglicht mehr finanzielle Flexibilität.

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Nachteile und Risiken

Trotz der Vorteile sind auch die Nachteile und Risiken eines Erbbaurechts zu beachten. Die laufenden Erbbauzinsen können je nach Marktentwicklung steigen, was zusätzliche finanzielle Belastungen mit sich bringt. Außerdem besteht das Risiko des Heimfalls, wenn vertragliche Verpflichtungen nicht eingehalten werden. Ein Bewusstsein für diese Faktoren kann helfen, die Entscheidung besser abzuwägen.

Aspekt Vorteile Nachteile
Kosten Niedrige Grundstückskosten Laufende Erbbauzinsen können steigen
Besitzverhältnisse Eigentum am Gebäude bleibt Risiko des Heimfalls bei Vertragsverletzungen
Finanzielle Flexibilität Geringere Anfangsinvestition Langfristige finanzielle Planung notwendig

Was kostet das Erbbaurecht?

Das Erbbaurecht bringt eine Vielzahl von Kosten mit sich, die Bauherren bei der Planung und Finanzierung berücksichtigen sollten. Der Erbbauzins stellt eine der wichtigsten finanziellen Verpflichtungen dar, die in einem Erbbaurechtsvertrag geregelt werden. Kenntnisse über diesen Zins sowie weitere Neben- und Steuerkosten sind für alle Bauherren entscheidend, die ein Erbbaurechtsgrundstück erwerben möchten.

Erbbauzins: Entstehung und Anpassung

Der Erbbauzins liegt in der Regel zwischen 3 und 6 % des Wertes des Grundstücks. Diese Gebühr wird entsprechend einer im Erbbaurechtsvertrag festgelegten Klausel angepasst, häufig basierend auf der Marktentwicklung oder dem Verbraucherpreisindex. Diese regelmäßige Anpassung kann alle drei Jahre stattfinden und ist ein wichtiger Aspekt, den jeder Bauherr beachten sollte, um unvorhergesehene Kosten zu vermeiden.

Weitere Kosten für Bauherren

Neben dem Erbbauzins fallen zusätzliche Kosten für Bauherren an. Dazu zählt die Grunderwerbsteuer, die im Zusammenhang mit dem Eintrag ins Grundbuch anfällt, obwohl das Eigentum nicht vollständig übertragen wird. Ein weiterer Posten sind die Erschließungskosten, die von der Gemeinde für den Anschluss des Erbbaurechtsgrundstücks an Versorgungsnetze erhoben werden. Auch Versicherungen und Instandhaltungskosten sind bei der Budgetplanung zu berücksichtigen.

Kostenart Beispiel
Erbbauzins 3-6% des Grundstückswertes
Grunderwerbsteuer Variiert je nach Bundesland
Erschließungskosten Gebühren für Wasser- und Stromanschlüsse
Versicherungen Haftpflicht- und Gebäudeversicherung
Instandhaltungskosten Regelmäßige Wartung und Reparaturen

Um einen umfassenden Überblick über alle relevanten Kosten zu erhalten, empfiehlt sich ein Besuch auf diesen Link, der hilfreiche Informationen und weitere Details zum Erbbaurecht bietet.

Erbbaurecht und Grundsteuer

Im Rahmen des Erbbaurechts sind die Erbbaurechtsnehmer verpflichtet, die Grundsteuer zu zahlen, trotz des bestehenden Pachtverhältnisses. Diese Grundsteuer wird auf den Wert des Grundstücks angewendet und entspricht den Zahlungen, die Eigentümer von Grundstücken leisten müssen. Bauherren sollten diesen Punkt bei der Wahl eines Erbbaurechtsgrundstücks im Hinterkopf behalten, da die Grundsteuer je nach Lage und Wert des Grundstücks erheblich variieren kann.

Zusätzlich kommt der Erbbauzins ins Spiel, der ebenfalls berücksichtigt werden muss, um ein vollständiges Bild der laufenden Kosten zu erhalten. Die Verbindung zwischen Erbbaurecht und Grundsteuer kann komplex sein, doch eine sorgfältige Planung hilft, unangenehme finanzielle Überraschungen zu vermeiden.

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Wie lange läuft das Erbbaurecht?

Die Laufzeit des Erbbaurechts ist ein entscheidender Punkt für Bauherren. In der Regel beträgt diese Laufzeit zwischen 50 und 99 Jahren, abhängig von den Vereinbarungen im jeweiligen Erbbaurechtsvertrag. Nach Ablauf dieser Frist ergeben sich verschiedene Optionen, die jedoch nicht immer garantieren, dass eine Fortführung des Erbbaurechts möglich ist.

Verlängerungsmöglichkeiten

Eine Verlängerung des Erbbaurechts kann beantragt werden, jedoch besteht kein rechtlicher Anspruch darauf. Bauherren sollten frühzeitig mit den Verhandlungen beginnen, um mögliche Nachteile zu verhindern. In vielen Fällen gibt es spezifische Regelungen, die festlegen, wie eine Verlängerung umgesetzt werden kann. Ein erfahrener Rechtsberater kann hierbei wertvolle Hilfestellung leisten, um die besten Chancen zur Verlängerung der Laufzeit zu klären und die Interessen der Bauherren zu wahren.

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Erbbaurecht läuft aus: Was passiert dann?

Wenn der Erbbaurechtsvertrag abläuft, wird das Nutzungsrecht des Grundstücks automatisch an den Erbbaurechtsgeber zurückübertragen. Bei diesem Vertragsablauf erfolgt nicht nur die Rückgabe des Nutzungsrechts, sondern auf das Grundstück errichtete Gebäude wechseln ebenfalls in den Besitz des Erbbaurechtsgebers. Dies bedeutet für die Immobilienbesitzer eine grundlegende Veränderung ihrer Situation.

Es besteht die Möglichkeit einer vertraglich geregelten Entschädigung für die Immobilienbesitzer. Diese Entschädigung muss mindestens zwei Drittel des Verkehrswertes betragen und bietet einen gewissen Ausgleich für den Immobilienübergang. Bei der Planung und dem Abschluss eines Erbbaurechtsvertrags ist es wichtig, sich dieser Aspekte bewusst zu sein, um individuelle Interessen und mögliche Risiken angemessen zu berücksichtigen.

Heimfall: Was ist das?

Der Begriff Heimfall bezieht sich auf die Rückgabe des Erbbaurechts an den Erbbaurechtsgeber. Dies geschieht in der Regel, wenn es zu Zahlungsrückständen bei den Erbbauzinsen oder anderen Vertragsverletzungen kommt. In einem solchen Fall kann der Erbbaurechtsgeber das Nutzungsrecht des Erbbaurechtsnehmers aufheben.

Im Rahmen eines Erbbauverhältnisses müssen die vertraglich festgelegten Bedingungen genau beachtet werden. Kommt es zum Heimfall, so erlischt das Nutzungsrecht, jedoch besteht auch ein Anspruch auf eine vertraglich geregelte Entschädigung, die der Erbbaurechtsgeber zahlen muss. Diese Entschädigung spiegelt den Wert der Investitionen und Verbesserungen wider, die der Erbbaurechtsnehmer in die Immobilie vorgenommen hat.

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Die Rolle der Erbbauverpächter

Die Erbbauverpächter spielen eine zentrale Rolle im Erbbaurechtsverhältnis. Sie sind die Eigentümer des Grundstücks und legen die Bedingungen des Erbbaurechts fest. Typische Verpächter sind Kommunen, Kirchen und Stiftungen. Diese Institutionen entscheiden oft nach sozialen Kriterien, welche Bauherren ein Grundstück für Erbbauzwecke erhalten.

Wer sind die typischen Verpächter?

In Deutschland sind viele Erbbauverpächter öffentliche Einrichtungen oder gemeinnützige Organisationen. Kommunen vergeben häufig Erbbaurechtsverträge, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Kirchen und Stiftungen, mit ihrem sozialen Auftrag, nutzen Erbbauverträge ebenfalls zur Förderung von sozialen Projekten. Diese typischen Verpächter zeichnen sich durch nachhaltige Vergabekriterien aus.

Mitspracherechte des Erbbauverpächters

Erbbauverpächter haben bedeutende Mitspracherechte, insbesondere wenn es um bauliche Veränderungen am Grundstück geht. Änderungen, wie Renovierungen oder Umbauten, bedürfen oft der Zustimmung des Erbbauverpächters. Diese Regelungen können den Erbbaurechtsnehmer in seinen Gestaltungsmöglichkeiten einschränken, um die Interessen des Verpächters und den Charakter des Gebiets zu bewahren.

Finanzierung eines Erbbaurechtsgrundstücks

Die Finanzierung eines Erbbaurechtsgrundstücks stellt eine interessante Möglichkeit für potenzielle Käufer dar, erschwingliches Wohneigentum zu erwerben. In der Regel erfolgt die Finanzierung durch Baukredite, die spezifische Anforderungen enthalten. Banken setzen üblicherweise eine Restlaufzeit des Erbbaurechts von mindestens 40 Jahren voraus, um die Hypothek zu genehmigen.

Ein weiterer wichtiger Faktor zur Genehmigung des Kredits ist die Beleihungsquote, die möglichst niedrig gehalten werden sollte. Hohe Erbbauzinsen können sich negativ auf die Kreditwürdigkeit auswirken und die gesamte Finanzierung komplexer gestalten.

Interessierte sollten sich bewusst sein, dass bei der Beantragung eines Kredits einige Nebenkosten hinzukommen, wie zum Beispiel Gebühren für notarielle Beurkundungen und die Grunderwerbsteuer. Diese Aspekte sind entscheidend, um einen umfassenden Überblick über die zu erwartenden Kosten zu erhalten.

Für ausführliche Informationen zur Finanzierung ist es ratsam, sich an Experten zu wenden oder Online-Ressourcen zu konsultieren. Der Erwerb eines Erbbaurechts kann für viele Bauherren eine echte Alternative zum klassischen Grundstückskauf darstellen. Weitere Informationen finden Sie in diesem Artikel.

Wichtige gesetzliche Grundlagen

Das Erbbaurecht in Deutschland ist durch das Erbbaurechtsgesetz (ErbbauRG) umfassend geregelt. Diese gesetzlichen Grundlagen sind entscheidend für den Abschluss und die Ausführung von Erbbaurechtsverträgen. Die Normen des ErbbauRG gewährleisten, dass sowohl Erbbaurechtsnehmer als auch -geber klare Rechte und Pflichten besitzen. Ein essenzieller Bestandteil des Erbbaurechts ist der Eintrag ins Grundbuch, der das Recht wirksam macht und somit eine rechtliche Absicherung für die Beteiligten providiert.

Erbbaurechtsgesetz (ErbbauRG)

Das Erbbaurechtsgesetz stellt die Basis für alle rechtlichen Aspekte des Erbbaurechts dar. Es definiert unter anderem:

  • Die Dauer der Erbbaurechtsverträge.
  • Die Regelungen zur Höhe des Erbbauzinses.
  • Die Verfahren zur Übertragung von Rechten an Erbbaurechtsgrundstücken.
  • Die Pflichten und Rechte der Vertragspartner.
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Diese gesetzlichen Grundlagen bieten einen Rahmen, der sowohl rechtlichen Schutz als auch Planungs- und Investitionssicherheit für alle Beteiligten schafft.

Erbbaurecht und Immobilienmarkt

Der Immobilienmarkt spielt eine entscheidende Rolle für die Entwicklung von Erbbaurechten. In Zeiten steigender Marktpreise für Grundstücke wird das Erbbaurecht zunehmend attraktiv. Diese Rechtsform ermöglicht es Bauherren, in attraktiven Lagen zu bauen, ohne die hohen Grundstückspreise direkt zahlen zu müssen. Städte und Gemeinden vergeben Erbbaurechte, um den Zugang zu Wohnraum in teuren Ballungsräumen zu fördern.

Wie beeinflusst der Immobilienmarkt das Erbbaurecht?

Der Einfluss des Immobilienmarktes auf das Erbbaurecht zeigt sich besonders in den Erbbauzinsen. Wenn die Marktpreise für Grundstücke steigen, nehmen auch die Erbbauzinsen oft zu. Diese Anpassung kann den finanziellen Vorteil des Erbbaurechts verringern. Bauherren sollten daher die zukünftige Entwicklung des Immobilienmarktes berücksichtigen. Eine umfassende Kenntnis der regionalen Preisentwicklung sorgt dafür, dass sie eine informierte Entscheidung treffen können. Weitere Informationen zu den Rahmenbedingungen des Erbbaurechts finden Sie hier.

Entscheidungsfindung: Erbbaurecht oder Grundstückskauf?

Bei der Entscheidungsfindung zwischen einem Erbbaurecht und einem traditionellen Grundstückskauf ist es entscheidend, die individuellen finanziellen Möglichkeiten zu analysieren. Ein Erbbaurechtsgrundstück kann oft als kostengünstigere Option erscheinen, insbesondere für Bauherren, die in teuren Regionen wohnen, wo der Kauf eines Grundstücks eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen könnte.

Dennoch sollten die Vor- und Nachteile eines Erbbaurechts nicht unterschätzt werden. Während ein solches Recht flexible Finanzierungsmöglichkeiten bieten kann, fallen über die Jahre hinweg auch laufende Kosten wie der Erbbauzins an. Diese können, je nach Vereinbarung, zu einer finanziellen Herausforderung werden und müssen daher im Entscheidungsprozess berücksichtigt werden.

Ein sorgfältiger Vergleich und eine umfassende Analyse beider Optionen sind unverzichtbar, um die beste Entscheidung für die persönliche Situation zu treffen. Letztendlich sollte die Wahl zwischen Erbbaurecht und Grundstückskauf immer im Kontext der eigenen langfristigen Pläne getroffen werden.

FAQ

Was ist ein Erbbaurechtsgrundstück?

Ein Erbbaurechtsgrundstück ist ein Grundstück, das im Eigentum eines Erbbaurechtsgebers steht, auf dem der Erbbaurechtsnehmer für eine vereinbarte Laufzeit eine Immobilie errichten oder nutzen kann, ohne das Grundstück zu erwerben.

Wie wird der Erbbauzins festgelegt?

Der Erbbauzins wird in der Regel als Prozentsatz des Grundstückswertes festgelegt und kann alle drei Jahre an den Marktwert oder den Verbraucherpreisindex angepasst werden. Normalerweise liegt er zwischen 3 und 6 %.

Was passiert, wenn der Erbbaurechtsvertrag ausläuft?

Wenn der Erbbaurechtsvertrag ausläuft, geht das Nutzungsrecht des Grundstücks zurück an den Erbbaurechtsgeber, und die darauf errichtete Immobilie kann ebenfalls in dessen Besitz übergehen. Eine vertraglich festgelegte Entschädigung kann fällig sein.

Welche rechtlichen Grundlagen regeln das Erbbaurecht in Deutschland?

Das Erbbaurecht in Deutschland wird durch das Erbbaurechtsgesetz (ErbbauRG) geregelt, das die Rechte und Pflichten der Erbbaurechtsnehmer und -geber festlegt und die Bedingungen für den Abschluss von Erbbaurechtsverträgen beschreibt.

Welche Vor- und Nachteile hat das Erbbaurecht?

Vorteile des Erbbaurechts sind geringere anfängliche Kosten, da das Grundstück nicht gekauft werden muss. Nachteile umfassen laufende Erbbauzinsen, das Risiko des Heimfalls sowie zukünftige Preissteigerungen, die den finanziellen Vorteil schmälern können.

Wer sind die typischen Erbbaurechtsgeber?

Typische Erbbaurechtsgeber sind Kommunen, Kirchen und Stiftungen, die oft soziale Faktoren in ihre Vergabepolitik einfließen lassen.

Muss der Erbbaurechtsnehmer auch Grundsteuer zahlen?

Ja, der Erbbaurechtsnehmer ist verpflichtet, Grundsteuer zu zahlen, die auf den Wert seiner Immobilie erhoben wird, ähnlich wie bei Grundstückseigentümern.

Wie lange kann ein Erbbaurechtsvertrag laufen?

Die Laufzeit eines Erbbaurechtsvertrags beträgt üblicherweise zwischen 50 und 99 Jahren. Eine Verlängerung des Vertrags ist möglich, jedoch nicht garantiert.

Was ist unter dem Begriff Heimfall zu verstehen?

Heimfall bezeichnet die Rückgabe des Erbbaurechts an den Erbbaurechtsgeber, oftmals aufgrund von Vertragsverletzungen oder Zahlungsrückständen. In diesem Fall erlischt das Nutzungsrecht des Grundstücks.

Welche Rolle spielt der Immobilienmarkt für das Erbbaurecht?

Der Immobilienmarkt hat einen erheblichen Einfluss auf das Erbbaurecht, da steigende Grundstückspreise oft zu höheren Erbbauzinsen führen, die den finanziellen Vorteilen des Erbbaurechts entgegenwirken können.

Wie können Bauherren ein Erbbaurechtsgrundstück finanzieren?

Baukredite können zur Finanzierung eines Erbbaurechtsgrundstücks verwendet werden, wobei Banken in der Regel eine Mindestlaufzeit von 40 Jahren und eine angemessene Beleihungsquote verlangen.
Tags: BauherrenErbbaurechtGrundstücksrecht

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