Wer eine PV-Anlage und eine Wärmepumpe hat, will möglichst viel Solarstrom selbst verbrauchen statt für 7 bis 8 Cent einzuspeisen. Ohne Optimierung liegt der Eigenverbrauch bei 25 bis 35 Prozent. Mit SG-Ready-Kopplung, Warmwasser-Verschiebung und einem Batteriespeicher kommt man auf 45 bis 60 Prozent. Jeder Prozentpunkt mehr Eigenverbrauch spart 13 bis 22 Cent pro kWh.
Die Ausgangslage
Eine 10-kWp-PV-Anlage produziert rund 10.000 kWh pro Jahr. Ein Haushalt mit WP verbraucht 8.000 bis 12.000 kWh (Haushalt plus WP). Theoretisch könnte die PV den gesamten Bedarf decken. Praktisch nicht, weil Produktion und Verbrauch zeitlich nicht zusammenfallen.
Tagsüber (10 bis 16 Uhr) produziert die PV am meisten. Der Haushalt verbraucht wenig (niemand zu Hause oder nur Grundlast). Die WP läuft meistens nachts und morgens (kälteste Stunden, höchster Wärmebedarf). Der PV-Überschuss fließt ins Netz, und abends kauft man den Strom für 25 Cent zurück.
Eigenverbrauch optimieren heißt: Verbrauch in die Mittagsstunden verschieben, wenn die PV produziert.
Maßnahme 1: Warmwasser mittags laden
Die einfachste und wirksamste Maßnahme. Die WP-Regelung so einstellen, dass Warmwasser zwischen 11 und 14 Uhr geladen wird statt morgens oder nachts. Der Warmwasserspeicher braucht 30 bis 60 Minuten und 1,5 bis 3 kWh Strom. Bei Sonnenschein kommt das komplett von der PV.
Ersparnis: 300 bis 700 kWh Netzstrom pro Jahr, also 75 bis 175 Euro.
Maßnahme 2: SG-Ready-Kopplung
Die WP über SG Ready an das Energiemanagementsystem koppeln. Bei PV-Überschuss erhöht die WP die Speichertemperatur (Warmwasser plus 5 Grad, Puffer plus 5 Grad). Die zusätzliche Wärme wird gespeichert und steht später zur Verfügung.
Zusätzlicher Eigenverbrauch: 500 bis 1.500 kWh pro Jahr. Ersparnis: 100 bis 350 Euro.
Maßnahme 3: Fußbodenheizung als Wärmespeicher nutzen
Der Estrich einer Fußbodenheizung speichert Wärme über Stunden. Wenn die PV mittags Strom liefert, kann die WP den Estrich um 1 bis 2 Grad über die Soll-Temperatur aufheizen. Abends und nachts gibt der Estrich die Wärme langsam ab, und die WP muss weniger laufen.
Das funktioniert vor allem in der Übergangszeit (März bis Mai, September bis November), wenn sowohl PV-Ertrag als auch Heizbedarf vorhanden sind. Im Hochsommer gibt es keinen Heizbedarf, im Tiefwinter zu wenig PV.
Zusätzlicher Eigenverbrauch: 300 bis 800 kWh pro Jahr (nur in der Übergangszeit wirksam).
Maßnahme 4: Batteriespeicher
Ein Batteriespeicher (5 bis 10 kWh) speichert den PV-Überschuss vom Mittag und liefert ihn abends. Für den Haushaltsstrom bringt das am meisten (Beleuchtung, Kochen, Unterhaltung am Abend). Für die WP bringt der Speicher weniger, weil die WP nachts und bei kaltem Wetter am meisten verbraucht und der Speicher dann oft leer ist.
Zusätzlicher Eigenverbrauch mit Speicher: 1.500 bis 3.000 kWh pro Jahr (Haushalt plus WP). Ersparnis: 300 bis 700 Euro pro Jahr.
Kosten: 5.000 bis 10.000 Euro für einen 10-kWh-Speicher. Amortisation: 8 bis 15 Jahre. Ob sich das rechnet, hängt vom Speicherpreis und vom Strompreis ab. Bei steigendem Netzstrompreis wird der Speicher attraktiver.
Maßnahme 5: Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler tagsüber laufen lassen
Klingt banal, bringt aber 200 bis 500 kWh mehr Eigenverbrauch pro Jahr. Timer auf 12 Uhr stellen und die Geräte bei Sonnenschein laufen lassen. Kein Extra-Investment nötig.
Wie viel Eigenverbrauch realistisch ist
Ohne Optimierung: 25 bis 35 Prozent. Mit Warmwasser-Verschiebung und SG Ready: 35 bis 45 Prozent. Mit Batteriespeicher: 45 bis 60 Prozent. Mit Speicher plus Optimierung plus E-Auto: 55 bis 70 Prozent.
100 Prozent Eigenverbrauch ist ohne saisonalen Speicher (Wasserstoff oder großer Wärmespeicher) nicht möglich. Im Winter reicht die PV-Produktion nicht für den WP-Bedarf. Aber 50 bis 60 Prozent Eigenverbrauch sind realistisch und wirtschaftlich sinnvoll.
Was sich am meisten lohnt
Die Reihenfolge nach Kosten-Nutzen: Warmwasser mittags laden (kostenlos, 75 bis 175 Euro/Jahr). SG-Ready-Kopplung (50 bis 500 Euro, 100 bis 350 Euro/Jahr). Haushaltsgeräte tagsüber (kostenlos, 50 bis 125 Euro/Jahr). Batteriespeicher (5.000 bis 10.000 Euro, 300 bis 700 Euro/Jahr).
Die ersten drei Maßnahmen kosten fast nichts und bringen zusammen 225 bis 650 Euro pro Jahr. Der Batteriespeicher bringt mehr, kostet aber auch viel mehr und braucht länger für die Amortisation.







