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Eigenverbrauch vs. Einspeisung: Was bringt finanziell mehr?

von inoutic Redaktion
19.04.2026
in Magazin
Lesedauer:4 Minuten Lesezeit
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Eigenverbrauch vs Einspeisung Vergleich

Symbolbild, KI-generiert

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38 Cent sparen oder 7,78 Cent bekommen. Die Frage, ob man Solarstrom lieber selbst verbraucht oder einspeist, beantwortet sich eigentlich von selbst. Trotzdem hält sich bei manchen Hausbesitzern das Missverständnis, dass die Einspeisevergütung der Hauptverdienst einer PV-Anlage ist. War sie auch mal, als die Vergütung noch bei 50 Cent lag. 2026 ist der Eigenverbrauch der mit Abstand wichtigere Hebel, und wer seine Anlage darauf optimiert, holt deutlich mehr raus.

Die Rechnung auf einen Blick

Selbst verbrauchter Solarstrom erspart den Kauf von Netzstrom. Der Wert pro kWh: 35 bis 42 Cent, je nach Tarif. Nehmen wir 38 Cent als Durchschnitt 2026.

Eingespeister Solarstrom bringt die Einspeisevergütung. Bei Teileinspeisung bis 10 kWp: 7,78 Cent pro kWh. Bei Volleinspeisung: 12,34 Cent.

Die Differenz bei Teileinspeisung: 38 minus 7,78 gleich 30,22 Cent pro kWh zugunsten des Eigenverbrauchs. Jede Kilowattstunde, die man selbst verbraucht statt einzuspeisen, ist fast fünfmal so viel wert.

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Bei einer 10-kWp-Anlage, die 10.000 kWh pro Jahr erzeugt, sieht der Vergleich so aus:

30 Prozent Eigenverbrauch (ohne Speicher): 3.000 kWh mal 0,38 plus 7.000 kWh mal 0,0778 gleich 1.140 plus 545 gleich 1.685 Euro pro Jahr.

65 Prozent Eigenverbrauch (mit Speicher): 6.500 kWh mal 0,38 plus 3.500 kWh mal 0,0778 gleich 2.470 plus 272 gleich 2.742 Euro pro Jahr.

80 Prozent Eigenverbrauch (Speicher plus Wärmepumpe plus HEMS): 8.000 kWh mal 0,38 plus 2.000 kWh mal 0,0778 gleich 3.040 plus 156 gleich 3.196 Euro pro Jahr.

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Der Unterschied zwischen 30 und 80 Prozent Eigenverbrauch: 1.511 Euro pro Jahr. Über 25 Jahre: 37.775 Euro. Das ist mehr als die Anlage selbst kostet.

Warum die Einspeisevergütung trotzdem wichtig ist

Die Einspeisevergütung ist kein Hauptverdienst, aber ein Sicherheitsnetz. Der Strom, den man nicht selbst verbraucht, bringt wenigstens 7,78 Cent, statt komplett verloren zu gehen. Ohne Einspeisevergütung würde der Überschuss kostenlos ins Netz fließen, was die Wirtschaftlichkeit der Anlage verschlechtern würde.

Bei 30 Prozent Eigenverbrauch fließen 7.000 kWh ins Netz und bringen 545 Euro. Das sind 32 Prozent des Gesamtertrags. Nicht zu vernachlässigen, auch wenn der Eigenverbrauch mehr bringt.

Die Einspeisevergütung ist außerdem für 20 Jahre garantiert. Der Netzstrompreis kann schwanken (er könnte sogar sinken, auch wenn das unwahrscheinlich ist), aber die Vergütung bleibt fix. Das gibt Planungssicherheit.

Wie man den Eigenverbrauch steigert

Die wichtigsten Hebel, sortiert nach Wirkung:

Batteriespeicher: Plus 25 bis 40 Prozentpunkte. Der größte Einzelhebel. Der Speicher verschiebt den Mittagsüberschuss in die Abend- und Nachtstunden.

E-Auto mit PV-Überschussladen: Plus 10 bis 20 Prozentpunkte. Das E-Auto ist ein großer flexibler Verbraucher, der tagsüber laden kann, wenn die Sonne scheint.

Wärmepumpe mit SG-Ready-Steuerung: Plus 10 bis 15 Prozentpunkte. Die Wärmepumpe nutzt den Solarüberschuss zum Vorheizen des Pufferspeichers.

Lastverschiebung im Haushalt: Plus 5 bis 10 Prozentpunkte. Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler mittags laufen lassen statt abends.

Warmwasser mit Heizstab: Plus 5 bis 8 Prozentpunkte. Überschüssiger Solarstrom erwärmt das Brauchwasser.

HEMS (Energiemanagementsystem): Plus 5 bis 10 Prozentpunkte. Automatische Steuerung aller Verbraucher nach Solarangebot.

In Kombination: Von 30 Prozent (ohne alles) auf 70 bis 80 Prozent (mit Speicher, Wärmepumpe, Wallbox und HEMS). Jeder Prozentpunkt mehr Eigenverbrauch ist 30 Cent pro kWh wert.

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Wann Einspeisung die bessere Wahl ist

In seltenen Fällen kann es sinnvoller sein, mehr einzuspeisen statt mehr selbst zu verbrauchen.

Negativer Strompreis an der Börse: Wenn der Börsenstrompreis negativ ist (2026 voraussichtlich 700 bis 900 Stunden), entfällt die Einspeisevergütung für Neuanlagen ab 7 kW. In diesen Stunden ist es besser, den Strom selbst zu verbrauchen oder im Speicher zu halten statt einzuspeisen. Das HEMS regelt das automatisch, wenn es richtig konfiguriert ist.

Dynamischer Stromtarif mit sehr günstigen Nachtstunden: Wer einen Tibber- oder aWATTar-Tarif hat, kann nachts Strom für 5 bis 10 Cent kaufen und tagsüber für 15 bis 20 Cent einspeisen (über Energy Sharing oder Direktvermarktung). In diesem Szenario lohnt sich Einspeisung mehr als Eigenverbrauch, wenn der Netzstrompreis sehr niedrig ist. Das betrifft aber nur wenige Stunden pro Woche.

Volleinspeisung bei sehr niedrigem Verbrauch: Wer allein lebt, 1.500 kWh im Jahr braucht und kein E-Auto hat, hätte bei Teileinspeisung vielleicht 500 kWh Eigenverbrauch (10 Prozent). Da kann Volleinspeisung (12,34 Cent für alles) mehr bringen als Teileinspeisung (500 kWh mal 38 Cent plus 9.500 kWh mal 7,78 Cent). Aber auch das kippt, sobald ein Speicher dazukommt.

Energy Sharing: Der Überschuss wird wertvoller

Ab Juni 2026 kann man über Energy Sharing (§42c EnWG) den überschüssigen Solarstrom an Nachbarn und andere Teilnehmer im Verteilnetz verkaufen. Der Preis wird frei verhandelt, liegt aber voraussichtlich bei 15 bis 20 Cent pro kWh nach Abzug der reduzierten Netzentgelte.

Das verändert die Rechnung: Statt 7,78 Cent Einspeisevergütung bekommt man möglicherweise 15 bis 20 Cent über Energy Sharing. Die Differenz zum Eigenverbrauch (38 Cent) wird kleiner, aber der Eigenverbrauch bleibt trotzdem wertvoller.

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Was sich ändert: Der Überschuss, der bisher für 7,78 Cent ins Netz ging, kann über Energy Sharing fast doppelt so viel bringen. Das verbessert die Wirtschaftlichkeit der Anlage insgesamt und macht auch größere Anlagen attraktiver, die mehr Überschuss produzieren.

Was die Zukunft bringt

Die Einspeisevergütung sinkt halbjährlich um 1 Prozent. Ab 2027 wird sie möglicherweise durch Contracts for Difference (CfD) ersetzt, die je nach Börsenstrompreis mehr oder weniger bringen können. Der Eigenverbrauch wird in jedem Fall wertvoller, weil der Netzstrompreis langfristig steigen dürfte (CO2-Preis, Netzentgelte, Umlagen).

Bidirektionales Laden (Vehicle-to-Home) könnte den Eigenverbrauch weiter steigern, weil das E-Auto als zusätzlicher Speicher dient. Dynamische Stromtarife machen die Optimierung komplexer, aber auch lohnender.

Die Grundregel bleibt: Eigenverbrauch ist König. Was man selbst verbraucht, ist fast fünfmal so viel wert wie das, was man einspeist. Jede Maßnahme, die den Eigenverbrauch steigert, verbessert die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, solange der Netzstrompreis höher ist als die Einspeisevergütung, und das wird er bleiben.

Hinweis: Das Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt.

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